Formel 1 in Monaco : Glücksritter Nico Rosberg gewinnt, Lewis Hamilton sauer

Nico Rosberg siegt vor Sebastian Vettel, weil Mercedes Lewis Hamilton mit einem Strategiefehler um den Sieg bringt. Der Rennstall hat sich bereits erklärt und beim Weltmeister entschuldigt. Mehr zum Großen Preis von Monaco in unserem Formel-1-Blog live aus Monte Carlo.

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Einen Lottogewinn feiert man ja auch: Nico Rosberg begießt seinen glücklichen Sieg beim Großen Preis von Monaco.
Einen Lottogewinn feiert man ja auch: Nico Rosberg begießt seinen glücklichen Sieg beim Großen Preis von Monaco.Foto: dpa

18.26 Uhr: Mehr als zwei Stunden nach seinem Sieg in Monaco zeigt sich Nico Rosberg als sympathischer Glückspilz. „Klar weiß ich, dass ihr hier richtig Glück hatte“, sagt er freudig in der Mercedes-Teamzentrale. „Das war heute vermutlich das meiste Glück, das ich je in meiner Karriere hatte. Aber so ist das im Sport, und ich habe gelernt, das einfach so zu nehmen.“ Er sei völlig überrascht gewesen, dass Hamilton plötzlich hinter ihm aus der Box gefahren sei. Dann darf er seinem Teamkollegen Hamilton etwas mitgeben, das normalerweise jeder Sportler am allerwenigsten will: Mitleid. „Ich fühle mit ihm, das ist eine ekelhafte Art und Weise, ein Rennen zu verlieren“, erklärt Rosberg glaubhaft. „Das ist wirklich Mist. Ich habe jede Menge Mitgefühl mit ihm.“ Dann küsst er seine schwangere Frau Vivian und verabschiedet sich. Es gibt schließlich was zu Feiern. Ob er wohl seinen Nachbarn einlädt? Lewis Hamilton wohnt ja hier in Monaco immer noch im gleichen Haus wie er... Wir verabschieden uns ebenfalls für heute und ziehen uns in den Hafen von Monte Carlo auf unsere Tagesspiegel-Yacht zurück. Bis Morgen.

17.39 Uhr: Eine gute Nachricht aus dem inzwischen wolkenverhangenen Monaco: Wunderkind Max Verstappen hat seinen schweren Unfall offenbar unverletzt überstanden. „Mir geht es nicht so schlecht“, teilt er mit. „Ich bin noch ein wenig steif, aber ich kann laufen, von daher ist alles in Ordnung.“ Der Niederländer macht Grosjean für den Unfall verantwortlich, der in der 64. Runde das Chaos auslöste, das Hamilton schließlich den Sieg kostete. Der Franzose habe beim Kampf um den zehnten Platz viel früher gebremst als in den Runden davor, das habe ihn „eiskalt überrascht“. Nicht so schön für Verstappen ist, dass auch in der Formel 1 die Weisheiten der StVO gelten: Wer auffährt, hat Schuld. Die Rennkommissare lassen sich auch von seinen Ausführungen nicht erweichen. Beim nächsten Rennen in Montreal muss er fünf Plätze weiter hinten starten.

17.35 Uhr: Lewis Hamilton hat die Strecke verlassen, das offizielle Siegerfoto des Teams schwänzte er. Mit auf dem Bild war aber James Vowles. Er ist bei Mercedes direkt verantwortlich für die Strategien beider Autos. Er muss aber laut Teamchef Wolff genauso wenig um seinen Job fürchten wie der Technische Direktor Paddy Lowe.
17.09 Uhr: Die Aufarbeitung bei Mercedes ist in vollem Gang. Teamchef Toto Wolff bemüht sich, den Fehler zu erklären. „Es war eine Gemengelage“, sagt er. Die Entscheidung, Hamilton noch einmal zum Boxenstopp hereinzuholen, sei auf den 50 Metern zwischen der Rascasse-Kurve und der Einfahrt zur Boxengasse gefallen. „Lewis hat auf den Bildschirmen an der Strecke gesehen, dass es Stopps gibt, und war der festen Meinung, dass alle reinkommen.“ Also habe man am Kommandostand blitzschnell entschieden, ihn hereinzuholen. Auf die Frage, ob sich Hamilton nicht hätte widersetzen und auf der Strecke bleiben können, antwortet Wolff: „Er hatte gar nicht den Überblick und wusste gar nicht, wer sich wo befindet.“ Erschwerend kam laut Wolff hinzu, dass man fürchtete, Vettel könne auf die superweichen Reifen wechseln und in den letzten Runden noch einmal „eine Attacke reiten“.

