• Foul an der Strafraumgrenze Schiedsrichter Amerell erklärt, warum es in Köln nur Freistoß gab

Sport : Foul an der Strafraumgrenze Schiedsrichter Amerell erklärt, warum es in Köln nur Freistoß gab

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NACHSPIEL

In der 26. Minute foult Dortmunds Abwehrspieler Stefan Reuter Kölns Spielmacher Dirk Lottner auf der Strafraumlinie. Schiedsrichter Kircher entscheidet auf Freistoß von der Linie, nicht auf Elfmeter. Eine Fehlentscheidung, Herr Amerell?

Nein. Der Schiedsrichter hat das Foul noch vor der Linie gesehen. Das ist eine Millimeterentscheidung innerhalb weniger Sekunden. Da zählt nur das, was der Referee im entscheidenden Moment erkennt. Wenn aus seiner Sicht Lottner auf der Linie gefoult worden wäre, hätte es den Regeln zufolge einen Strafstoß geben müssen. Denn die Linie gehört zu dem Raum, den sie begrenzt. Was passiert aber, wenn ein Stürmer vor dem Strafraum gefoult oder festgehalten wird, aber erst im Strafraum zu Fall kommt? In solch einem Fall hat der Schiedsrichter drei Möglichkeiten. Erstens: Er erkennt ein Foul vor dem Strafraum und pfeift es ab. Dann gibt es Freistoß – wie in Köln. Zweitens: Er lässt zunächst Vorteil gelten, weil er abwarten will, ob sich der behinderte Spieler noch durchsetzen kann. Wenn der weiter festgehalten wird oder ein weiteres Mal vom Abwehrspieler behindert wird und deshalb fällt, kann der Schiedsrichter auf Foul erkennen. In diesem Fall zählt das zweite Foul – es gibt Elfmeter. Die dritte Möglichkeit ist der verzögerte Pfiff. Wieder rennt ein Stürmer in den Strafraum, wird außerhalb gefoult, der Schiedsrichter lässt Vorteil gelten. Durch das Foul kommt der Spieler aber ins Straucheln oder schafft es nicht mehr, den Ball zu kontrollieren. Dann kann der Schiedsrichter das Foul mit Verzögerung abpfeifen, weil sich aus dem Vorteil ein Nachteil ergeben hat. Hier wäre also wieder ein Freistoß gerechtfertigt.

Manfred Amerell (56) erklärt im Wechsel mit Hellmut Krug eine Szene des aktuellen Spieltages aus Regelsicht. Amerell hat zehn Jahre in der Fußball Bundesliga gepfiffen. Jetzt ist er im Schiedsrichterausschuss des DFB. Foto: dpa

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