Formel 1 : Red Bull sauer auf Renault – fährt Vettel bald Mercedes?

Nach vier Motorenschäden liegt Sebastian Vettel aussichtslos hinter Jenson Button zurück. Sein Team ist sauer auf Renault und erwägt einen Wechsel zu einem anderen Motorenlieferanten.

Christian Hönicke

Valencia - Gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden hatte es hinter Sebastian Vettel geknallt. Zwei Renault-Motoren im Heck seines Red Bull hatten während des Rennwochenendes in Valencia ihren Geist aufgegeben, der deutsche Formel-1- Pilot war deswegen punktlos ausgeschieden und im WM-Rennen mit nun 25 Zählern Rückstand auf den führenden Brawn-Fahrer Jenson Button fast aussichtslos zurückgefallen. Offensichtlich ist Red Bull nach nun insgesamt vier Motorschäden im Auto des Deutschen in dieser Saison so verärgert, dass man einen Wechsel zu einem anderen Motorenlieferanten erwägt. In den „Salzburger Nachrichten“ betonte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko, dass von allen sechs Mercedes-Piloten in dieser Saison noch keiner einen Motorschaden gehabt hat: „Das sind Fakten, die man bedenken muss.“ Es gebe gute Argumente sowohl für die Verlängerung mit Renault als auch für einen Wechsel zu Mercedes, erklärte Marko.

Mercedes signalisierte Verhandlungsbereitschaft. Von der Kapazität her sei der Autobauer dazu in der Lage, erklärte Motorsportchef Norbert Haug. Allerdings sind eigentlich nur zwei Teams mit dem gleichen Motor erlaubt, und mit Brawn, Force India und McLaren beliefert Mercedes nur dank einer Sondererlaubnis bereits drei Rennställe. Eine weitere Option wäre Toyota – die Japaner beenden nach der Saison ihre Partnerschaft mit Williams. Außerdem ist da noch Ferrari, das bislang Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso ausstattet. Der künftige Einheitsmotor von Cosworth ist eher als günstiges Einstiegsmodell für kleinere Teams gedacht. Einen Motor seines früheren Arbeitgebers BMW wird Vettel auf keinen Fall bekommen: Die Münchner steigen nach dieser Saison aus der Formel 1 aus.

So oder so wird es Sebastian Vettel in dieser Saison nichts mehr nutzen – in den verbleibenden sechs Rennen muss er mit zwei Renault-Antrieben auskommen. Aus Kostengründen darf jeder Pilot nur acht Motoren pro Saison einsetzen, und Vettel hat schon sechs verbraucht. Für jeden weiteren Motor wird er um zehn Startplätze nach hinten versetzt. Ein solcher Nachteil ist im Titelrennen praktisch nicht auszugleichen – und nach den letzten Vorkommnissen ist er sehr wahrscheinlich (mit dpa). Christian Hönicke

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