Formel 1 : Sutil zahlt Lehrgeld

Mit Adrian Sutil absolviert ein hoffnungsvolles deutsches Talent bei Spyker sein erstes Jahr in der Formel 1. Doch er befindet sich in einem Reifeprozess und musste bisher viel Lehrgeld zahlen.

Formel 1 - GP USA - Adrian Sutil
In seinem ersten Jahr in der Königsklasse muss Adrian Sutil noch viel Lehrgeld zahlen.Foto: dpa

IndianapolisSechs Rennen, drei Unfälle: Neuling Adrian Sutil in seinem Spyker zahlt in der Formel 1 noch Lehrgeld. "Ich muss noch viel lernen. Ich kann in jeder Beziehung noch besser werden, denn ich bin noch nicht voll ausgebildet. Das Ziel muss sein, keine Fehler zu machen und die Rennen vor dem Teamkollegen beenden", sagte Sutil vor dem Großen Preis der USA am Sonntag (19 Uhr/RTL und Premiere) in Indianapolis.

Seinen Teamkollegen Christijan Albers aus den Niederlanden hatte er bislang im Griff. Den Piloten aus dem eigenen Stall zu schlagen, hat für einen Rennfahrer zunächst erste Priorität. Trotzdem war der 24-Jährige bei seinem Team zuletzt in die Kritik geraten. Mittlerweile haben sich die Wogen wieder geglättet. "Es waren Unfälle, die passieren können. Da mache ich mir keinen großen Kopf. Es wird schon bald besser gehen", sagte der Münchner.

Eigentlich war für Sutil eine Karriere als Konzertpianist vorbestimmt. Bis zu seinem 14. Lebensjahr übte er jeden Tag am Klavier. Zehn Jahre später hat es der Münchner bis in die Formel 1 geschafft. Nach dem ersten Saisondrittel ist er sich "ganz sicher" auch im nächsten Jahr noch in der Königsklasse des Motorsports fahren zu können. "Ich habe einen langfristigen Vertrag bei Spyker und fühle mich zur Zeit dort auch sehr wohl", sagte er.

Das erste Jahr als "Lernphase"

Formel 1 - GP USA - Adrian Sutil
Mit dem Spyker-Team nicht gerade privilegiert: Formel1-Rookie Sutil.Foto: AFP

Mit gerade einmal 1500 Kilometern an sieben Testtagen startete Sutil in Australien in das Abenteuer Formel 1. "Gemessen an der Vorbereitung und die wenigen Testkilometer, die ich hatte, bin ich schon zufrieden", sagt er. In Monaco etwa lieferte er im Regen bis zu seinem Ausfall ein starkes Rennen ab.

"Man sollte mir einfach zugestehen, dass ich noch in einer Lernphase bin und Fehler mache, so wie viele andere Piloten im ersten Jahr auch", wirbt er um Verständnis. "Adrian braucht den Lernprozess", sagt sein Manager Manfred Zimmermann und hofft, dass sein Schützling "im nächsten Jahr" gereift ist.

Sutil: "Geld ist nicht der Antrieb"

Für seinen Formel-1-Platz beim Hinterbänkler-Team Spyker musste Sutil im Gegensatz zu anderen Piloten im PS-Zirkus kein Geld mitbringen. Durch die Verpflichtung des jungen deutschen Piloten lockte das niederländische Team Sponsoren an. Reich geworden ist Sutil, der im Vorjahr beim Vorgängerteam Midland F1 drei Mal im Grand-Prix-Training sein Talent beweisen konnte, durch seine Beförderung zum Formel-1-Stammfahrer aber noch nicht. "Geld ist aber auch nicht der Antrieb. Ich möchte bei allem, was ich mache, erfolgreich sein. Wenn es am Ende gut bezahlt wird, habe ich nichts dagegen."

Sutil will für den Erfolg alles geben: "Angst darf man nicht haben, sonst ist man nicht schnell genug", sagte er. Auch nach dem fürchterlichen Kubica-Unfall in Montréal denkt er nicht an die Gefahr beim Fahren: "Damit muss man leben. Und das ist einem auch klar, wenn man mit dem Sport anfängt." (mit dpa)

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