Sport : Foulspiel ohne Absicht

Hellmut Krug

erklärt, wann Rempler und Tritte bestraft werden Olympiastadion München, 89. Minute. Herthas Verteidiger Arne Friedrich rempelt im Strafraum der Berliner erst Rodrigo Costa vom TSV 1860 München um, dann tritt er auch noch dessen Mitspieler Martin Stranzl in den Rücken. Es scheint, als habe Friedrich beide Münchner Spieler nicht gesehen. Schiedsrichter Trautmann pfeift und entscheidet auf Elfmeter für 1860 München. War das richtig, Herr Krug?

Die Aufregung bei den Berlinern war natürlich groß, weil jeder erkennen konnte, dass dem Spieler Friedrich in diesen Situationen keine Absicht zu unterstellen war. Aber die Entscheidung von Schiedsrichter Stefan Trautmann war absolut richtig. Denn es geht bei der Schiedsrichterentscheidung nicht um Absicht. Die können wir den Spielern ohnehin in den wenigsten Fällen unterstellen, da die meisten Fouls aus Zweikämpfen im Kampf um den Ball resultieren. Entscheidend für einen Pfiff ist, ob ein Vergehen vorliegt, ob also ein Spieler seinen Gegenspieler beispielsweise mittels eines Fouls zu Fall gebracht oder gar getreten hat. Die Frage der Absicht spielt erst dann eine Rolle, wenn der Schiedsrichter darüber zu entscheiden hat, ob das Foul zusätzlich mit einer persönlichen Strafe, also einer Verwarnung oder einem Feldverweis, geahndet werden soll. Der Pfiff wäre daher bei beiden Aktionen von Friedrich gerechtfertigt gewesen. Sowohl der Rempler als auch der Tritt haben stattgefunden, beide Vergehen waren strafbar, da der gefoulte Spieler in Mitleidenschaft gezogen wurde.

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