Weil außerdem die Zeitenberechnung an der Mercedes-Box nicht richtig funktioniert habe, habe man die Situation falsch eingeschätzt. „Ich habe mich schon bei Lewis entschuldigt. Das Rennen war seins, er hatte es eigentlich schon gewonnen.“ Während Wolff erklärt, es bringe nichts, mit dem Finger auf eine Person zu zeigen, tut Niki Lauda genau das. Quasi zeitgleich erklärt der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams erbost am Eingang zum Fahrerlager: „Katastrophe. Es gibt eine Person, die für die Taktik am Ende verantwortlich ist, und die hätte man gemeinsam davon überzeugen müssen, dass es falsch ist.“ Dann nimmt er den Namen Paddy Lowe in den Mund, den Technischen Direktor des Rennstalls. Personelle Konsequenzen seien aber bei Mercedes „undenkbar“, erklärt Wolff. „Wir sind alle Menschen, Fehler passieren. Und wir haben immer noch gewonnen und führen die WM-Wertung an.“ Dann schnauft er durch und sagt süßsauer lächelnd: „Es ist trotzdem ein Grund, was zu trinken. Entweder aus Freude oder aus Bewältigung.“

16.28 Uhr: Die Pressekonferenz ist zu Ende, Hamilton reißt sich das Mikro vom Kopf und steigt über die Stühle. Vettel fragt noch mal, was ihn heute am meisten beschäftigt hat: „Warum hatten wir heute keine Gridgirls? Was soll das?“ Vielleicht weiß ja Cristiano Ronaldo mehr, wenn er ansprechbar ist. Jetzt gehen wir aber erstmal zu Mercedes und klären die zweitwichtigste Frage des Tages: Wie kam der unglaubliche Strategiefehler zustande? Wir melden uns wieder, wenn es eine Antwort gibt.

16.26 Uhr: „Ich hatte so ein großartiges Gefühl im Rennen“, flüstert Lewis Hamilton. „Ich musste gar nicht so viel pushen, ich hätte den doppelten Vorsprung haben können.“ Zwischen den Sätzen holt er spürbar bewegt Luft. Selten hat man den sonst so selbstbewussten Briten so niedergeschlagen gesehen.

16.20 Uhr: Lewis Hamilton flüstert kaum hörbar. Hat er am Ende selbst die Fehlentscheidung getroffen, noch einmal in die Box zu kommen? „Wir müssen das analysieren und sehen, was falsch lief. Ich dachte, die Jungs hinter mir kommen in die Box. Ich kam in die Box, in dem festen Glauben, dass die Jungs hinter mir das Gleiche gemacht haben.“

16.16 Uhr: In der Weltmeisterschaft ist Rosberg nun auf zehn Punkte an Hamilton herangekommen. So sieht’s aus vor dem nächsten Rennen in Montreal: 1. Lewis Hamilton 126 Punkte, 2. Nico Rosberg 116, 3. Sebastian Vettel 98, 4. Raikkönen 60.

