Sport : Formel 1: Kommentar: Mehr als nur ein Seelentröster

Frank Bachner

Bayern-Land, trauriges Land? Bayern München verliert 0:1 in Mönchengladbach, der 1. FC Nürnberg 0:2 in Dortmund, und die Münchner Löwen, sakra!, 0:4 gegen Kaiserslautern. Wie schön, dass es die Formel 1 gibt. BMW sitzt in München und Ralf Schumacher in einem BMW-Williams. Klarer Sieg in Hockenheim. Der Rest: abgehängt. Gut, BMW-Partner Williams sitzt zwar nicht in München, aber da sind die bayrischen Sportfans nicht kleinlich.

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Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Der Erfolg von Hockenheim fiel so souverän aus, dass er manchen BMW-Fans den Blick für die Wirklichkeit verstellen könnte. Vielleicht träumen sie jetzt davon, dass BMW in den restlichen Rennen auch alles abräumt und die Marke in Kürze zum Maß aller Dinge wird. Nein, so einfach ist das nicht. Der riesige Vorsprung von BMW-Williams im Qualifying und von Ralf Schumacher im Rennen taugt nicht als Beweis für zukünftige Dominanz der bayerischen Autobauer. In Hockenheim war ein BMW-Williams-Sieg fast programmiert. Der Kurs mit seinen langen Geraden ist ideal für das Team. Der extrem starke Motor aus Bayern treibt die BMW-Williams zu Geschwindigkeiten, die kein Konkurrent erreicht.

BMW-Williams fuhr in Hockenheim mit den gleichen Autos wie vor ein paar Wochen in Silverstone. Dort fuhren Ralf Schumacher und sein Teamkollege Juan-Pablo Montoya in der Qualifikation nur auf die Plätze acht und zehn. Von konstant exzellenten Ergebnissen ist BMW-Williams noch weit entfernt. Montoya und Schumacher erreichten noch nicht einmal in jedem zweiten Rennen das Ziel. Das ist auch der Preis des hohen Risikos, welches das Team zu Saisonbeginn einging. BMW-Williams wollte unbedingt ganz nach vorn und baute ein Auto am Limit. Dieses Auto ist anfällig.

Aber BMW-Williams ist auf dem Weg nach ganz vorne. Geld ist vorhanden, Know-how auch und mit Ralf Schumacher inzwischen ein Siegfahrer. Schumacher will im nächsten Jahr unbedingt um den WM-Titel fahren. Spätestens dann will BMW-Williams mehr sein als nur ein Seelentröster für enttäuschte Fußballfans.

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