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Formel 1 : Mercedes trennt sich von Motorsport-Chef Haug

13.12.2012 18:11 Uhrvon
Das war's: Norbert Haug und Mercedes gehen künftig getrennte Wege.Bild vergrößern
Das war's: Norbert Haug und Mercedes gehen künftig getrennte Wege. - Foto: dpa

UpdateFür viele deutsche Fans war er "Mister Mercedes" - jetzt ist die Ära von Norbert Haug in der Formel 1 beendet. Nach 22 Jahren muss der 60-Jährige gehen. Die abgelaufene Saison war die sportlich erfolgloseste der Schwaben seit langem.

Vor gut zwei Wochen in Sao Paulo beim letzten Grand Prix des Formel-1-Jahres feierte Norbert Haug seinen 60. Geburtstag. Beim traditionellen Mercedes-Abendessen in einer sehr bekannten Churrascaria, einem dieser typisch brasilianischen Fleischlokale, da war von einem Abschied noch nichts zu spüren. Er wolle 2013 wieder angreifen, erklärte er. Am Donnerstag aber war von Aufbruchstimmung nichts mehr zu spüren. Nach 22 Jahren muss der Motorsportchef Norbert Haug Mercedes verlassen. Der Vertrag mit Haug werde zum Jahresende offiziell „in gegenseitigem Einvernehmen“ aufgelöst.

„Ich bin total überrascht und habe erst heute davon erfahren“, sagte Niki Lauda auf „Sky“.

„Es tut mir sehr leid, denn ich hätte mit Norbert gerne weiter gearbeitet.“ Doch ganz so ahnungslos war der neue Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Formel-1-Teams wohl nicht. Bereits beim Rennen in Indien soll er ausgeplaudert haben, dass Haug 2013 nicht mehr Mercedes-Sportchef sein werde. Auch im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) wurde nicht erst seit dem Saisonfinale in Hockenheim über Haugs Zukunft gemunkelt, als Mercedes alle drei Meisterschaften in den Bereichen Fahrer, Team und Marke verlor.

Seit 1990 stand Haug, der seine Karriere als Motorsport-Journalist begann, an der Spitze des Mercedes-Motorsports. In dieser Zeit gewannen die Stuttgarter als Motorenlieferant viermal die Fahrer-WM in der Formel 1 mit McLaren und Brawn. Unter seiner Regie wurde das Brawn-Team übernommen, zum Mercedes-Werksteam umformiert und Michael Schumacher verpflichtet. Doch abgesehen von Nico Rosbergs Sieg in China in diesem Jahr fuhren die Silberpfeile meist nur im Mittelfeld herum.

Auch mit seiner Arbeitsauffassung machte sich Haug teamintern nicht nur Freunde. Zwar war er gesellig und einer netten Party nie abgeneigt, aber manchmal auch etwas sehr temperamentvoll in Sachen Menschenführung und auch im Umgang mit Kritik. Es mag nicht wenige gegeben habe, die die ausbleibenden Erfolge als Anlass nahmen, über die Personalie Haug noch einmal nachzudenken.

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