16.12 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Hamilton blickt die ganze Zeit nach unten, Rosberg scheint erst jetzt zu realisieren, wie sein Sieg zustandegekommen sind. „Jetzt ist die Euphorie erstmal wieder gesetzt", sagt er. "Einerseits bin ich tierisch happy. Auf der anderen Seite weiß ich, dass da Riesenglück dabei war. Das ganze Wochenende ist er stark gefahren, stärker als ich. Deswegen bin ich so ein bisschen hin und her, aber überwiegend Riesenfreude.“ Vettel outet sich als Traditionalist. "Eine Sache hat heute wirklich nicht gepasst: dass wir keine Gridgirls hatten. Das sollten wir schnellstens wieder ändern." Dann flüstert er zu Rosberg, während sein Mikrofon noch an ist: "Schon als ich eingeparkt habe, dacht ich: Das geht ja mal gar nicht."

Einen Penny für Lewis Hamiltons Gedanken.
Einen Penny für Lewis Hamiltons Gedanken.Foto: afp

16.07 Uhr: Applaus für Hamilton, den wahren Sieger des Rennens, das dürfte klar sein. Er bleibt erstaunlich ruhig. „Wir gewinnen und verlieren zusammen, Gratulation an Nico und Sebastian“, sagt er. „Ich komme zurück, um das nächste Mal zu gewinnen.“ Rosberg schiebt nach: „Ich weiß, dass ich heute Glück hatte. Lewis war ein bisschen besser dieses Wochenende. Aber ich genieße das trotzdem.“ Warum auch nicht? Bei einem Lottogewinn feiert man ja auch.

16.02 Uhr: Nico Rosberg ist nach seinem dritten Monaco-Sieg in Folge nun auf einer Stufe mit Ayrton Senna. Leicht verschämt sagt er: "Lewis ist brillant gefahren, er hätte den Sieg sicher auch verdient." Mercedes entschuldigt sich bei Hamilton: „Es war alles unsere Schuld. Eine Sekundenbruchteilentscheidung, das Timing hat nicht geklappt. Das nehmen wir auf unsere Kappe.“

15.58 Uhr: Vettel gratuliert Rosberg, Hamilton schleicht entgeistert zur Fürstenloge. So etwas gab es selten. Schulterklopfer von Vettel, Rosberg ignoriert seinen Teamkollegen. Rosberg kriegt den ersehnten Händedruck von Albert und die Trophäe. Kleiner Nebenaspekt: Durch den Strategiefehler hat Mercedes einen sicheren Doppelsieg verschenkt.

15.55 Uhr: Endplatzierung: 1. Rosberg, 2. Vettel, 3. Hamilton, 4. Kwjat , 5. Ricciardo, 6. Räikkönen. Hülkenberg wird Elfter.

15.53 Uhr: Nico Rosberg gewinnt in Monaco, zum dritten Mal in Folge! Er jubelt, aber Pfiffe im Fahrerlager. Mal sehen, ob er mit einem roten Kopf aussteigt angesichts der Umstände. Vettel Zweiter, Hamilton Dritter. „Sorry, Lewis“, funkt das Team. Da steht noch einiges an Aufarbeitung an.

15.51 Uhr: Ärger im Hafen. Cristiano Ronaldo, inzwischen erwacht, ging offenbar fest davon aus, dass ihn der Fürst als ersten empfangen würde. Aber es wird wohl Nico Rosberg sein. Letzte Runde.

15.49 Uhr: Noch drei Runden. Holt Mercedes jetzt Rosberg aus Gründen der Chancengleichheit auch noch einmal rein oder lässt man ihm dem geschenkten Elfmeter?

15.47 Uhr: Gute Nachrichten für Fürst Albert. Er kann seine Reden aus den beiden letzten Jahren wieder verwenden und wohl dem Glücksritter Rosberg zum dritten Mal in Folge zum Sieg gratulieren.

15.46 Uhr: Hamilton attackiert Vettel wütend, funkt aber an die Box: "Es ist unmöglich, zu überholen." Vorn kann sich Rosberg absetzen. Ricciardo drückt Räikkönen in der Mirabeau zur Seite und schiebt sich auf Rang fünf vor. Eine unglaubliche Schlussphase nach diesem bisher eher langweiligen Rennen.

15.43 Uhr: Das Rennen ist wieder frei, Rosberg bleibt vorn, Vettel hält Hamilton hinter sich. Hamilton dürfte Alonso als den Mann mit der finstersten Miene der Côte d’Azur abgelöst haben.

15.41 Uhr: Das Safetycar kommt nächste Runde wieder rein, das Rennen wird wieder freigegeben. Vettel moniert, dass seine Reifen zu kalt geworden sind.

15.39 Uhr: Immer noch Aufräumarbeiten in der Ste. Devote nach dem Verstappen-Crash. Rosberg führt das Feld hinter dem Safetycar an. War der zusätzliche Boxenstopp von Hamilton einer der schwersten Strategiefehler der jüngeren Formel-1-Geschichte oder ein genialer Schachzug der Mercedes-Rennleitung? Viel Zeit bleibt Hamilton in jedem Fall nicht mehr, den Vorteil seiner frischeren Reifen auszuspielen.

15.36 Uhr: Rosberg führt vor Vettel, und Hamilton versteht die Welt nicht mehr. „Ich hab das Rennen verloren, oder?“, fragt er entgeistert. „Ich war doch Erster.“ Weil er als einziger an der Spitze noch mal an die Box kam, ist er jetzt nur noch Dritter. Nicht nur er fragt sich, wie diese Entscheidung zustande kam. Noch zehn Runden.

15.33 Uhr: Dramatische Wende. Das Safetycar kommt auf die Strecke. Hamilton fährt überraschend zu einem weiteren Reifenwechsel an die Box und kommt hinter Rosberg und Seite an Seite mit Vettel wieder auf die Strecke. Vettel setzt sich durch und holt sich Rang zwei.
15.30 Uhr: Schluss mit lustig. Schwerer Unfall in der Ste. Devote. Max Verstappen versucht Romain Grosjean zu überholen und knallt am Ende der Start-Ziel-Geraden frontal quasi ungebremst in die Reifenstapel. „Ich bin okay“, sagt er, wirkt aber reichlich benommen, nachdem er ausgestiegen ist

15.27 Uhr: Cristiano Ronaldo ist zwischenzeitlich aufgewacht und regt sich wahnsinnig auf, weil er den Freistoß selbst schießen wollte. Man beruhigt ihn mit einem der alten WM-Pokale von Alonso, den der Portugiese mit einem langgezogenen „Siiiiiiiiiim!“ an sich reißt. Glücklich nickt er in Fötusstellung wieder ein.

15.21 Uhr: Die Fahrgemeinschaft Rosberg/Vettel liegt nun rund 15 Sekunden hinter dem führenden Hamilton. Vettel hat knapp zwei Sekunden Rückstand auf Rosberg. Kommt er noch mal ran und greift Rang zwei an?

15.16 Uhr: Das Rennende rückt näher, noch 25 Runden. Albert verschwindet in der fürstlichen Toilette und macht sich frisch für seinen großen Auftritt. Sagt er wieder: „Ich bin froh, dass Sie es sind“ zum Sieger oder denkt er sich was Frisches, Freches aus? Wie: „Die Formel E vor einer Woche hier war aber lauter.“ Oder: „Können Sie mir ein Autogramm von Franzi van Almsick besorgen? Ich stehe auf Schwimmerinnen.“

15.13 Uhr: Schauen wir mal ein bisschen auf den Rest des Felds. Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat hat zwar nach eigenen Angaben keinerlei hervorstechende Eigenschaften, liegt aber auf einem starken vierten Rang. Direkt dahinter Räikkönen vor Ricciardo, dann Sergio Perez im Force India. Das dürfte Nico Hülkenberg ärgern, der im zweiten Force India locker in die Punkte hätte fahren können, wenn die Mirabeau-Nummer nicht gewesen wäre. Stattdessen hängt er auf Rang 14 fest.

