Sport : Fortschritt durch klare Vorgaben Die Eisbären setzen ihren Nachwuchs unter Druck

Claus Vetter

Berlin - Robert Reichel aß mit seiner Mannschaft am Nebentisch, erzählt Florian Busch, Stürmer der Eisbären. Der Blick des 34 Jahre alten Eishockey-Stars aus Tschechien habe gelangweilt gewirkt, als er die vielen jungen Berliner Spieler beobachtete. „Der hat wohl gedacht: Mit den Milchgesichtern werden wir im Vorbeigehen fertig“, sagt Busch. Reichel wohnt mit dem HC Litvinov zurzeit im selben Schweizer Hotel wie die Berliner, die wie der tschechische Spitzenklub an einem Turnier in Lugano teilnehmen. Und im Vorbeigehen ging für Litvinov nach der Begegnung am Mittagstisch auf dem Eis nichts: Die Eisbären siegten 4:1.

Alle Berliner Tore stammen von jungen deutschen Spielern, einer davon war der 20-jährige Busch. Vier Tore hat er in sechs Berliner Testspielen vor der in der nächsten Woche beginnenden Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schon erzielt – drei Treffer mehr als in der vergangenen Spielzeit. „Keine Überraschung“, sagt Trainer Pierre Pagé. „Viele der jungen Spieler haben im Sommer enorme Fortschritte gemacht.“ Busch und seine jungen Kollegen standen bereits im Mai, drei Wochen nach dem Titelgewinn in der DEL, wieder auf dem Eis. Das Resultat ist zu sehen, auch an der kräftiger gewordenen Statur von Busch. Er hat vier Kilo zugenommen. Trotzdem: Dem Berliner Aufgebot mit nur neun Profis, die älter als 23 sind, traut die Konkurrenz nicht ganz so viel zu – erst recht nicht die Titelverteidigung. Zu Unrecht, findet Busch. „Ich glaube, dass wir jungen Spieler mit dem Druck umgehen können.“ Pagé jedenfalls erwartet von Busch minimal zwölf Tore. Die erwarte er auch von sich, sagt Busch. „Wenn ich weniger schieße, muss ich meinem Mitspieler Sven Felski ein Essen ausgeben.“

Das gestrige, zweite Turnierspiel von Lugano zum Maßstab genommen, sind Felskis Chancen gestiegen. Die Eisbären besiegten die Kölner Haie zwar 4:1 (2:0, 1:1, 1:0), doch Florian Busch konnte nur ein Tor vorbereiten.

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