Formel 1 : Schumacher erobert Pole in Monaco

Mit einer umstrittenen Aktion hat Formel-1- Rekordweltmeister Michael Schumacher am Samstag die Pole Position beim Großen Preis von Monaco gerettet.

Monte Carlo - Auf seiner letzten schnellen Runde in der Qualifikation am Samstag in Monte Carlo blieb der Ferrari-Pilot nach einem angeblichen Fahrfehler mit seinem Auto an einer der engsten Stellen des Stadtkurses, der Rascasse-Kurve, stehen. Die nach ihm kommenden Fahrer - unter anderem Weltmeister Fernando Alonso im Renault - mussten Schumacher ausweichen und hatten keine Chance mehr, die Bestzeit des Kerpeners zu unterbieten.

«Das war ein verrücktes Qualifying mit dem, was kurz vor dem Ende passiert ist», meinte der Kerpener. Der 37-Jährige versicherte, er sei bis zum «Überbremsen» selber noch einmal auf einer schnellen Runde unterwegs gewesen. Die Rennleitung untersuchte das Manöver. Bis zur Entscheidung wollte sich Michael Schumacher außer auf der offiziellen Pressekonferenz nicht mehr äußern. Alonso hielt sich mit Kommentaren ebenfalls zurück. «Ich habe eine Meinung. Aber die sage ich nicht», sagte der 24-Jährige mit versteinerter Miene.

Nach dem zunächst vorläufig geltenden Ergebnis eroberte sich Schumacher in 1:13,898 Minuten zum 67. Mal in seiner Karriere eine Pole Position, die bei keinem anderen Rennen so wichtig ist wie auf dem engen 3,34 Kilometer langen Stadtkurs in dem Fürstentum. Der WM- Führende Alonso war nur 0,064 Sekunden langsamer. Dritter wurde überraschend der australische Williams-Pilot Mark Webber.

"Das ist nicht korrekt"

«Das schmeckt mir nicht. Das ist nicht korrekt. Das ist eines siebenmaligen Weltmeisters nicht würdig», erregte sich Renault- Teamchef Flavio Briatore über seinen ehemaligen Schützling, mit dem er 1994 und 1995 zwei WM-Titel geholt hatte. Ferraris Technikchef Ross Brawn verteidigte Schumacher: «Er hat die Kontrolle über das Auto verloren und in der Linkskurve überbremst. So etwas würden wir absichtlich nicht tun.»

Mit der Pole Position hat Schumacher beste Chancen, am Sonntag (1400 Uhr/RTL und Premiere) zum sechsten Mal in dem Spielerparadies zu gewinnen und mit dem Monaco-Rekordhalter Ayrton Senna gleichzuziehen. Doch sein glänzender Ruf hat möglicherweise wieder ein paar Kratzer abbekommen. Vor dem siebten Saisonrennen führt Alonso die WM-Wertung mit 54 Punkten an vor Michael Schumacher (39) und dem Finnen Kimi Räikkönen (27). Im Team-Klassement ist Renault Erster mit 78 Zählern vor Ferrari (59) und McLaren-Mercedes (42).

Ralf Schumacher scheidet aus

Für die anderen deutschen Piloten lief die Qualifikation durchwachsen. Der in Monaco aufgewachsene und dort auch lebende Nico Rosberg kam im Williams auf Platz zehn. Ralf Schumacher im Toyota schied im neuen Toyota TF 106 B als Elfter in der Qualifikationsrunde ebenso aus wie der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, im vergangenen Jahr Zweiter, im BMW-Sauber als 16. Vorjahressieger Kimi Räikkönen wurde im McLaren-Mercedes Vierter, Teamkollege Juan Pablo Montoya Sechster.

Abgesehen von dem Vorfall am Ende blieb das befürchtete Chaos in der Qualifikation aus. Wegen des neuen Modus hatten etliche Fahrer Sorgen gehabt, dass es in den ersten beiden 15-minütigen Runden zu spektakulären Szenen auf der laut Michael Schumacher «mit Abstand gefährlichsten Strecke der Welt» kommt. Doch nur sein Teamkollege Felipe Massa sorgte für einen Unfall. Der Brasilianer verlor vor dem berühmten Casino die Kontrolle und fuhr in einen Reifenstapel. Wegen des Abtransports des demolierten Autos musste das Ausscheidungsfahren für einige Minuten unterbrochen werden. Massa startet am Sonntag vom Ende des Feldes. (Von Claas Hennig, dpa)

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