15.06 Uhr: Lewis Hamilton twittert Selfies aus dem Tunnel. Er liegt komfortable zehn Sekunden vor Rosberg, da muss schon ein Wunder passieren, um den dritten Monaco-Sieg des Deutschen in Folge noch zu ermöglichen. Und Rosbergs Vater Keke tut alles dafür. Er führt angeblich auf dem Dach der Mercedes-Teamunterkunft einen Regentanz auf. Ob's hilft? Noch scheint jedenfalls die Sonne.

15.03 Uhr: Fernando Alonso ist draußen. Eingangs der Ste.-Devote-Kurve schießt sein McLaren mit qualmenden Vorderreifen in die Auslaufzone.Getriebedefekt, heißt es. Sein dritter Ausfall im fünften Rennen. Alonsos Laune verfinstert sich so sehr, dass Star-Wars-Mastermind George Lucas ihn bei Disney für die Rolle als Darth Vaders bösen Onkel vorschlagen will.

15.00 Uhr: Bilanz aus dem Fahrerlager zur Rennhälfte: Die Trophäenweibchen haben gut 1,5 Tonnen Lippenstift verbraucht. Manche müssen nun das Nachschminktempo drosseln, wenn sie nicht vor Rennende mit leerem Tank dastehen wollen. Cristiano Ronaldo ist eingeschlafen und träumt von Messi.

14.58 Uhr: Die Buchmacher schließen ihre Wettbüros. Wenn nichts dazwischen kommt, dürfte die Spitze jetzt ohne weitere Reifenwechsel (und vermutlich ohne Positionswechsel) bis zum Ende durchfahren. Hamilton hat entspannte acht Sekunden Vorsprung vor Rosberg, Vettel liegt mit weiteren knapp zwei Sekunden Rückstand auf Rang drei. Rosberg fährt eine schnellste Rennrunde, aber das dürfte zu spät kommen.

14.54 Uhr: 36. Runde, Vettel in der Box, guter Stopp. Rosberg kommt eine Runde später, bleibt aber vor seinem Landsmann. "Oh, wir haben's nicht geschafft", ärgert sich Vettel. Hamilton biegt wiederum eine Runde später ab an die Box. Gaaaaanz easy. Er bleibt vorn.

14.49 Uhr: Fernando Alonso ist in der Box und bekommt neben neuen Reifen auch die 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt, die er sich beim Zwischenfall mit Hülkenberg in der ersten Runde eingehandelt hat. Bloß gut, dass man sein ohnehin meist finstres Gesicht unter dem Visier nicht sehen kann, das dürfte nichts für zarte Gemüter sein. Der McLaren-Fahrer reiht sich schlecht gelaunt als Neunter wieder ins Rennen ein.

14.43 Uhr: Hamilton liegt schon rund neun Sekunden vorn. Rosberg und Vettel verlieren weiter jede Menge Zeit beim Überrunden. Wenn es so weiter geht, bleibt der Brite sogar nach seinem Boxenstopp noch vor den beiden Deutschen.

14.42 Uhr: Erste Boxenstopps. Viele Trophäenweibchen setzen offenbar auf eine Zwei-Stopp-Strategie und verschwinden das erste Mal zum Nachschminken. Die Alphamännchen an ihrer Seite nutzen die Chance für eine kurze Textnachricht an die Geliebte, die die Zeit an der Minibar ihres Hotelzimmer in St. Tropez totschlägt.

14.35 Uhr: Hamilton drückt aufs Gas, wieder schnellste Runde. Der Weltmeister pflügt durch die Überrundeten und baut seinen Vorsprung Stück für Stück aus. Rosberg liegt nun schon mehr als vier Sekunden zurück, Vettel bereits 6,1 Sekunden. Verspielen die beiden Deutschen gerade ihre letzten Siegchancen? Wenn sie noch dem Fürsten als Erste die Hand schütteln wollen, müssen sie vor den Boxenstopps dichter herankommen.

14.30 Uhr: Hülkenberg vorbei an den beiden Manor Marussia. Die Spitze auch, Rosberg und Vettel verlieren beim Überrunden allerdings mehr als eine Sekunde auf Hamilton.

