Formel 1 in Hockenheim : Hamilton holt sich die Pole

McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat nach seinem Silverstone-Spektakel den nächsten Coup gelandet. Der Brite holte auf dem Hockenheimring die Pole-Position und geht damit als Favorit in den Großen Preis von Deutschland.

Elmar Dreher,Christian Hollmann[dpa]
Lewis Hamilton
Hat gut lachen: Lewis Hamilton (r.) mit Kollege Heikki Kovalainen. -Foto: dpa

HockenheimLewis Hamilton (McLaren-Mercedes) ist im Qualifying beim Großen Preis von Deutschland die schnellste Zeit gefahren. "Das war ein guter Tag für mich", sagte der WM-Spitzenreiter strahlend. Unter den Augen seines Lehrmeisters Michael Schumacher sicherte sich Ferrari-Rivale Felipe Massa am Samstag bei widrigen Windverhältnissen den zweiten Platz vor Heikki Kovalainen und verhinderte damit eine komplett silberne erste Startreihe.

Aus dem deutschen Formel-1-Fahrerquintett schaffte überraschend nur Sebastian Vettel als Neunter den Sprung in die Top Ten für das Heimrennen am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL und Premiere). "Mit einem Toro Rosso auf diese Position zu fahren, zeugt schon von sehr großem Talent", sprach Rekord-Weltmeister Schumacher dem 21-Jährigen ein Sonderlob aus. "Wir hatten schon das ganze Wochenende über ein starkes Auto", reagierte Vettel gelassen auf seine gute Vorstellung.

Haug: "Was für ein Thriller"

Hamilton fuhr auf dem 4,574 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs im letzten Versuch in 1:15,666 Minuten Bestzeit. "Meine Runde lief ziemlich glatt. Ich habe mich sehr wohl gefühlt", sagte der 23 Jahre alte Brite nach seiner dritten Pole-Position in diesem Jahr. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug jubelte nach dem perfekten Ergebnis: "Absolut große Klasse. Davon hab' ich geträumt. Was für ein Thriller. Lewis hat es wieder im allerletzten Moment geregelt." Zugleich warnte Haug vor Euphorie: "Ferrari hat einen enorm guten Rennspeed. Wir haben noch lange nicht gewonnen."

Die Roten reagierten nach der knappen Niederlage entsprechend relaxt. "Es ist sehr eng. Das wird ein großer Kampf zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes", prognostizierte Massa, forderte aber im Blick auf das Fehler-Festival vor zwei Wochen in England: "Wir müssen alles richtig machen." Schumacher, der 2006 beim deutschen Grand Prix triumphiert hatte, machte seinen Nachfolgern in seiner neuen Funktion als Ferrari-Berater Mut. "Wir sind in einer guten Ausgangsposition. Bei Kimi hat es leider nicht ganz so funktioniert, aber Felipe ist schon das ganze Wochenende stark unterwegs. Von Platz zwei ist alles möglich." Der finnische Titelverteidiger Räikkönen blieb als Sechster allerdings weit hinter den Erwartungen zurück.

Heidfeld patzt

Dies galt auch für Nick Heidfeld: Den Routinier kostete ein dicker Patzer eine gute Ausgangsposition beim Heimrennen. "Ich habe es selbst vermasselt. Natürlich bin ich enttäuscht. Jetzt in die Punkte zu kommen, ist das Minimalziel", sagte der 31 Jahre alte BMW-Sauber-Pilot aus Mönchengladbach nach seinem ernüchternden zwölften Rang. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen räumte ein: "Natürlich hatten wir uns mehr versprochen. In dieser Situation würde uns ein Regenrennen helfen." Schließlich landete auch Robert Kubica als Siebter wesentlich weiter zurück als erwartet.

Timo Glock (Wersau) belegte im Toyota als zweitbester Deutscher einen ordentlichen elften Platz. Nico Rosberg reagierte nach Rang 13 relativ gelassen. "Ich war viel zufriedener mit dem Auto. Wir waren sehr knapp an den Top Ten dran", sagte der Williams-Toyota-Pilot aus Wiesbaden. "Leider hab' ich die Runde nicht ganz so hingekriegt, wie ich wollte." Force-India-Vertreter Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde 19.

Vor dem zehnten Saisonlauf führt Vizechampion Hamilton die WM vor dem punktgleichen Ferrari-Duo Massa und Räikkönen (alle 48) an. Der Pole Kubica (46) liegt mit zwei Zählern weniger aussichtsreich in Lauerstellung. Heidfeld (36) ist als Gesamtfünfter bester Deutscher.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben