Sport : Fotofinish nach 25 Kilometern Britta Kamrau schwimmt zum zweiten WM-Gold

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Dubai Britta Kamrau hat zwei Tage nach ihrem Sieg über 10 km auch den Weltmeistertitel über 25 km gewonnen und ist damit Deutschlands erfolgreichste Langstreckenschwimmerin aller Zeiten. Die 25 Jahre alte Jura-Studentin aus Rostock siegte am Mittwoch nach hartem Kampf im Fotofinish vor der Titelverteidigerin Edith van Dyk aus den Niederlanden. Stefanie Biller aus Nördlingen verpasste hinter der drittplatzierten Russin Natalia Pankina hingegen als Vierte eine Medaille. Mit ihrem insgesamt dritten Weltmeistertitel – den ersten hatte sie in Ägypten im Jahr 2002 gewonnen – löste Britta Kamrau jetzt ihr Vorbild Peggy Büchse als erfolgreichste Langstreckenschwimmerin des Deutschen Schwimm-Verbandes ab.

„Das ist absolut super“, stellte Bundestrainer Christian Bartsch fest, der zwei Tage nach dem deutschen Doppelsieg der Männer und Frauen über 10 km erneut jubeln durfte. Mit insgesamt dreimal Gold sowie Platz zwei durch den Würzburger Christian Hein am Samstag über die 5-km-Distanz hat der DSV in den Vereinigten Arabischen Emiraten sämtliche Erwartungen übertroffen.

Britta Kamrau brauchte nach ihrem Sieg aber einige Zeit, um sich richtig freuen zu können. Zu sehr hatte sie sich über den Ärger auf der Strecke aufgeregt. „Die Schiedsrichter haben uns immer wieder zurückgepfiffen und aus dem Pulk genommen, die haben Stress gemacht wegen nichts und wieder nichts.“ Aber am Ende war Britta Kamrau „natürlich überglücklich“.

Als sie nach 5:43:09,6 Stunden wieder an Land war, wusste zunächst niemand zu sagen, wer nun Weltmeisterin ist. Die Video-Auswertung machte klar: Siegerin Britta Kamrau war eine Zehntelsekunde schneller als Edith van Dyk. „Es war ein Kampf, ein Finish, wie ich es noch nie erlebt habe“, sagte Bartsch.

Zwischenzeitlich drohte Britta Kamrau allerdings sogar die Disqualifikation, weil sie den erstmals vorgeschriebenen Signalgeber, der über einen Chip beim Anschlag im Ziel die Zeit auslösen soll, abgenommen hatte. Er hatte den Daumen eingeschnürt. Vor der Schlussrunde musste sie ihn wieder umbinden. „Da war ich schon sehr verärgert“, sagte Britta Kamrau, „das hat mich eine Minute gekostet, die Russinnen und Edith sind davongezogen.“ Die Doppel-Weltmeisterin musste sich erst von dem ganzen Ärger auf der Strecke befreien. Danach nahm die Rostockerin umso wütender die Verfolgungsjagd auf – und war im Ziel die große Siegerin. dpa

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