Sport : Fränkischer Flickenteppich

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Daniel Pontzen über

die Fehlleistungen des Michael A. Roth

Kein Zweifel, dem 1. FC Nürnberg hätte ein Personalwechsel gut getan. Der Erfolg fehlt, die wilden Debatten über einen Trainerwechsel haben jede Ruhe zerstört, und nicht wenige im Umfeld des Clubs sind der Meinung, der Mann sei seiner Aufgabe nicht gewachsen. Es wäre ein günstiger Zeitpunkt zum Rücktritt gewesen. Für Michael A. Roth.

1994 ist der Teppichfabrikant zu einer zweiten Amtszeit auf den Clubthron zurückgekehrt. Manche sagen, mit dem strategischen Geschick, das er seither bewies, hätte er in seinem Metier Mühe gehabt, ein halbes Dutzend Bettvorleger zu verkaufen. Als Felix Magath etwa den Club einst von Rang 18 in Liga zwei zurück in Richtung Oberhaus führte, weigerte sich Roth, Magaths Vertragsforderungen zu erfüllen. Ergebnis: Der Erfolgstrainer ging. Als Manager Edgar Geenen bei seiner Mannschaftskritik den Rahmen der Meinungsfreiheit zu eng gesteckt sah und die Spieler bar jeden Geists mit Lepra verglich, mochte Roth die landesweite Empörung nicht verstehen – und hielt an ihm fest.

Nun Roths jüngster Missgriff: Erst stellte er dem Trainer ein kaum missverständliches Ultimatum und demolierte damit tolpatschig dessen Autorität, um sich dann dem Druck der Fans zu beugen – augenscheinlich angetrieben von populistischen Impulsen. Gleichzeitig fand er sich eilig mit dem Abstieg ab – man habe einen Kader, „der anscheinend die Bundesliga nicht schafft“. Es wirkt, als vergesse der Cluboberst dabei, dass es nicht nur Spieler oder Trainer sind, die Anforderungen verfehlen können. An dem Flickenteppich 1. FC Nürnberg hat Michael A. Roth fleißig mitgewebt.

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