Formel 1 : Mercedes siegt in einem spektakulären Rennen

Die Formel 1 feiert beim Sieg von Hamilton in Bahrain eine kleine Auferstehung.

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Der Engländer fährt voraus, der Deutsche hinterher. Wie schon in Sepang war auch das Rennen in Bahrain vom teaminternen Mercedes-Duell geprägt. Lewis Hamilton gewann es wieder vor Nico Rosberg.
Der Engländer fährt voraus, der Deutsche hinterher. Wie schon in Sepang war auch das Rennen in Bahrain vom teaminternen...Foto: imago/LAT Photographic

Das Feuerwerk, das die Zieldurchfahrt des Grand Prix in Bahrain begleitete, galt diesmal nicht nur dem Sieger. Lewis Hamilton gewann zum zweiten Mal innerhalb einer Woche vor Nico Rosberg, doch die gesamte Formel 1 durfte sich angesichts des spektakulären Verlaufs des Nachtrennens als Sieger fühlen. Denn allen Unkenrufen und Befürchtungen zum Trotz schaffte es die „neue“ Formel 1 mit ihrer teilweise umstrittenen Hochtechnologie, den Fans diesmal eine wirklich tolle Show zu bieten. Mit zahlreichen vor allem teaminternen Zweikämpfen, aggressiven Überholmanövern und einer äußerst spannenden Schlussphase.

Die gab es vor allem deshalb, weil das Safety-Car 16 Runden vor Schluss auf die Strecke musste. Pastor Maldonado im Lotus hatte den Sauber von Esteban Gutierrez seitlich torpediert und in die Luft katapultiert. Gutierrez überschlug sich, landete aber zum Glück wieder auf den Rädern und konnte sich nach einigen Schrecksekunden auch selbst aus dem Auto befreien. Eine erste Untersuchung im Medical Centre ergab keinerlei Verletzungen, dennoch wurde der Mexikaner zu weiteren Checks erst einmal vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht.

Durch das Safety-Car lagen so aber beim Re-Start zehn Runden vor Schluss alle Fahrer wieder ganz eng beieinander, vorher geplante und durchdachte Strategien waren über den Haufen geworfen. Für Nico Rosberg auf Platz zwei hinter Hamilton und die Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo auf den Rängen fünf und sechs boten sich nun wieder neue Perspektiven. Denn die waren zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zu ihrer Konkurrenz mit den weichen, schnelleren Reifen unterwegs. So rechneten die meisten Experten damit, dass Rosberg, der aus der Pole-Position den Start gegen Hamilton verloren hatte, nun doch noch gewinnen könnte. Doch Hamilton wehrte alle Attacken glänzend ab, Rosberg kam nicht vorbei und war am Ende sichtlich frustriert. „Ich mag es überhaupt nicht, hinter Lewis zu landen“, sagte er schon bei den Siegerinterviews – zwar mit einem gequälten Lächeln, aber doch deutlich enttäuscht über die Niederlage. Auch während der Siegerehrung stand er immer noch kopfschüttelnd da, sein einziger Trost bestand darin, „dass wir heute wirklich ein tolles Rennen geboten haben.“

Mercecdes-Sportchef Toto Wolff hatte bereits im Vorfeld immer wieder betont, dass es bei den Silberpfeilen keine Teamorder geben würde, dass die beiden Piloten frei gegeneinander kämpfen dürften, die einzige „Anordnung“, die es dann am Ende an beide gab, lautete: „Sorgt bitte dafür, dass wir beide Autos nach Hause bringen.“ Sieger Hamilton war jedenfalls begeistert: „Es war ein aufregendes Rennen. Nico ist fantastisch gefahren, sehr fair. Es war wirklich schwierig, ihn hinter mir zu halten.“

Sebastian Vettel kämpfte trotz der weichen Reifen am Ende etwas auf verlorenem Posten. Der Weltmeister hatte schon im Qualifying durch technische Probleme nur Startplatz elf belegt, im Rennen fehlte es ihm von Anfang an massiv an Speed auf der Geraden, auch im Vergleich zu seinem Teamkollegen Ricciardo, „und in der Endphase ging da immer weniger. Wir müssen analysieren, was da los war.“ Mit Platz sechs hinter Force-India-Pilot Nico Hülkenberg musste er sich letztlich begnügen, während Ricciardo nur 0,4 Sekunden auf Sergio Perez im zweiten Force India und den dritten Podestplatz fehlten. „Daniel hat wieder eine tolle Leistung gebracht, eine Runde hat uns gefehlt, dann hätte es mit dem Podium geklappt“, meinte Red-Bull-Motorsportkoordinator Helmut Marko. Bei Vettel glaubte er erkannt zu haben, dass dessen Auto etwas zu tief gelegen hätte. Teamchef Christian Horner fand trotzdem nicht alles schlecht: „Wir sind auf einer Strecke, die für uns wirklich extrem schwierig ist, noch mit einem blauen Auge davon gekommen.“

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