Formel 1 in Italien : Alonso auf der Pole

Auch beim Ferrari-Heimspiel in Monza glänzt die erste Startreihe silbern. McLaren-Pilot Fernando Alonso holte die Pole vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Bester Deutscher war Nick Heidfeld auf Platz vier hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa.

Fernando Alonso
McLaren-Pilot Fernando Alonso startet morgen von der Pole beim Großen Preis von Italien. -Foto: AFP

MonzaAusgerechnet beim prestigeträchtigen Heimrennen hat Rekord-Weltmeister Michael Schumacher seinen beiden Ferrari-Nachfolgern bei seiner Stippvisite kein Glück gebracht. Felipe Massa und Kimi Räikkönen kassierten in der Qualifikation zum Großen Preis von Italien eine empfindliche Schlappe. Offensichtlich völlig unbeeinträchtigt von der brisanten Spionage-Affäre um geheime Ferrari-Daten holte sich der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso die Pole-Position. "Das war ein sehr, sehr gutes Qualifying", sagte der Spanier. Sein Teamkollege Lewis Hamilton komplettierte als hauchdünn geschlagener Zweiter den McLaren-Mercedes-Erfolg. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld glänzte mit Rang vier.

Alonso hofft nun darauf, den ersten Startplatz beim 13. Saisonlauf am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL und Premiere) bestätigen zu können. "Ein Sieg wäre für die Moral und die WM enorm wichtig", sagte der Titelverteidiger. In 1:21,997 Minuten hatte Alonso lediglich 37 Tausendstelsekunden Vorsprung vor Hamilton. "Die Doppel-Pole ist eine tolle Sache", sagte der WM-Spitzenreiter, auch wenn ihm die umgekehrte Reihenfolge sichtlich lieber gewesen wäre. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einer "klasse Team-Leistung".

In Anspielung auf die Spionage-Affäre sagte Haug: "Man versucht Druck auf uns zu machen von allen Seiten, aber das gibt uns Speed. Wer nichts falsch gemacht hat, hat kein schlechtes Gewissen. Ich schlafe so ruhig wie nie. Das Team hat sich nichts angeeignet, was nicht erlaubt ist." Teamchef Ron Dennis urteilte: "Solange wir als Team so stark sind, sind wir auch anderswo stark." Auch die Fahrer äußerten sich trotz des am Vortag auf Rat der McLaren-Anwälte angekündigten Schweigens zu diesem brisanten Fall. "Wir sind besorgt, wir wollen auf der Strecke kämpfen. Alles was nächste Woche passiert, kann das Team, aber auch uns beide betreffen", sagte Hamilton zur für den 13. September in Paris angesetzten Anhörung. Alonso schloss sich dem Briten an.

Schumis Beistand brachte Ferrari kein Glück

Der Beistand von Fiat-Direktor Luca di Montezemolo und Berater Schumacher, der hier vor einem Jahr das Ende seiner einmaligen Karriere bekannt gegeben hatte, nützte den Roten nichts. "Die McLaren waren sehr schnell. Aber ich hoffe, im Rennen gelingt uns eine Überraschung", gab der Drittplatzierte Massa den Kampf noch nicht verloren. Räikkönen, der im Vormittagstraining einen spektakulären Unfall unverletzt überstanden hatte, wurde Fünfter. "Die Ferraris in der ersten Reihe wären mir lieber gewesen. Aber im Rennen werden wir stärker sein", meinte di Montezemolo.

Heidfeld freute sich riesig über seinen vierten Platz auf dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs in 1:22,855 Minuten. "Das Podium wäre super. Aber ich denke, dass die Ferraris noch zulegen können", sagte der Mönchengladbacher. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen jubelte: "Es war unser Wunschergebnis. Wir wollten einen Ferrari knacken." Sehr zufrieden war auch Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota mit seinem achten Rang: "Mehr war nicht drin."

Ralf Schumacher hinter Vettel

Dagegen herrschten bei Ralf Schumacher nach Platz 18 Enttäuschung und Ernüchterung: "Das ist nicht gut genug. Ich wusste, dass uns die Strecke nicht liegt." Der Toyota-Pilot aus Kerpen landete sogar hinter Sebastian Vettel (Heppenheim) im Toro Rosso, der 16. wurde. Adrian Sutil (Gräfelfing) kam im Spyker auf dem 21. Platz.

Vor dem Großen Preis von Italien führt Hamilton die WM-Wertung mit 84 Punkten vor Alonso (79) an. Massa (69) ist Dritter vor Raikkönen (68). Heidfeld belegt mit 47 Zählern als bester Deutscher den fünften Gesamtrang.(mit dpa)

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