14.27 Uhr: Hamilton ist Erster, beschwert sich aber über Funk beim Team: „Ich bin so langsam.“ Seine Frontbremsen gefallen ihm nicht, der Wagen untersteuere zu stark. Der Mann hat Probleme. Aus Frust fährt er gleich mal die schnellste Runde.

14.21 Uhr: Dem Seb sein Wetter. Vettel kommt den Mercedes näher. Die stärkere Sonne im Vergleich zu gestern scheint dem Reifenbetrieb seines Ferrari besser zu gefallen. Hinten hat derweil Hülkenberg auf die bummelnden Manor Marussia aufgeschlossen. Packt er jetzt den Hulk aus?

14.17 Uhr: Vorn tut sich wenig, die übliche Monaco-Prozession. Hamilton kontrolliert das Rennen, drei Sekunden dahinter Rosberg, dann Vettel. Es bleibt Zeit für einen kurzen Blick in den Hafen: Ist gut gefüllt, allerdings waren die Boote auch schon mal größer. Die Finanzkrise hat Spuren beim Jetskiset hinterlassen. Auf einem der Kähne eines McLaren-Sponsors lümmelt Cristiano Ronaldo und googelt sich selbst.

14.13 Uhr: Die Begegnung mit Ronaldo wird wohl Alonsos Highlight an diesem Wochenende bleiben. Der zweimalige Weltmeister bekommt von den Rennkommissaren die Schuld am Unfall mit Hülkenberg und eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Wunderkind Max Verstappen zeigt derweil, dass man auf den engen Straßen von Monaco durchaus überholen kann. Bei seiner Premiere hier überholt der Toro-Rosso-Pilot am Ende der Start-Ziel-Geraden Pastor Maldonados Lotus. Allerdings hat der auch Bremsprobleme, wie es scheint.

14.09 Uhr: Hülkenberg fährt nach dem Reparaturstopp als Vorletzter wieder auf die Strecke. Nur Williams-Pilot Felipe Massa liegt nach einem noch längeren Boxenstopp noch hinter ihm. Ohne störende Konkurrenten vor der Nase fährt Hülkenberg die schnellste Runde. Die Reihenfolge vorn nach drei Runden: Hamilton, Rosberg, Vettel, Kwjat, Ricciardo, Räikkönen.

14:03 Uhr: Start! Hamilton bleibt vorn, Vettel ist in der ersten Kurve Ste. Devote neben Rosberg, zieht aber zurück. Nico Hülkenberg kracht im Duell mit Alonso in der Mirabeau in den Reifenstapel und verliert den Frontflügel am Force India.

14:00 Uhr: Die Einführungsrunde läuft. 78 Rennrunden im Fürstentum stehen an, die meisten Piloten werden vermutlich einmal zum Reifenwechsel an die Box kommen

13.59 Uhr: Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat sich vom ordnungsgemäßen Zustand der Blumenkübel vor seinem mobilen Büro im Fahrerlager überzeugt. Das Rennen kann losgehen.

13.55 Uhr: Ein kurzer Blick in die ersten Startreihen: 1. Lewis Hamilton, 2. Nico Rosberg (beide Mercedes), 3. Sebastian Vettel (Ferrari), 4. Daniel Ricciardo, 5. Daniil Kwjat (beide Red Bull), 6. Kimi Räikkönen (Ferrari). Pech für Carlos Sainz (Toro Rosso): Der Spanier fuhr im Qualifying auf Rang acht, allerdings danach auch an der offiziellen Autowaage vorbei. Deswegen muss er nun von ganz hinten aus der Boxengasse starten.

13.50 Uhr: Die Autos stehen in der Startaufstellung. Besonderes Privileg für Lewis Hamilton auf der Poleposition: Der Mercedes-Pilot hat als einziger ein Gridgirl, das seine Startnummer präsentiert. Teamkollege Nico Rosberg und der Trainingsdritte Sebastian Vettel haben wie alle restlichen Piloten Gridboys. Die Emanzipation, sie hat Monaco erreicht.

