Sport : Formel 1: "Irgendwann wird es passieren"

Michael Schumacher kann diesen Sonntag Ihren Rekor

Alain Prost (46), Betreiber des gleichnamigen Rennstalls mit dem Deutschen Heinz-Harald Frentzen, ist einer der erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte. Prost war viermal Weltmeister (1985, 86, 89, 93) und hat 51 Grand-Prix-Rennen gewonnen - so viele wie kein anderer Fahrer. An diesem Wochenende hat Michael Schumacher die Gelegenheit gleichzuziehen.

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TED: Nach welchem Rennen wird Michael Schumacher Weltmeister?
Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Michael Schumacher kann diesen Sonntag Ihren Rekord von 51 Grand-Prix-Siegen einstellen und - so wie Sie - den vierten WM-Titel erringen. Bedeutet Ihnen das etwas?

Ich verfolge natürlich, was Michael und Ferrari machen, wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Es ist klar, dass beide, Michael und Ferrari, den Erfolg verdienen, den sie haben, und es ist nur natürlich, dass es jetzt irgendwann passieren wird. Es ist schon schwer, einmal Weltmeister zu werden, erst recht viermal. Ich weiß nicht, ob Michael es sechs- oder siebenmal schaffen kann. Wir werden sehen.

Glauben Sie, dass es zu Ihrer Zeit schwerer war?

Die ganze Situation war anders. Und zu Zeiten von Fangio und Clark war es noch anders. Es ist sehr schwierig, da Vergleiche zu ziehen. Sicher sieht es heute so aus, als ob zu meiner Zeit die Konkurrenz größer gewesen wäre, weil die Technik noch ganz anders war und die Fahrer sich auch anders verhalten haben. In einer gewissen Phase der Turbo-Ära war man schon gut, wenn man fünf Rennen im Jahr beendet hat. 1982 haben neun, zehn Fahrer ein Rennen gewonnen. Das könnte heute nie mehr passieren. Ein Team wie unseres wird McLaren, Ferrari oder Williams in den nächsten drei Jahren nicht schlagen können. Das ist einfach unmöglich. Aber ich weigere mich einfach, verschiedene Fahrergenerationen miteinander zu vergleichen. Von den heutigen Piloten ist Michael Schumacher mit Sicherheit einer der besten oder sogar der beste.

Haben Sie das Gefühl, dass ihm ein bisschen die Konkurrenz fehlt?

So wie Ferrari jetzt organisiert ist, sind die schon sehr stark. Aber das ist ja zumindest zum Teil auch Michaels Verdienst. Und dafür, dass die anderen vor allem in diesem Jahr teilweise nicht optimal gefahren sind, kann er ja nichts.

Schumacher sagt immer, er mache sich nichts aus Zahlen und Statistiken. War das bei Ihnen genauso?

Ich habe schon immer ein bisschen auf die Statistik geschaut. Man muss unterscheiden: Wenn man ein Auto hat wie er jetzt oder auch ich zu einer gewissen Zeit, mit dem man theoretisch jedes Rennen gewinnen kann, dann schaut man natürlich während des Wochenendes, während des Rennens nicht auf Zahlen und Statistiken. Man konzentriert sich darauf, den Grand Prix zu gewinnen. Aber nach dem Rennen interessiert es einen schon. Und so wird das auch bei Michael Schumacher sein. Davon bin ich überzeugt.

Von Michael Schumacher zu Heinz-Harald Frentzen. Der sitzt an diesem Wochenende zum ersten Mal in Ihrem Auto: Wie sind die ersten Eindrücke?

Ich war schon ein bisschen stolz, ihn in unserem Auto zu sehen. Aber ich weiß natürlich, dass speziell dieses Wochenende schwierig ist, weil Heinz vorher nur 50 Kilometer testen konnte. Er fährt das erste Mal mit einem neuen Motor, einem neuen Auto, neuen Reifen, ist mit einer neuen Arbeitsweise konfrontiert. Außerdem ist unser Auto normalerweise schon etwas schlechter als der Jordan, deshalb ist es sicher auch psychologisch schwieriger. Aber er macht für den Anfang einen sehr guten Job, lernt, das Auto, die Elektronik, die Traktionskontrolle zu verstehen, ohne zu viel zu riskieren, und ist schnell, wenn es darauf ankommt.

Kann das erste Rennen ohne genügende Vorbereitung immer nur ein Kompromiss sein?

Irgendwie schon, ja. Aber Heinz ist ein Top-Pilot, einer der besten in der Formel 1. Er kann das schaffen. Wir haben keine Servolenkung, das macht es auch körperlich anstrengender, aber es kann alles nur besser werden. Das Wichtigste ist, dass er sich im Team wohl fühlt und gut mit den Ingenieuren zusammenarbeitet. Ich hoffe, gemeinsam bringen wir das Team nach vorne. Die Motivation auf beiden Seiten ist auf jeden Fall da. Wir wollen beweisen, dass unser Auto besser ist, als es bisher aussah, und er will zeigen, dass es unfair von Jordan war, ihn rauszuwerfen.

Haben Sie eine Option für nächstes Jahr?

Nein, wir hatten eine sehr faire Diskussion, haben jetzt erst einmal einen Vertrag bis Ende der Saison, hoffen aber, sehr bald mit ihm über nächstes Jahr reden zu können. Ich wollte ihn zu nichts verpflichten, er muss die Freiheit haben zu entscheiden, und er muss auch erst sehen können, was wir für nächstes Jahr anbieten können, bevor wir ernsthaft darüber verhandeln.

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