Formel 1 : "Schumi" als Berater an der Rennstrecke

Michael Schumacher gibt sich die Ehre. Ausgerechnet im Reich seines Thronfolgers Fernando Alonso kehrt der Formel-1-Rekordkönig zurück an die Rennstrecke - als Ferrari-Berater.

Barcelona - Nachdem der zurückgetretene siebenmalige Weltmeister die ersten drei WM-Läufe nur von der Ferne aus verfolgt hatte, wird Schumacher an diesem Wochenende beim Großen Preis von Spanien zum ersten Mal als Rennrentner und Ferrari-Berater seinen Kollegen am Ort des Geschehens die Daumen drücken. Am Freitag wird er auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona erwartet.

Dort, wo er in seiner einzigartigen Karriere sechs Mal gewinnen konnte, wird er sich wieder seinen Fans zeigen. Und die hatten ihm bereits in der vergangenen Woche bei den Testfahrten gehuldigt. "Schumi, we miss you so much. You will always be the best", war dort auf einem Plakat zu lesen.

Schumachers öffentlicher Auftritt mit Spannung erwartet

Die Fans werden gespannt sein, ihren Helden zu sehen. Die Medien werden interessiert seinen Worten lauschen. Doch klar ist wohl auch: Schumacher, der nach seinem Rücktritt im vergangenen Jahr mittlerweile als sehr gut bezahlter Berater für Ferrari fungiert, wird sich in Sachen Scuderia öffentlich weitgehend zurückhalten. "Er ist derjenige, der im Hintergrund die Strukturen beobachtet und schaut, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt", erklärte Schumachers Medienberaterin Sabine Kehm.

Und bislang spielte der in der Schweiz lebende Kerpener seine Rolle ähnlich perfekt wie zu seinen aktiven Zeiten als Rennfahrer, die er mit sieben Titeln, fünf davon in Serie für die Scuderia, krönte. Höflich und galant weist er konkrete Fragen nach Ferrari meist zurück. Sein letztes Rennen bestritt er am 22. Oktober 2006 als Vierter beim Großen Preis von Brasilien. Über alle Testdaten der Mythos-Marke aus Maranello ist der 38-Jährige seit seiner Berufung als Berater bestens informiert.

Massa: Schumachers Rat immer willkommen

Zumindest mit Felipe Massa telefoniert er aus alter Verbundenheit und auch Freundschaft das eine oder andere Mal. Und im Gegensatz zu Kimi Räikkönen, der Schumachers Platz eingenommen hat und sein Ferrari-Debüt gleich mit einem Sieg in Australien kürte, liegt dem Südamerikaner auch viel daran. "Michael ist weiter ein ganz wichtiger Bestandteil des Teams. Es ist immer schön, ihn zu sehen und seine Einschätzungen zu hören", sagt Massa.

Am Sonntag könnte Schumacher seinem einstigen Nebenmann, der zuletzt in Bahrain die Nase vorn hatte, oder aber Nachfolger Räikkönen persönlich gratulieren - falls Ferrari den dritten Sieg im vierten Saisonrennen feiert. Thronfolger Fernando Alonso, der im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg im Heimrennen bejubelt und Schumacher dabei wie auch in der Gesamtabrechnung auf den zweiten Rang verwiesen hatte, betonte bereits, seinen einstigen Erzrivalen nicht zu vermissen. Schumacher selbst, der sich sportlich auch in der dritten Schweizer Fußball-Kreisliga mit dem FC Echichens II im Kampf gegen den Abstieg fit hält, wird vielleicht beim ersten Rennen als Rentner etwas vermissen. (Von Jens Marx, dpa)

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