Formel 1 : Testpilotin de Villota nach Unfall in Lebensgefahr

Die Rennfahrerin Maria de Villota ist bei einem Unfall bei Formel-1-Tests schwer verletzt worden. Die Teamkollegin des Deutschen Timo Glock war in einen Laster ihres Rennstalls gerast.

Maria de Villota kämpft nach einem Unfall um ihr Leben.
Maria de Villota kämpft nach einem Unfall um ihr Leben.Foto: dapd

Schock für Timo Glocks Formel-1-Team Marussia: Testfahrerin Maria de Villota kämpft nach einem schweren Unfall um ihr Leben. Die Spanierin raste am Dienstag bei Übungsfahrten auf dem Flugfeld im englischen Duxford in einen Laster ihres Rennstalls. Die 32-Jährige habe sich dabei „lebensbedrohliche Verletzungen“ zugezogen, bestätigte ein Sprecher des Rettungsdienstes. De Villota wurde nach dem Unfall in ein Krankenhaus in Cambridge gebracht.

Die Rennfahrerin sei um 9.15 Uhr Ortszeit am Ende ihrer ersten Installationsrunde mit dem Auto plötzlich mit hoher Geschwindigkeit in den Teamlaster gekracht, hieß es. Augenzeugen zufolge hatten kurz vor dem Crash die Hinterreifen des Rennwagens blockiert. De Villota verlor daraufhin anscheinend die Kontrolle über das Fahrzeug.

Nach dem heftigen Aufprall sei sie nicht in der Lage gewesen, sich selbst aus dem Auto zu befreien. Die sofort alarmierten Sanitäter halfen ihr dann aus dem schwer beschädigten Auto. „Es gab diesen schrecklichen Moment, als alle einfach nur geschockt waren“, berichtete ein BBC-Reporter, der den Unfall mitangesehen hatte.

Noch wenige Minuten zuvor hatte Teamkollege Glock ein Bild von de Villota im Rennwagen getwittert und dazu fröhlich geschrieben: „Bereit für Rock 'n Roll. Großartig, Maria im Auto mit den neuen Updates zu sehen. Mach es schnell.“ Der Rennstall kündigte nach dem Ende der medizinischen Untersuchungen eine weitere Stellungnahme an. Für de Villota war es der erste Test im Marussia-Boliden. Geplant waren zweitägige Probefahrten auf gerader Strecke, bei denen vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag in Silverstone neue Teile für den MR-01 getestet werden sollten.

Die Tochter des früheren Formel-1-Piloten Emilio de Villota war kurz vor Saisonbeginn von Marussia als Ersatzfahrerin verpflichtet worden. „Das wird mir dabei helfen, meinem Ziel näher zu kommen, in der Formel 1 zu fahren“, sagte sie seinerzeit. Zweiter Stammfahrer des Rennstalls ist neben Glock der Franzose Charles Pic. Das Team war im Jahr 2010 unter dem Namen Virgin in die Formel 1 eingestiegen. Seither hat der Rennstall noch keinen WM-Punkt in der Königsklasse sammeln können.

De Villota ist nicht die erste Fahrerin bei einem Formel-1-Team. In der Geschichte der Rennserie hat es auch schon Stammpilotinnen gegeben. Die erfolgreichste war die Italienerin Lella Lombardi, die 1975 Sechste beim Grand Prix in Spanien wurde. De Villota fuhr bereits in mehreren Rennserien und durfte im August 2011 einen Formel-1-Boliden von Renault testen. (dpa)

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