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Dramatische Momente des Sportjahres : Sebastian Vettel: Und dann macht es Bumm!

29.12.2012 12:36 Uhrvon
Verkehrt im Verkehr. Sebastian Vettel dreht sich im letzten und entscheidenden Formel-1-Rennen in Brasilien – und wird am Ende trotzdem Weltmeister. Dabei halfen ihm auch der Regen und Sympathien aus dem Fahrerfeld. Foto: dapdBild vergrößern
Verkehrt im Verkehr. Sebastian Vettel dreht sich im letzten und entscheidenden Formel-1-Rennen in Brasilien – und wird am Ende trotzdem Weltmeister. Dabei halfen ihm auch der Regen... - Foto: dapd

Sebastian Vettel steht im letzten Saisonrennen plötzlich quer. Der Weltmeister startet eine irre Aufholjagd und überholt am Ende sogar den alten König der Formel 1 – ein Symbol mit Kraft.

Sebastian Vettel rollt rückwärts den Hügel hinab. Er blickt in die falsche Richtung. Vielleicht sieht er die entsetzten Gesichter auf den Tribünen am Ende der langen Gegengeraden der Strecke von Interlagos in Sao Paulo. Vielleicht hört er die tobenden Motoren der anderen in seinem Rücken, wie sie immer leiser werden und dann verstummen. Ein paar hundert Meter hinter ihm brüllen die Kommentatoren der Fernsehsender. Unfall, schreien sie, accidente, collisione, crash.

Und es ist nicht der erste Geisterfahrermoment der Saison für Sebastian Vettel. Schon zur Hälfte der Saison stand der zweimalige Formel-1-Weltmeister gewissermaßen verkehrt herum.

44 Punkte Rückstand hatte er in der Gesamtwertung nach dem Grand Prix in Hockenheim auf den Ferrari-Piloten Fernando Alonso. Doch Vettel startete eine Aufholjagd, bei der Asientournee im Herbst siegte er vier Mal in Folge und schob sich auf Rang eins.

Sein Meisterstück macht Sebastian Vettel im WM-Finale von Sao Paulo. „In Brasilien hätten viele Fahrer dem Druck nachgegeben“, sagt Teamchef Christian Horner. „Aber er hat niemals aufgegeben. Je höher der Druck war, umso besser war er.“ Mit 13 Punkten Vorsprung auf Alonso startet Vettel in das letzte Rennen des Jahres. Doch nach einem verpatzten Start fällt er noch in der ersten Kurve von Startplatz vier auf Rang sieben zurück. Sein Titelrivale Fernando Alonso und dessen Adjutant Felipe Massa haben ihn schon überholt.

Vielleicht ärgert sich Vettel noch darüber, als er vor der vierten Kurve, der Curva do Lago, vorsichtig bremst. Dann zieht er von rechts außen nach ganz innen auf die Ideallinie der Linkskurve. Zunächst hat Vettel noch riesiges Glück. Kimi Räikkönen direkt hinter ihm verbremst sich und rauscht auf das Heck des Red Bull zu. Im letzten Moment zieht der Finne nach rechts und schießt in die Auslaufzone. Vettel zieht nach links in die Kurve, noch weiter nach links, und dann macht es: Bumm.

Williams-Pilot Bruno Senna hat Vettels Red Bull links hinten erwischt. Der Weltmeister dreht sich um 180 Grad, bis er seinen Verfolgern in die Visiere sehen kann.

In der Ferrari-Box brandet Jubel auf, Alonsos Freundin hält sich verschämt die Hand vor den lachenden Mund. In der Schadenfreude spiegelt sich der erbitterte Kampf, den der italienische Rennstall seit Wochen gegen Vettel führt. Ferrari zweifelt auch nach dem Rennen in Brasilien noch an der Regelkonformität seiner Überholmanöver. Der Deutsche ignoriert jeden Vorwurf, nach Saisonende sagt er lediglich: „Ich bin so erzogen worden: Lügen haben kurze Beine, und ehrlich währt am längsten.“

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