Sport : Fortsetzung der Ehe scheint kaum möglich

AXEL EIFERT

Der Boxring Berlin-Brandenburg muß nach der Saison eine unbefriedigende Bilanz ziehenVON AXEL EIFERT Frankfurt (Oder).Eine verkorkste Saison ging am Wochenende für den Boxring Berlin-Brandenburg in der Bundesliga zu Ende.Das 13:13-Unentschieden in der Oberlandhalle in Frankfurt (Oder) gegen den wahrscheinlichen neuen Titelträger Schweriner SC machte in den Reihen der Gastgeber niemanden glücklich.Durchwachsen wie die Leistungen im letzten Kampf verlief die gesamte Saison für die Kombination der beiden Meisterteams der vergangenen Jahre, die am Ende wohl auf einem enttäuschenden vierten Rang unter fünf Mannschaften einkommen wird. "Wir haben uns für den Abschluß noch einmal einen Sieg vorgenommen, der sicher möglich war.Über die gesamte Saison hinweg hatten wir doch einiges Pech mit Krankheit und Verletzungen der Boxer.Und das Manko war, daß wir in diesen Fällen für die erste Garnitur keinen gleichwertigen Ersatz hatten", resümierte Berlins Box-Präsident Hans-Peter Miesner. Der Substanzverlust durch den Weggang solcher Klasseleute wie Oktay Urkal, Thomas Ulrich, Markus Beyer sowie René Monse und auch Trainer Ulli Wegner ins Profilager konnte nicht kompensiert werden.Die Lücken konnten auch nicht durch die Frankfurter oder die Gaststarter geschlossen werden.Der von den Profis der Universum-Box-Promotion in Hamburg gesponserte polnische Mittelgewichts-Vizeweltmeister Tomasz Borowski mußte insgesamt sogar mehr Prügel einstecken als er Siegpunkte sammelte.Und auch der hochbezahlte Olympia-Dritte, Vizewelt- und Europameister Luan Krasniqi im Schwergewicht - er soll für seine sieben Auftritte 50 000 Mark Startgeld kassiert haben - zeigte zumeist nur mäßige Auftritte und verlor am Sonnabend gegen den für Schwerin boxenden Adaliat Mamedow in den Schlußsekunden die entscheidenden Punkte. Für die Berliner Amateurboxer wird es in der nächsten Zeit nicht einfacher, denn es gibt weitere Abgänge zu vermelden.Der 31jährige Adnan Özcoban, elffacher Berliner Champion und Deutscher Meister von 1990, feierte mit dem K.o.-Sieg über Jörn Niemann in seinem 260.Kampf seinen Abschied und wird schon Ende März in Berlin sein Profidebüt bestreiten.Leichtgewichtler Kai Huste trainiert bereits seit einer Woche in Frankfurt (Oder). So wollen sich zwar alle Boxer und Verantwortlichen der Boxring-Staffeln aus Berlin und Frankfurt (Oder) nach dem 22.März, wenn die Bundesligasaison beendet ist, noch einmal zu einem Bankett zusammenfinden, doch eine Fortsetzung der kurzzeitigen Boxehe scheint kaum möglich.Zu schlecht waren da die Bedingungen für beide Partner."Nur zwei Heimkämpfe während der ganzen Saison, da findet man kaum entsprechende Sponsoren, die mitziehen.Auch die Zuschauer haben die Sache nicht so angenommen, denn die Entfernung zum jeweils anderen Ort war zu groß", befand Hans-Peter Miesner.Berlins Box-Präsident will sich demnächst wieder vehement für eine Bundesliga ohne teure ausländische Einflieger einsetzen und einen Reformvorschlag einbringen, der außerdem einen Zusammenschluß der ersten und zweiten Liga im nächsten Jahr mit anschließender Play-off-Runde vorsieht.

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