Formel 1 ohne Bernie Ecclestone : Raus aus der Sackgasse!

Unter Bernie Ecclestone war die Formel 1 zuletzt eher langweilig und teuer statt spannend und innovativ. Nun muss es endlich die dringend notwendigen Reformen geben. Ein Kommentar.

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Halbleere Tribünen wie hier beim Grand Prix von Kanada in Montreal sind inzwischen nicht selten in der Formel 1.
Halbleere Tribünen wie hier beim Grand Prix von Kanada in Montreal sind inzwischen nicht selten in der Formel 1.Foto: dpa

Eigentlich wollte Bernie Ecclestone mit den Füßen voran aus dem Fahrerlager getragen werden. Eine Formel 1 ohne den 1,60 Meter kleinen Briten schien vor allem für ihn selbst undenkbar. Nun ist genau das passiert: Ecclestone ist seit Montag nicht mehr Geschäftsführer der immer noch wichtigsten Motorsportserie der Welt. Nach 40 Jahren Alleinherrschaft ist das zuallererst eine gute Nachricht. Denn die Formel 1 war in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr innovativ und aufregend, sondern eher langweilig und teuer. Ecclestone hat sich gegen alles gesträubt, was seine Macht hätte untergraben können. Stattdessen machte er sich für Rennen in politisch umstrittenen Austragungsorten stark und stellte dafür Traditionsstrecken in Frage. Auch wegen Ecclestone gibt es beispielsweise 2017 keinen Grand Prix mehr in Deutschland.

Die neuen Eigentümer müssen allerdings erst einmal zeigen, ob sie die Formel 1 wirklich aus der Krise führen können. Vor allem die kleineren Teams haben große Hoffnungen, dass die Rennserie unter der Regie von Liberty Media endlich gerechter wird. Nicht zuletzt wäre es auch im Sinne der Fans, wenn eine Weltmeisterschaft künftig wieder zwischen mehr als nur zwei Mercedes-Fahrern entschieden werden würde und echte Überraschungen nicht von vornherein ausgeschlossen sind. Letztlich sollte es in der Formel 1 doch darum gehen, den besten Fahrer zu ermitteln und nicht das beste Auto immer noch besser zu machen. Dazu müsste allerdings das bisherige Geldverteilungssystem mindestens mal überdacht werden. Auch die zuletzt immer verwirrenden Regeln bedürfen einer Vereinfachung. Und was spricht eigentlich dagegen, wieder mehr als einen Reifenhersteller in der Formel 1 zuzulassen?

Das alles wird es nicht von heute auf morgen geben, aber die Formel 1 braucht eine Vision. Unter Bernie Ecclestone hatte sie sich zuletzt gewaltig verfahren. Jetzt gilt es, einen Weg aus der Sackgasse zu finden. Einen 86-jährigen Autokraten braucht sie dafür ganz sicher nicht mehr.

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