Sport : Formel 1: Schwerer Unfall in Spa

Karin Sturm

Es sah furchtbar aus, aber letztendlich hatte die Formel 1 mal wieder alle Schutzengel dieser Welt. Alles, auch der Rekordsieg von Michael Schumacher stand beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps unter dem Eindruck des fürchterlichen Unfalls von Luciano Burti und Eddie Irvine. Die beiden hatten sich bei Tempo über 300 kurz vor der berüchtigten Kurve Blanchimont im Zweikampf berührt und waren frontal in die Reifenstapel geflogen. Doch während Irvine selbst unverletzt aussteigen konnte, musste der Brasilianer aus dem völlig unter Reifenstapeln begrabenen Prost geborgen werden. Eddie Irvine war als einer der ersten an der Unfallstelle, half mit, die Reifen wegzuräumen.

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Schumachers Weg zur WM
Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Zunächst Safety-Car, dann kompletter Abbruch, Fernsehbilder, die immer weiter vom Ort des Geschehens weggingen - Beklommenheit machte sich breit. Sollte das Glück der letzten Zeit die Formel 1 diesmal verlassen haben? Nach einer halben Stunde gab es die erste vorsichtige Erleichterung, als die Nachricht aus dem Streckenhospital kam: Burti ist bei Bewusstsein. Eine weitere halbe Stunde später folgte dann die Information: Er hat eine Gehirnerschütterung und wird mit dem Helikopter in die Universitätsklinik nach Lüttich geflogen. Aber ansonsten soll er keine weiteren Verletzungen außer Prellungen erlitten haben.

Augenzeuge Heinz-Harald Frentzen, der Team-Kollege des 26-jährigen Burti, war nach dem schweren Unfall seines Teamkollegen Luciano Burti beim Großen Preis von Belgien total geschockt. "Ich war dahinter, und es sah grausam aus. Ich war so erschrocken, konnte gar nichts sagen. Ich dachte, es wäre aus. Es war ein unglaublicher Aufprall", sagte der Prost-Pilot nach dem Grand Prix von Belgien und stellte fest: "Dass Burti - in Anführungsstrichen - nur eine Gehirnerschütterung hat, ist ein Wunder für mich."

Michael Schumacher hatte in diesem chaotischen Rennen, das neben dem Unfall auch vom Pech der Konkurrenz geprägt war, keine Gegner. Ungefährdet fuhr vor David Coulthard und dem überraschend starken Giancarlo Fisichella im Benetton den 52. Sieg seiner Karriere heraus und übertraf damit endgültig den Rekord von Alain Prost. "Einerseits war es natürlich praktisch ein perfektes Rennen, aber das Bittere dabei ist natürlich der schlimme Unfall von Luciano. Zum Glück scheint es ihm ja - nach unseren Informationen - einigermaßen gut zu gehen. Das ist das Positive, aber der Unfall hat halt auch wieder gezeigt, dass der Rennsport immer noch eine Menge Gefahren in sich birgt, an denen wir arbeiten müssen."

Schumachers Konsequenzen aus dem Crash: "Es war natürlich ein etwas ungewöhnlicher Unfall, aber die totale Sicherheit werden wir wohl nie erreichen können. Wir müssen jetzt analysieren, ob die Reifenstapel, die an der Stelle ja da sind, um ein Auto abzufangen, Luciano zusätzliche Probleme bereitet haben außer der Tatsache, dass sie die Bergung erschwert haben. Aber ich muss sagen, dass ich denke, dass die Fia und wir Fahrer gerade an dieser Stelle in Sachen Sicherheit gute Arbeit geleistet haben. So, wie die Leitplanken dort noch vor ein oder zwei Jahren gestanden haben, wäre das wohl noch viel schlimmer ausgegangen."

Das Rennen selbst verlief für Schumacher problemlos denn die Konkurrenz hatte es ihm leicht gemacht denn drei Autos waren schon bei den verschiedenen Starts nicht weggekommen. Der erste der Pechvögel war Heinz-Harald Frentzen der am Start signalisierte, dass er nicht losfahren könne. So blieb ihm letztlich nach fantastischem vierten Rang im Training nur ein neunter Platz. Ähnlich erging es den beiden BMW-Piloten Juan-Pablo Montoya und Ralf Schumacher, die gemeinsam in der ersten Reihe vor Michael Schumacher und Frentzen gestanden hatten. Montoya kam beim zweiten Versuch nicht in die Aufwärmrunde, schied dann auch bald mit einem Motorschaden aus. Ralf Schumacher, der am Ende Siebenter wurde, ereilte das gleiche Pech beim dritten Start. "Das und die Tatsache, dass dann auch noch Fisichella Coulthard ziemlich aufgehalten hat, hat das Rennen für mich ziemlich einfach gemacht", sagte Michael Schumacher.

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