Formel 1 : Rot gewinnt, Silber bekämpft sich

Ferrari feiert in Belgien einen Doppelsieg durch Räikkönen und Massa. Im Duell der McLaren-Mercedes-Piloten drängt Alonso Hamilton auf Platz vier ab.

Karin Sturm[Spa]
Ferrari
Grand Prix in Spa. Ferrari dominiert die Silberpfeile. -Foto: AFP

Um kurz vor halb vier am Sonntagnachmittag fand das Wochenende der roten Triumphe seinen passenden Abschluss. Nach dem juristischen Sieg durch die Verurteilung des WM-Rivalen McLaren-Mercedes feierte Ferrari auch auf der Strecke von Spa-Francorchamps einen ungefährdeten Doppelsieg durch Kimi Räikkönen und Felipe Massa. Der Erfolg beim Großen Preis von Belgien nach der Demütigung durch McLaren beim Heimspiel in Monza bedeutete auch den Gewinn der Konstrukteurs-WM für die Italiener. McLaren hatte alle seine Punkte in dieser Wertung in Folge der Spionage-Affäre verloren.

Als Sieger durfte sich aber auch Fernando Alonso fühlen. Auch wenn der McLaren-Pilot „keine Chance“ sah, „hier mit den Ferrari mitzuhalten“, blieb er als Dritter doch vor seinem Teamkollegen und Titelrivalen Lewis Hamilton, der Vierter wurde. Alonso fasste das Rennen treffend so zusammen: „Das aufregendste war die erste Runde.“ Der Weltmeister behauptete sich in einem knallharten Duell direkt nach dem Start durch die enge Haarnadel La Source und die folgende Hochgeschwindigkeitsachterbahn Eau Rouge. Dass Alonso Hamilton dabei kurzzeitig von der Strecke drängte, sah Ron Dennis nicht so dramatisch. Der Teamchef war sichtlich froh, dass seine beiden Piloten ihm zumindest keinen Crash und damit weiteren negativen Nachrichten beschert hatten. „Das war ein bisschen eng, aber in Ordnung. Es lief alles sauber“, sagte Dennis. Der Abgedrängte sah das naturgemäß anders. „Er hat mich zur Seite geschoben“, sagte Hamilton. „Er hätte genügend Platz gehabt, um mich neben sich zu lassen. Das war kein faires Manöver.“ Alonso freilich verwahrte sich gegen derlei Behauptungen.

Der Spanier verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel und liegt in der Fahrer-WM nun nur noch zwei Punkte hinter dem Führenden Hamilton. Räikkönen folgt weitere elf Punkte dahinter, wohingegen Massa mit 20 Punkten Rückstand auf die Spitze bei noch drei ausstehenden Rennen nur noch theoretische Chancen hat. „Wir haben noch lange nicht aufgegeben“, sagte Räikkönen. „Wir werden in den drei letzten Rennen noch mal richtig Gas geben.“

BMW-Pilot Nick Heidfeld hatte als erneut bester der deutschen Vertreter keine Chance, in den Kampf der großen Vier einzugreifen, war aber mit Rang fünf durchaus zufrieden: „Ich hatte diesmal einen schlechten Start, aber ich habe dann noch das Beste daraus gemacht“, sagte der 30-Jährige. „Mehr als der fünfte Rang wäre sowieso nicht drin gewesen.“ Nico Rosberg wurde direkt dahinter im Williams Sechster – „das ist etwas, was ich mir zu Beginn des Wochenendes nicht erträumt hätte, denn wir haben auf dieser Strecke größere Probleme befürchtet“. Ralf Schumacher kam als Zehnter zwar vor seinem Toyota-Teamkollegen Jarno Trulli ins Ziel, „aber insgesamt überwiegt doch die Ernüchterung, denn wir mussten feststellen, dass wir auch hier letztlich zu langsam waren“. Dafür freute sich Adrian Sutil, der seinen Spyker nach Startplatz 20 durchs halbe Feld auf Rang 14 trieb. „So langsam bekommen wir das neue Auto in den Griff“, sagte Sutil, der zeitweise sogar auf Rang zwölf unterwegs war. „Heute hat alles gepasst, ich konnte endlich mal mit ein paar Leuten wirklich mitfahren und um Positionen kämpfen. Das hat schon eine Menge Spaß gemacht, wenn es jetzt für den Rest der Saison so weitergeht, dann wäre es schon toll.“ Sebastian Vettel schied bereits in der Anfangsphase mit einem Defekt aus. „Wir wissen noch nicht, was es war“, sagte der Toro-Rosso-Pilot. „In Linkskurven war es normal, aber ich konnte nicht mehr nach rechts lenken. Es wurde schlimmer und schlimmer.“

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