13.45 Uhr: Und hier auch was für die Streckennerds: Durch umfangreiche Baumaßnahmen im Hafenbecken hat sich die Kursführung minimal verändert. Der Scheitelpunkt der Tabac-Kurve nach dem Tunnel wurde um 2,70 Meter nach vorn verlegt. Wir haben nachgemessen, stimmt.

13.30 Uhr: Für unsere royalaffinen Leser eine kleine Nebeninformation: Der vollständige Titel des Fürsten lautet Albert II. Grimaldi, par la Grâce de Dieu Prince de Monaco, Duc de Valentinois, Marquis des Baux, Comte de Carladès, Baron du Buis, Seigneur de Saint-Rémy, Sire de Matignon, Comte de Torigni, Baron de Saint-Lô, de la Luthumière et de Hambye, Duc d’Estouteville, de Mazarin et de Mayenne, Prince de Château-Porcien, Comte de Ferrette, de Belfort, de Thann et de Rosemont, Baron d’Altkirch, Seigneur d’Isenheim, Marquis de Chilly, Comte de Longjumeau, Baron de Massy, Marquis de Guiscard. Wir bleiben aus Platzgründen heute bei Albert.

13.25 Uhr: Ronaldo ist schockiert, die Menschentraube lässt ihn stehen und stürmt Richtung „Force-India“-Motorhome. Jeder will ein Selfie mit dem „Hello-Kitty“-Maskottchen. Wer da wohl drinsteckt? Von der Größe her käme eigentlich nur Bernie Ecclestone in Frage.

Cristiano Ronaldo (l.) posiert mit Fernando Alonso (2.v.l.), Cara Delevigne und Jenson Button vor der McLaren-Box.
Cristiano Ronaldo (l.) posiert mit Fernando Alonso (2.v.l.), Cara Delevigne und Jenson Button vor der McLaren-Box.Foto: imago

13.15 Uhr: Heißestes Tuschelthema im Fahrerlager: die Etikette der McLaren-Piloten. Fernando Alonso und sein Teamkollege Jenson Button verursachten gestern einen mittelschweren Eklat. Die beiden fehlten am Abend als einzige Formel-1-Piloten beim Cocktail-Empfang des Fürsten Albert im Palast auf dem Grimaldi-Felsen hoch über der Rennstrecke. Heute tauchten sie dafür mit einer Begleitung auf, die seine Durchlaucht noch in den
Schatten stellte: Cristiano Ronaldo. Ob der Fußball-Beau weiß, dass es sich nicht um den Alonso handelt, der ihm bei Real früher irgendwo dahinten die versprungenen Bälle zurückergrätscht hat?

13.00 Uhr: Guten Tag, wir melden uns hier live aus Monaco. Es sind wolkige 19 Grad, 65 Prozent Luftfeuchtigkeit, der Wind weht frisch vom Meer herein, aber die Frisur von Cristiano Ronaldo hält. Um 14
Uhr startet der Große Formel-1-Preis hier im Fürstentum, doch das Rennen der Prominenten ist bereits in vollem Gang. Ein abwechslungsreiches Stöckeln und Schreiten, das sich zwischen den Teamunterkünften am Hafenkai bietet. Bei Sauber busseln Schwedens König Carl Gustaf und Gattin Silvia um die Wette, Ronaldo macht Situps in der McLaren-Garage, auch Game-of-Thrones-Star Liam Cunningham, X-Men Michael Fassbender, Franzi van Almsick (inzwischen platinblond) und Maria Höfl-Riesch treiben sich im Fahrerlager herum. Filmpapst George Lucas soll wie immer aus dem nahen Cannes angereist sein und seine Suite im Hotel über der alten Bahnhofs-Haarnadel bezogen haben. Aus dem Formel-1-Legendendunstkreis sind Damon Hill, Alain Prost und Jean Alesi gesichtet worden. Fia-Präsident Jean Todt schaut sich das Ganze interessiert aus der Froschperspektive an.

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