Sport : Formel 1: Willi Weber: "Wenn ich nichts sage, ist das auch ein Gerücht"

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Willi Weber (58) nahm Michael Schumacher 1988 als junges Talent unter Vertrag. Als Manager des dreimaligen Weltmeisters kümmert sich der Stuttgarter um hochdotierte Verträge und um die Vermarktung der Schumacher-Fan-Artikel. Weber, der einst im Hotel- und Gastronomiegewerbe begann, ist auch der Manager von Ralf Schumacher.

Über welche Meldung in den Medien haben Sie als Manager von Michael Schumacher zuletzt so richtig lachen können? Es ist ja eine ganze Menge über ihn verbreitet worden.

Über keine. Ich bin schon so lange in der Formel 1, dass ich Falschmeldungen gewohnt bin.

Zum Beispiel jene, das Michael Schumacher für 22 Millionen Dollar den Sauber-Rennstall kaufen würde?

Nein, da konnte ich nicht drüber lachen. Denn da war ja absolut nichts dran. Ich hatte nur irgendwann einmal geäußert, dass es durchaus vorstellbar ist, dass Michael später einmal in einem Rennstall eine etablierte Position einnehmen könnte. Ferrari wäre da für mich ein Thema. Aber diese Gerüchte tun wenigstens niemandem weh.

Wie auch das nicht, dass es bereits Verhandlungen über einen Wechsel Schumachers zu Toyota geben würde?

Richtig. Ich kann schon verstehen, dass jedes neue Team, noch dazu mit Ambitionen wie Toyota, Michael haben möchte. Es gibt jedoch die dort beschriebenen Kontakte auf keiner Ebene.

Warum schließen Sie kategorisch aus, dass Michael eine neue Herausforderung suchen könnte?

Weil wir momentan nur eins im Kopf haben, erneut den Weltmeistertitel mit Ferrari zu holen.

Wie haben Sie eigentlich von der angeblichen Sache mit Toyota erfahren?

Davon habe ich aus der Zeitung erfahren.

Könnte es denn nicht passieren, dass Michael auch mal Dinge anbahnt, von denen Sie nichts wissen?

Das ist ausgeschlossen. Wir sind wirklich gute Freunde. Wenn er eine Idee hätte, dann würde er zu mir kommen und fragen, was ich davon halte.

Kann Michael Schumacher Sie absolut nicht überraschen?

Kaum. Es gab da mal so eine Geschichte, als er in den USA eine Extremsporttour unternahm, mit Fallschirmspringen. Da habe ich gedacht, mein Gott, muss das denn wirklich sein. Aber er ist ja ein extrem vorsichtiger Mensch.

Was bringt Sie denn auf die Palme?

Gerüchte, unter denen die betreffenden Personen bis hin zu ihren Kindern zu leiden haben. Die Schlagzeilen sind groß, das Dementi, wenn es überhaupt kommt, ist meist winzig.

Wann ist bei Ihnen die Schmerzgrenze erreicht?

Das war 1994/95, als "Der Spiegel" und andere über mich kübelweise Dreck ausgeschüttet haben. Seitdem kann mich kaum noch etwas erschüttern.

Eigentlich müssten Sie doch aus Ihrem Verständnis heraus gar nichts mehr sagen.

Das wäre ja dann auch schon wieder der Stoff für ein neues Gerücht. Wenn ich zu bestimmten Dingen nichts von mir gebe, werden sie sofort als Wahrheit verkauft. Als Manager befinde ich mich ein einem ständigen Spagat. Mein Job ist es nun mal, etwas zu sagen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Michael Schumacher ist der Perfektionist hinter dem Lenkrad, ich vielleicht der außerhalb der Rennstrecke.

Ist Neid für Sie ein Problem?

Nein. Wer Erfolg hat, der muss damit leben. Es bringt auch nichts, mit diesen Leuten darüber zu sprechen.

Damit machen Sie sich doch unnahbar, etwa so wie Michael Schumacher, den viele ebenfalls so sehen.

Ich glaube, das täuscht.

Eine Show wie die Formel 1 bringt ansonsten doch eher Selbstdarsteller hervor .

Das ist bei Michael wohl das Hauptproblem. Er möchte am Rennwochenende von Donnerstag bis zum Sonntag nur Rennen fahren und gewinnen. Da bleibt ihm nur wenig Zeit, sich darzustellen.

Schumacher, das heißt für viele auch Ralf, der etwas andere der beiden Brüder aus Kerpen...

dem ich eine große Karriere voraussage. BMW-Williams ist genau das richtige Team, mit dem er Siege einfahren wird und vielleicht auch noch mehr.

Sie gelten als jemand, der sich vor einem Tipp nicht scheut. Wann wird Michael Schumacher in diesem Jahr als Weltmeister feststehen?

Das ist mir im Prinzip egal. Am schönsten wäre es, wenn es nach dem zwölften Rennen im Juli auf dem Hockenheimring passieren würde.

Sie haben sich aber schon einmal völlig vertan.

Ja, ja, ich weiß. Die etwas voreilig produzierte Kollektion für den Weltmeister Michael Schumacher im Jahre 1997. Als er dann doch nicht gekürt wurde, hat mich das rund eine Million Mark gekostet.

Haben Sie noch welche von diesen Sammlerstücken?

Ja, aber jegliche Anfrage ist absolut zwecklos. Schließlich ist das wie bei einem Briefmarken-Fehldruck. Je älter, desto wertvoller.

Merchandising, der Verkauf von Fanartikeln, hat Ihnen doch ohnehin viel Geld eingebracht. Wie war das denn vor ein paar Jahren? Sie waren ja einer der Pioniere auf diesem Gebiet.

Als wir vor sieben Jahren damit angefangen haben, Fanartikel zu verkaufen, hielten die meisten Menschen Merchandising noch für eine Art Rührkuchen.

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