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Formel 1 in Silverstone : Lewis Hamilton vor Nico Rosberg: Mit kluger Strategie zum Heimsieg

Lewis Hamilton gewinnt das Formel-1-Rennen in Silverstone vor Teamkollege Nico Rosberg, Sebastian Vettel taktiert sich auf Platz drei.

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Nicht zu stoppen: Lewis Hamilton auf dem Weg zu seinem Heimerfolg in Silverstone.
Nicht zu stoppen: Lewis Hamilton auf dem Weg zu seinem Heimerfolg in Silverstone.Foto: rtr

Lewis Hamilton erfüllte sich am Sonntag endlich seinen Traum: Der Brite feierte beim Grand Prix in Silverstone vor 140.000 Zuschauern einen Heimsieg. „Absolut unglaublich, ich bin überglücklich“, freute er sich nach der Zieldurchfahrt. Hamilton machte auf der Auslaufrunde Ausflüge neben die Strecke und verwöhnte seine Fans mit ein paar Showeinlagen. „Danke an euch alle, dass ihr gekommen seid, danke für die Unterstützung, ich wollte unbedingt für euch gewinnen“, bedankte er sich auf dem Podium, „ich habe auch auf jeder Runde gesehen, wie ihr mir zugejubelt habt.“ Auch seine Strategie sei perfekt gewesen: „Ich glaube, ich habe zum allerersten Mal zweimal den perfekten Zeitpunkt für meinen Boxenstopp erwischt.“
Dabei hatte das zeitweise recht turbulente Formel-1-Rennen für den Briten nicht gut begonnen: Aus der Poleposition bekam er seinen Start nicht optimal hin, so dass ihn der Brasilianer Felipe Massa aus der zweiten Reihe übertölpeln konnte. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase – im Hinterfeld hatte es zwischen einem McLaren und einem Lotus gekracht – versuchte Hamilton einen etwas zu ungestümen Angriff auf den Williams-Piloten, so dass er am Ende einen weiteren Platz an Massa-Teamkollege Valtteri Bottas verlor.

Doch in der Boxenstopp-Phase holte sich der Weltmeister dank guter Strategie und einer sehr schnellen ersten Runde auf den neuen Reifen die Führung zurück. Nico Rosberg dagegen, am Start schon auf Platz vier zurück gefallen, konnte sich nicht an den beiden Williams vorbei schieben. „Die waren schon eine Blockade, da war ich schon enttäuscht, dass ich da keine Chance hatte, irgendwie vorbei zu kommen“, sagte Rosberg.

Lewis Hamilton hat nun wieder 17 Punkte Vorsprung auf Nico Rosberg

Erst als es nach gut einer Stunde leicht zu regnen anfing, konnte Rosberg den Vorteil seines Mercedes nutzen: Er ließ beide Williams hinter sich und schob sich wieder auf den zweiten Platz. Dennoch: Der Rückstand in der Weltmeisterschaft auf Teamkollege Hamilton ist auf 17 Punkte angewachsen, der psychologische Aufschwung der letzten Wochen mit drei Siegen in vier Rennen erst einmal gestoppt.

Währenddessen war der Sieg für Hamilton der perfekte Abschluss eines Wochenendes, das alles andere als gut begonnen hatte. „Am Freitag war ich wirklich verloren, da passte das Auto überhaupt nicht“, sagte Hamilton. Was den Weltmeister kurzfristig aus dem Konzept brachte. So beschwerte er sich zum Beispiel darüber, dass ihn der Geruch der Farbe, die die Teams für Aerodynamik-Messungen verwenden, so störe, dass er am liebsten aus dem Auto aussteigen wolle. Doch über Nacht brachte dann konzentrierte Arbeit mit den Ingenieuren „einige Fehler zu Tage, wir haben das Auto massiv umgebaut, vor allem im mechanischen Bereich“ – und ab Samstag passte es dann. Hamilton sicherte sich mit einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Nico Rosberg die Poleposition – was den Deutschen schon ein bisschen frustrierte, „weil ich wirklich dachte, meine Runde sei so perfekt gewesen, dass Lewis die kaum schlagen kann“.

Sebastian Vettel nach genialem Strategieschachzug auf Platz drei

Sebastian Vettel hatte nach einem Fehler im Qualifying nur Rang sechs belegt, geschlagen auch von Teamkollege Kimi Räikkönen – und verlor in der ersten Phase des Rennens sogar noch weitere drei Plätze, „einmal habe ich da wohl auch ein bisschen gepennt“. Er kämpfte sich dann aber wieder heran – ehe ihm ein genialer Strategieschachzug den Sprung auf Platz drei ermöglichte. Als der Regen endgültig kam, wechselte Vettel zusammen mit Hamilton sehr früh auf die Intermediate-Reifen – und machte in der einen Runde, in der die Konkurrenz auf immer nasser werdender Strecke noch auf Trockenreifen herum schlitterte, so viel Zeit gut, dass er sich vor die beiden Williams setzen konnte. „Ohne den Regen wären wir nicht auf dem Podium gestanden“, sagte Vettel. „Aber das ist eben das englische Wetter.“ Sein Team habe den richtigen Moment für den Reifenwechsel erwischt – „das war optimale Teamarbeit“. Wirklich gerechnet mit einem Podestplatz hatte Vettel nicht mehr. Und der Heppenheimer gab sogar zu, ein derart „perfektes Ergebnis“ nicht so richtig verdient zu haben.

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