Sport : Formel-1-Weltmeister: Michael Schumacher - Von der Sphinx zum dreifachen Champion

Hartmut Moheit

Geliebt, gefeiert, gefürchtet, genial - Michael Schumacher ist in der Formel 1 nicht erst seit Suzuka der Maßstab. Das trotz eines Mika Häkkinen, der ihm in den zurückliegenden zwei Jahren im Silberpfeil die Weltmeisterschaft weggeschnappt hatte. Aber erst in Japan ist "Michele Mondiale" auf dem Gipfel angekommen. In den Statistiken wird er fortan zwar als dreimaliger Weltmeister geführt werden, aber dass er den Titel in einem Ferrari geholt hat, lässt den komplettesten Rennfahrer unserer Tage zu einem wahren Idol werden. Er hat sich aus einer Sphinx zu einer berechenbaren Größe entwickelt, und das wird ihm fortan zum Ruhm gereichen.

Die Erfolge des Michael Schumacher basieren auch darauf, daß er sich seine Ziele immer in einem vernünftigen Rahmen gesetzt hat. Vom Anspruchsdenken anderer ließ er sich nie anstecken und musste daher bei Ferrari lange Zeit mit dem Vorwurf leben, er sei ein notorischer Tiefstapler. Doch der Erfolg gibt Schumacher Recht. Aus der einst chaotischen Ferrari-Equipe hat er in fünf Jahren sein Ebenbild geformt: diszipliniert und doch flexibel; selbstbewusst, aber nicht größenwahnsinnig; ausgeglichen statt launisch. Dabei hat er selbst in den vergangenen Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht: vom forschen Schulbub über den aalglatten, arrogant wirkenden Lieblingsschüler bis hin zum gereiften Familienvater, der sich, wie zuletzt beim Großen Preis von Italien, auch seiner Emotionen nicht schämt.

"Ich versuche immer, ehrlich zu sein. Das ist mein Lebensprinzip", hat Schumacher immer wieder gesagt, obwohl andere in der Vergangenheit gerade daran ihre Zweifel hegten. Doch es ist gewiss viel mehr als nur sein moralischer Anspruch, was ihn von allen in der Formel 1 abhebt. Wenn Schumacher eine Charaktereigenschaft besitzt, die der Konkurrenz den Nerv raubt und sie einschüchtert, dann ist es seine Selbstkontrolle auch in nervenaufreibendsten Situationen. Viele Fahrer, mit Ausnahme von Mika Häkkinen vielleicht, können zwar Ruhe vortäuschen, sind jedoch in Wirklichkeit alles andere als ruhig.

Mit all diesen Vorzügen ist Michael Schumacher auf den Platz zurückgekehrt, der ihm gebührt: auf den Thron des Weltmeisters.

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