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Formel 1 - Rennen in Silverstone : Nico Rosberg ausgeschieden - schwerer Unfall von Kimi Räikkönen

Der Titelkampf in der Formel 1 ist wieder spannend. Lewis Hamilton gewinnt in Silverstone und schiebt sich in der Fahrerwertung bis auf vier Punkte an Nico Rosberg heran. Überschattet wird das Rennen von einem schweren Unfall von Kimi Räikkönen.

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Nico Rosberg muss seinen Mercedes vorzeitig abstellen - erstmals in dieser Saison. Foto: AFP
Nico Rosberg muss seinen Mercedes vorzeitig abstellen - erstmals in dieser Saison.Foto: AFP

Der eine Mercedes rollte auf die Wiese, Nico Rosberg drückte verzweifelt alle möglichen Knöpfe. Dem anderen Silberpfeil jubelten gleichzeitig 120.000 begeisterte Fans zu. In der 30. Runde des britischen Formel-1-Grand-Prix warf ein Getriebeproblem den bis dahin führenden Rosberg abrupt aus dem Rennen. Sein Stallrivale Lewis Hamilton übernahm die Führung und brachte sie dann auch überlegen ins Ziel. Der Brite gewann vor Valtteri Bottas im Williams und Daniel Ricciardo im Red Bull, während Rosberg nach seiner Rückkehr in die Box mit einem Küsschen von der baldigen Ehefrau Vivian wenigstens ein bisschen getröstet wurde.

„Das ist unglaublich. Heute habe ich es allen gezeigt, dass ich wirklich nie aufgebe – danke auch an meine Fans hier, die mich so unterstützt und mir Kraft gegeben haben“, freute sich der Sieger Hamilton auf dem Podest. „Es ist ein unglaubliches Erlebnis, hier bei meinem Heimrennen ganz oben zu stehen.“ Am Samstag hatte der Brite noch wie der große Verlierer ausgesehen, nachdem er sich im Qualifying einen dicken Fehler geleistet hatte. Bei wechselhaften Bedingungen hatte er zunächst die Bestzeit gesetzt, dann aber einen zweiten Versuch abgebrochen, weil er auf der rutschigen Strecke keine Verbesserung mehr für möglich hielt. Eine krasse Fehleinschätzung, und Hamilton musste sehr viel Kritik dafür einstecken. Alle Experten waren sich einig, dass Rosberg wieder einmal bewiesen hatte, der intelligentere und derzeit auch mental stärkere Fahrer zu sein.

Doch der gebürtige Wiesbadener schien schon eine gewisse Vorahnung zu haben, als er „den Tag nicht vor dem Abend“ loben wollte und immer wieder darauf hinwies, dass das ja schließlich erst das Qualifying gewesen sei. Gegen die streikende Technik im Rennen war er machtlos. So kommt er zwar noch als WM-Führender zu seinem Heimrennen nach Hockenheim, doch sein Vorsprung auf den Teamkollegen ist durch den Ausfall von 29 auf vier Punkte geschrumpft.

Kimi Raikkönens Ferrari wird abtransportiert. Der Finne hat sich ersten Angaben zufolge Prellungen am rechten Knöchel und am Knie zugezogen. Foto: dpa
Kimi Raikkönens Ferrari wird abtransportiert. Der Finne hat sich ersten Angaben zufolge Prellungen am rechten Knöchel und am Knie...Foto: dpa

Das Rennen war nach Raikkönens Crash eine Stunde unterbrochen

Das Rennen in Silverstone war direkt nach dem Start wegen eines heftigen Unfalls lange unterbrochen worden. Kimi Räikkönen hatte versucht, mit Gewalt ein paar Plätze gut zu machen, war dabei heftig abgeflogen und hatte dabei ausgerechnet Jubilar Felipe Massa, der hier seinen 200. Grand Prix fuhr, mit abgeräumt. Der Ferrari des Finnen schlug heftig in die Leitplanken ein – Verzögerungskräfte von haarsträubenden 47 G wurden beim Aufprall gemessen. Räikkönen kam aber mit Prellungen an Knie und Knöchel davon.

Die Reparatur der Leitplanke dauerte eine ganze Stunde – danach ging es mit einem Neustart hinter dem Safetycar weiter. Bei Red Bull und Sebastian Vettel hatte man anfangs noch auf einen stehenden Neustart wegen Abbruchs innerhalb der ersten zwei Runden gehofft. Dann hätte der Weltmeister, der beim ersten Mal schlecht weggekommen und auf Platz fünf zurück gefallen war, nämlich wieder von seinem ursprünglichen zweiten Startplatz aus ins Rennen gehen dürfen.

In Runde 29 versagte das Getriebe von Rosbergs Mercedes endgültig

So musste er als Fünfter losfahren und hatte Pech, dass seine Zwei-Stopp-Strategie nicht aufging, weil er nach dem zweiten Boxenstopp hinter Fernando Alonso hängen blieb. Der Ferrari-Pilot verteidigte sich sehr energisch und bekam wie Vettel ein paarmal Warnungen, nicht über die Streckenbegrenzung hinaus zu fahren. Irgendwie schaffte er es aber, den viermaligen Weltmeister zehn Runden lang hinter sich zu halten, ehe sich Vettel dann doch noch vorbeidrücken konnte. Wobei er über Funk schon klar machte, dass er die Manöver des Spaniers als mehr als grenzwertig empfand – natürlich auch verärgert darüber, dass die verlorene Zeit so nicht mehr aufzuholen war und statt des möglichen dritten wieder nur ein fünfter Platz heraussprang.

„Zweimal hat er mich so abgedrängt, dass es gekracht hätte, wenn ich nicht nachgegeben hätte – und das, obwohl ich da mit der Nase vorne war und deshalb eigentlich die Richtung bestimme“, meinte Vettel nachher etwas angesäuert, „und das mit den Warnungen war auch ein bisschen zum Lachen. Ich wusste dass er da offensichtlich meckert und das Team sich beschwert – also habe ich dann das Gleiche getan.“ Gleichzeitig betonte Vettel aber auch: „Das war zwar ein sehr harter Kampf – aber ich habe auf der Strecke auch sehr viel Respekt vor Fernando. Es gibt wohl kaum einen anderen Fahrer, mit dem ich mich trauen würde, so in Millimeter-Distanz Rad an Rad zu kämpfen.“

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