Formel 1 : "Schumi wäre so etwas nicht passiert"

Der Ferrari-Rennstall um Fahrer Felipe Massa steht nach der Enttäuschung in Malaysia unter heftiger Kritik aus den italienischen Medien. Berater Michael Schumacher will jedoch nicht eingreifen.

Berlin - Die Stimmung bei Ferrari ist nach nur zwei Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft gereizt. Pilot Felipe Massa steht nach seinem verpatzten Start in Malaysia, bei dem er die Pole-Position verlor, am Pranger der Presse. Doch für Rennstall-Berater Michael Schumacher gebe es keinen Grund einzugreifen. "Es ist nicht seine Aufgabe, einem Fahrer, der in dem Team engagiert ist, zu sagen, du hast da einen Fehler gemacht", sagte Willi Weber.

Die italienische Presse geizt da nicht so mit der Kritik. "Beschämend, Massa hat alles falsch gemacht", urteilte "La Gazzetta dello Sport". Doch damit noch nicht genug der schonungslosen Schelte. "Was für eine Enttäuschung, Ferrari löst sich förmlich auf", titelte die berühmte italienische Sportzeitung weiter. Während anderswo die Glanztat der McLaren-Mercedes-Männer Fernando Alonso (Spanien) und Lewis Hamilton (England) gelobt wird, die in ihren Silberpfeilen die ersten beiden Plätze vor dem finnischen Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen unter sich ausmachten, mutmaßte "La Repubblica": "Ferrari entdeckt seine Angst." Und die Tifosi im Ferrari-Fanclub Maranello wurden wehmütig: "Schumi wäre so etwas nicht passiert."

Kommt jetzt Ross Brawn zurück?

Was genau passiert ist beim Start in Malaysia, als Massa vor allem von Formel-1-Neuling Hamilton vorgeführt worden war, ist unklar. "Ich kenne ihn gut, vielleicht ist einfach sein Temperament mit ihm durchgegangen", meint Schumacher-Manager Willi Weber. Doch ist er zuversichtlich: "Es war immer die große Stärke von Ferrari, Dinge wahnsinnig schnell und konsequent umzusetzen". Auch Teamkollege Räikkönen ist sich sicher: "Im nächsten Rennen werden wir wieder um den Sieg fahren".

Viel Zeit bleibt der Scuderia aber nicht, um den gescholtenen Massa wieder aufzubauen und mögliche weitere Verbesserungen an der "Roten Göttin" durchzuführen. Denn schon an diesem Sonntag steht in Bahrain das dritte Saisonrennen an. Was die längerfristige Planung betrifft, hofft Ferrari indes offenbar auch auf eine Rückkehr von Technik-Guru Ross Brawn, der sich eine einjährige Auszeit genommen hat und an dem Rivale Honda stark interessiert sein soll. "Ross ist offensichtlich frei, aber wir denken, dass es ein Gentlemen's Agreement gibt, dass er zuerst mit uns spricht, bevor er über seine Zukunftspläne entscheidet", wurde ein Ferrari-Sprecher von der britischen Tageszeitung "The Guardian" zitiert. (tso/dpa)

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