Sport : Formel 1: Interview: Besiegt durch eigene Fehler

In den beiden zurückliegenden Jahren hie&szli

Norbert Haug (48) hat es in dieser Saison nicht einfach: Die gewohnten Erfolge blieben oft aus, peinliche Niederlagen musste er erklären und immer wieder betonen, dass das Potenzial bei McLaren-Mercedes noch vorhanden sei.

In den beiden zurückliegenden Jahren hieß der Sieger beim Formel-1-Grand-Prix in Silverstone jeweils David Coulthard in einem McLaren-Mercedes. Kann der Schotte am kommenden Sonntag erneut gewinnen?

Natürlich. Man hat zuletzt beim Grand Prix in Magny-Cours gesehen, dass unser Gesamtpaket wieder stärker war als noch davor am Nürburgring.

Sie glauben also, dass die Silberpfeile eigentlich gar nicht wesentlich schlechter sind als in der Vergangenheit?

Wir waren 1998 und 1999 deutlich überlegen. Aber auch unser diesjähriges Paket ist gut genug, um ganz vorn zu sein, wenn wir alle Komponenten richtig auf den Punkt zusammen bekommen. Und das scheint diesmal schwieriger und kritischer zu sein als früher.

Gibt es dafür eine Erklärung?

Da spielen die Regeländerungen eine Rolle, die neue Aerodynamik, die immer komplexer und diffiziler wird, aber auch die ganzen elektronischen Komponenten, die jetzt erlaubt sind.

Trotzdem - die Fehler im Team haben sich gehäuft: Probleme mit der Startautomatik, eine Schlamperei am Coulthard-Auto, ein Montage-Fehler am Getriebe bei Häkkinen. Wird so etwas vom Druck des Misserfolgs befördert?

Unsere Fehler als Schlamperei zu bezeichnen, wird der Arbeit unserer Techniker und Mechaniker nicht gerecht. Aber sicher haben sich Fehler, besonders am Start, so gehäuft, dass wir Kritik verdient haben.

Wie regelt man so etwas - wenn sich beim Partner McLaren die Probleme häufen?

Zum Thema Online Spezial: Formel 1 Wir sind ein Team, in guten und in schlechten Zeiten. Im vorigen Jahr zum Beispiel haben wir die WM vor allem durch unsere drei Motorschäden verloren. Öffentliche Schuldzuweisungen gab es dennoch nicht. Harte, konstruktive Kritik sehr wohl und dabei hält keiner der Partner zurück.

Und intern - ihr Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert hat Umstrukturierungen gefordert?

Da geschieht mittelfristig etwas und ist bereits geschehen, wo es um die Konzentration der Kräfte geht. Aber auch das ist ein interner und kein externer Prozess.

Wie kann sich eigentlich Mika Häkkinen in diesem Jahr - Rücktrittsgerüchte hin oder her - noch motivieren, bei soviel Pech?

Mika sagt, dass es unglaublich ist, was ihm 2001 alles passiert ist. Aber das Tolle an ihm ist, dass das seine Moral nicht bricht. Er hat viele gute Rennen und lange Erfolgsphasen gehabt in den letzten Jahren und die will er wieder. Er kann jetzt befreit auffahren. Wenn wir ihm das technische Paket liefern, dann kann er zeigen, dass er gut, schnell und siegreich ist. Er tritt nicht zurück.

Aber vor Coulthard gewinnen darf er jetzt wohl nicht mehr...

Die Punktesituation ist eindeutig. Aber bis jetzt sind wir in diesem Jahr noch nie in eine Situation gekommen, in der das Thema Stallorder überhaupt akut geworden wäre.

Was ist denn für Ihr Team in der WM noch realistisch?

Ziel ist es, den 31-Punkte-Rückstand aufzuholen. Uns ist natürlich klar, dass wir keine tolle Ausgangsposition haben. Wir haben auch 2000 in sieben Grand Prix 20 Punkte Rückstand aufgeholt.

Wie kommentieren Sie Schlagzeilen, in denen Ihre Silberpfeile als "Stotterpfeile" oder "Silberpfeifen" bezeichnet werden?

Die Antwort darauf kann nur über die eigene Leistung auf der Strecke gegeben werden. Durch eigene Fehler haben wir uns in den ersten zehn Grand Prix des Jahres häufiger selbst geschlagen, als dies die Konkurrenz mit uns getan hätte.

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