Formel 1 : Land der Autofahrer

Auftakt in Australien: Am Sonntag beginnt die neue Saison in der Formel 1. Mit fünf Stammpiloten stellt Deutschland die stärkste Fraktion im Grand-Prix-Feld – jeder hat unterschiedliche Ambitionen.

Nico Rosberg sieht sich technisch auf "einem sehr gutem Niveau"
Nico Rosberg sieht sich technisch auf "einem sehr gutem Niveau". -Foto: dpa

Nick Heidfeld


Der Mönchengladbacher hat wohl die besten Aussichten, ganz vorne zu landen. Und langsam wird es auch Zeit: Als Zweiter oder Dritter stand er bereits auf dem Podest, doch nun will sich der inzwischen 30-Jährige endlich den Traum vom ersten Grand-Prix-Sieg erfüllen. Dass der neue BMW-Sauber auf Anhieb nicht alle Erwartungen erfüllte, war zwar ein Rückschlag, aber der akribische Arbeiter hat in den vergangenen Wochen mit seinen Ingenieuren schon deutliche Verbesserungen erreicht. „Bei den ersten Rennen werden wir aus eigener Kraft noch nicht um den Sieg mitfahren können“, sagt Heidfeld. „Aber ich hoffe, dass sich das im Laufe der Saison ändern wird.“

Adrian Sutil
Das Ziel für den Hobby-Pianisten ist klar: Bei seinem alten Team mit neuem Namen – aus Spyker wurde Force India – muss er Giancarlo Fisichella schlagen. Der erfahrene Italiener ist ein anderes Kaliber als seine bisherigen Teamkollegen. Aber diese Hürde muss der selbstbewusste Gräfelfinger, der sich selbst schon in der Liga der Toppiloten sieht, nehmen. Das heißt auch: den Speed beibehalten, mit dem er 2007 immer wieder überraschte – aber auch die Anzahl der unnötigen Fehler und Unfälle reduzieren. Mit dem erhöhten Budget könnte es für Force India auch von den letzten Plätzen nach vorne gehen. Sutil glaubt: „Honda sollte für uns in Reichweite sein.“

Sebastian Vettel
Für den Heppenheimer gilt in seiner ersten kompletten Formel-1-Saison, an die Highlights vom Saisonende 2007 anzuknüpfen. Da nutzte er vor allem das Wetterchaos in China, um auf sich aufmerksam zu machen. Generell scheint sein Team Toro Rosso in diesem Jahr eher Anschluss an das Mittelfeld und die Punkteränge gefunden zu haben. Teamchef Gerhard Berger ist vor allem vom Einsatz des 20-Jährigen begeistert: „Seit er bei uns ist, herrscht hier eine ganz andere Stimmung.“ Vettel festigt seine Position als Teamleader auch dadurch, dass er seinen neuen Kollegen, den viermaligen Champcar-Meister Sébastien Bourdais, bisher fast immer hinter sich ließ.

Timo Glock
Dem Rückkehrer, der 2004 schon einmal vier Grand Prix bestritt, steht nach seinem Meistertitel in der Talentserie GP2 eine schwierige Aufgabe bevor. Er muss als Nachfolger von Ralf Schumacher Toyota so viel neuen Schwung verleihen, dass es dort nach Jahren der Stagnation endlich einmal aufwärts geht. Dafür würde er sogar „unter der Werkbank in der Fabrik“ schlafen. Dass er trotzdem in seinem ersten Toyota-Jahr nicht um Siege mitfahren wird, darauf ist er vorbereitet: „Wenn ich einigermaßen regelmäßig in die Punkte kommen könnte, wäre ich schon zufrieden.“ Sein Problem: Der widerspenstige Toyota passt nicht zu seinem Fahrstil.

Nico Rosberg
Der Kosmopolit mit dem deutschen Pass könnte die große Überraschung der Saison werden. Nicht nur sein Chef Frank Williams stellt den 22-Jährigen auf eine Stufe mit Lewis Hamilton. In der Qualifikation ist der in Wiesbaden geborene, in Monaco aufgewachsene Sohn des finnischen Formel-1-Idols Keke Rosberg tatsächlich bereits anerkannt einer der Stärksten im Feld. In diesem Jahr scheint er nun auch im Rennen bessere Chancen zu haben, denn sein Williams-Toyota erweist sich auf die Distanz offenbar als konkurrenzfähig. Dass er Nick Heidfeld den Titel des besten Deutschen streitig machen will, hat der selbstsichere Rosberg jedenfalls schon mal angekündigt.

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