Formel 1 : Modell 248 F1 soll Schumacher Titel zurückbringen

Mit neuer Bescheidenheit und alter Tradition wollen Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und Ferrari ihre Vorjahres-Schlappe auswetzen und den kläglich verspielten Titel zurückerobern.

Mugello - Anders als in den vergangenen Zeiten verzichtete die Scuderia bei der offiziellen Vorstellung des Modells 248 F1 für die am 12. März startende Saison in Mugello auf eine große Show. «Ich mag solche Präsentationen», sagte Schumacher, der schon vor der eigentlichen Enthüllung am Dienstagmittag auf der Rennstrecke in der Toskana etliche Runden mit seinem neuen Rennwagen gedreht hatte. «Es ist besser herumzufahren als herumzustehen.»

Mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen 248 F1 kehrt Ferrari zu einer alten Tradition zurück. Kombiniert wurden die Zahlen für den Hubraum (2,4 Liter) und die Zylinder (8) des Motors. In den vergangenen Jahren hatte das italienische Traditionsteam seine Formel-1-Autos nach der jeweiligen Jahreszahl benannt, also zuletzt F2005. «Man muss 'mal etwas anderes machen. Auch den Namen des Wagens: Alle dachten, er würde F2006 heißen, aber wir haben ihn 248 F1 getauft», sagte Ferrari-Chef und Fiat-Präsident Luca di Montezemolo.

Mit seinem neuen roten Renner ist Schumacher zufrieden, ohne allerdings in Euphorie zu fallen. «Der erste Eindruck ist gut. Ob wir konkurrenzfähig sind, muss sich zeigen», sagte der siebenmalige Champion, nachdem der Wagen auf der Start- und Zielgeraden bei Minus zwei Grad vor etwa 30 Journalisten und 200 Gästen enthüllt worden war. Auf die Frage, worauf er sich 2006 am meisten freue, antwortete Schumacher: «Auf das Ende des Jahres - wenn wir hoffentlich bei der Preisverleihung dabei sind.» Erste Erfahrungen mit dem 248 F1 hatte der 84-malige Grand-Prix-Sieger am Montag vergangener Woche bei der Jungfernfahrt in Fiorano gemacht. Auch sein neuer Teamkollege Felipe Massa fuhr den Wagen schon.

Augenscheinlichste Veränderung ist die Position der Seitenspiegel, die weit außen an den Seitenkästen montiert sind. Dort sind die Lufteinlässe kleiner. Das Heck wirkt kompakter, da in der neuen Saison Motoren mit nur noch acht statt zehn Zylindern vorgeschrieben sind. «Er klingt so rau wie die Stimme von Tina Turner», meinte Schumacher. Über die Leistung des Triebwerks schwieg sich Ferrari aus. Sie dürfte zwischen 720 und 750 PS liegen. Zudem prangt an der Autonase ein neuer Aufkleber. Der Spirituosenhersteller «Martini» ist neuer Sponsor.

Mit der nüchternen Atmosphäre bei der Vorstellung signalisierte Ferrari den Widersachern, dass die Scuderia für die Rückkehr zur Spitze sehr hart arbeitet. «Wir waren 2005 langsamer als die Konkurrenz. Ich hoffe, dass wir das in diesem Jahr besser machen», sagte Technik-Direktor Ross Brawn.

In der vergangenen Saison musste sich Ferrari nach sechs Konstrukteurs-Titeln hintereinander mit Platz drei hinter Renault und McLaren-Mercedes begnügen. Schumacher, der fünf Weltmeisterschaften in Serie gewonnen hatte, wurde ebenfalls nur Dritter hinter seinem spanischen Nachfolger Fernando Alonso im Renault und McLaren- Mercedes-Mann Kimi Räikkönen.

«Dieses Jahr ist eine große Herausforderung, vor allem in technischer Hinsicht», sagte di Montezemolo. Besonders die Zuverlässigkeit sei wichtig. Doch noch wichtiger ist für ihn die Personalie Schumacher: «Michael sollte noch mindestens zwei weitere Jahre in der Formel 1 fahren. Wir wären sicher traurig, wenn er sich entscheiden würde aufzuhören», sagte der Italiener. Letztlich treffe Schumacher aber alleine die Entscheidung. Wegen der Kälte in Europa flüchtet Ferrari für Testfahrten in wärmere Gefilde. Auf dem Programm stehen unter anderem ab dem 12. Feburar Tests im Wüstenstaat Bahrain, wo die Saison am 12. März beginnt. Auch im zweiten Rennen in Malaysia und anschließend in Melbourne werden höhere Temperaturen erwartet. (Von Gero Breloer und Felix Borkowski, dpa)

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