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Formel 1 in Silverstone : Lewis Hamilton siegt, Nico Rosberg nach Strafe Dritter

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton rückt nach seinem Heimsieg in der WM-Wertung immer näher an Nico Rosberg heran. Der Deutsche wird wegen eines Funkspruchs bestraft.

Foto: dpa
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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat zum dritten Mal nacheinander den Großen Preis von Großbritannien gewonnen. Der britische Mercedes-Pilot siegte am Sonntag in Silverstone souverän. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg fuhr zwar als Zweiter durchs Ziel, wurde aber nur als Dritter gewertet. Der Deutsche wurde nach dem Rennen mit einer Zehn-Sekunden-Zeitkstrafe belegt und rutschte dadurch hinter den Red-Bull-Piloten Max Verstappen. Wegen Getriebeproblemen war Rosberg wenige Runden vor Schluss von seinem Renningenieur via Funk angewiesen worden, nicht den siebten Gang zu nutzen. Die Rennkommissare sahen es als erwiesen an, dass der 31-jährige Rosberg somit eine verbotene Hilfe erhalten habe. Der Boxenfunk zwischen Fahrer und Team ist in der Formel 1 mittlerweile nur noch in wenigen Fällen erlaubt. Nach dem zehnten von 21 Saisonrennen führt Rosberg in der WM-Gesamtwertung nur noch mit einem Punkt vor Hamilton.

Für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel setzte sich die Serie von Enttäuschungen fort. Wie schon in der Vorwoche in Österreich musste der Hesse wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze weiter hinten starten und kam nicht über Platz neun hinaus, nachdem er zudem noch wegen eines überharten Überholmanövers eine Zeitstrafe kassierte. In der Gesamtwertung rutschte der 29-Jährige damit auf Rang fünf hinter Teamkollege Kimi Räikkönen und Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo zurück.

Als Siebter sicherte sich auch der Rheinländer Nico Hülkenberg im Force India noch sechs WM-Punkte. Dagegen war für Pascal Wehrlein im Manor das Rennen schon nach sieben Runden beendet.

Nach dem Crash der Silberpfeil-Stars in der Vorwoche in Österreich war das erste Rennen unter verschärften Verhaltensregeln für Hamilton und Rosberg mit Spannung erwartet worden. Einmal mehr stand das Duo in der ersten Startreihe nebeneinander, für den Fall einer erneuten Kollision hatte die Teamführung beiden knallharte Konsequenzen angedroht. Doch das Duell in der ersten Kurve fiel aus. Weil es bis kurz vor Rennbeginn heftig geregnet hatte und große Wasserpfützen auf der Strecke standen, ordneten die Rennkommissare einen Start hinter dem Safetycar an.

Sechs Runden lang fuhr das Feld derart eingebremst durch das „Home of British Motor Racing“, auch wenn Hamilton dahinter voller Ungeduld mehrfach via Funk die Freigabe des Rennens forderte. Als das Safety Car den Weg freimachte, begann der große Reifenpoker. Das Führungsquartett setzte die Fahrt zunächst mit Regenreifen fort, dahinter rüsteten eine Reihe von Piloten auf Mischwetter-Pneus um. Doch dieser Schachzug ging nicht auf.

Debütant Wehrlein strandete mit seinem Manor nach einem Ausrutscher auf der noch immer feuchten Piste im Kiesbett, die Folge war ein virtuelles Safety Car. So konnten die Spitzenfahrer entspannt ihren ersten Besuch an der Garage absolvieren, ohne dass die Konkurrenz daraus Kapital schlagen konnte. „Ich wollte noch mit den Regenreifen draußen bleiben, aber ich habe noch nicht so viel Erfahrung und habe da der Entscheidung des Teams vertraut“, erklärte Wehrlein sein frühes Aus nach nur sieben Runden.

Auch für seine Landsleute lief es nicht nach Wunsch. Hinter dem souverän führenden Hamilton musste Rosberg nach einem kleinen Fahrfehler Jungstar Max Verstappen im Red Bull Platz zwei überlassen. Ferrari-Hoffnung Vettel konnte sich einfach nicht aus dem Mittelfeld befreien. Und Force-India-Mann Hülkenberg fuhr zwar von Beginn an auf Punktekurs, lag aber wie zuletzt so oft hinter seinem Stallrivalen Sergio Perez.

Für Spannung sorgte danach vor allem der Kampf zwischen Verstappen und Rosberg um Rang zwei. Immer wieder attackierte der Deutsche den 18 Jahre alten Niederländer, doch Verstappen verteidigte sich lange sehr geschickt. In Runde 39 aber zahlte sich die Hartnäckigkeit von Rosberg aus. Verstappen hatte kurz zuvor schon über Reifenprobleme geklagt, nun hatte er dem Mercedes nichts mehr entgegenzusetzen.

Rosberg machte sich danach zwar noch an die Aufholjagd auf den enteilten Hamilton. Doch fünf Runden vor Ende bemerkte er plötzlich ein Getriebeproblem. „Benutze nicht den siebten Gang“, sagte ihm sein Renningenieur. Zwar rettete Rosberg Platz zwei ins Ziel vor Verstappen ins Ziel. Doch selbst den hatte er nur bis zur Entscheidung durch die Rennkommissare am Abend. (dpa)

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