Sport : Formel 1: Schnelle Brüder, stolze Eltern

Ralf siegt vor Michael - Der Grand Prix von Kanada wurde am Sonntag zur Formel Schumacher, bei der der kleine Bruder Ralf vor dem großen siegte und damit die Hierarchie auf den Kopf stellte. Trotz der Niederlage gegen Ralf mit 20,2 Sekunden Rückstand durfte sich auch Michael Schumacher als Sieger fühlen, denn er kam der Titelverteidigung im achten Saisonrennen wieder ein Stück näher. Mit 58 Punkten vergrößerte der Weltmeister seinen Vorsprung auf den Schotten David Coulthard, der mit einem Motorschaden an seinem McLaren-Mercedes 14 Runden vor Schluss ausschied und bei 40 Punkten stehen blieb.

"Unsere Eltern werden sehr stolz sein", sagte Michael Schumacher. "Das erste Brüderpaar auf eins und zwei. Den zweiten Sieg für Ralf, für mich sechs sehr wichtigte Punkte. Das ist ein guter Tag für die Familie." Ralf lobte Auto und Reifen als "fantastisch. Es war ein tolles Rennen. Ich habe auf einen Fehler von Michael gewartet, vergeblich. Wir beide haben einen tollen Job gemacht. Dann hat die Boxenstrategie entschieden".

Die Entscheidung im Hochgeschwindigkeitskampf der Brüder fiel im Stehen. Michael ging mit seinem Ferrari bereits in der 46. Runde zum Tanken und Reifenwechsel an die Box. Dies nutzte Ralf fünf Runden lang, um in seinem Williams-BMW einen Vorsprung herauszufahren. Er reichte, um nach eigenem Boxenstopp seinen Bruder endgültig an der Spitze abzulösen. Bis dahin hatte Michael Schumacher das Fahrerfeld angeführt, von der 35. Runde an scharf bedrängt vom Bruder, der seine Überholversuche jedoch immer wieder abbrach.

Für Ralf Schumacher war es nach seinem Erfolg am 15. April in Imola im 74. Grand Prix der zweite Sieg. Durch den Ausfall von Coulthard geht Michael Schumacher mit 18 Punkten Vorsprung in 14 Tagen auf den Nürburgring. Ralf Schumacher (22 Punkte) ist nun Vierter hinter Rubens Barrichello (24). Als Dritter von Montreal sicherte sich der Finne Mika Häkkinen auf seinem McLaren-Mercedes erstmals in dieser Saison einen Platz auf dem Siegertreppchen.

Vor 120 000 Zuschauern gab es einen kollisionsfreien Start, bei dem Michael Schumacher seine insgesamt 38. Poleposition problemlos gegen seinen Bruder und Coulthard verteidigte. In der 20. von 59 Runden über 305,049 km wurden die Karten neu gemischt, als der brasilianische Williams-BMW-Pilot Juan Carlos Montoya in die Barriere knallte und Landsmann Barrichello bei seinem Ausweichversuch ebenfalls an der Leitplanke strandete. Durch den Safety-Car-Einsatz verloren die Schumacher-Brüder ihren 14-Sekunden-Vorsprung auf Coulthard. Doch das half dem Schotten nicht. Am Ende musste er seinen Silberpfeil mit einem Motorschaden abstellen.

Für die beiden anderen deutschen Fahrer wurde der Große Preis von Kanada zum Pech-Rennen. Bereits in der zweiten Runde kam für Nick Heidfeld im Sauber-Petronas nach einem Crash mit dem Briten Eddie Irvine (Jaguar-Cosworth) das Aus. Heinz-Harald Frentzen erlebte das Rennen am Fernseher in Monte Carlo. Dorthin war er nach seinem Trainingsunfall im Jordan-Honda vom Vortag geflogen. Starke Kopfschmerzen machten eine ärztliche Untersuchung notwendig.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben