Fragen an den Bundesliga-Spieltag : Rekordjäger und neue Heilsbringer

Claudio Pizzaro jagt gleich mehrere Bundesliga-Rekorde, der HSV hat eine neue spielende Legende im Team und Felix Magath schaut aus China zu.

Keiner springt höher. Claudio Pizarro.
Keiner springt höher. Claudio Pizarro.Foto: dpa

Wer ist auf Rekordjagd? Auch im hohen Fußballer-Alter von 38 Jahren kann man noch ambitionierte Ziele haben. Claudio Pizarro jagt in dieser Saison gleich mehreren Bundesliga-Rekorden nach. Der Peruaner von Werder Bremen wurde in seiner Karriere bislang 110 Mal eingewechselt, damit fehlen ihm nur noch 13 Einwechslungen zu Rekordhalter Mehmet Scholl. Pizarro kommt aber nicht nur gerne spät aufs Feld, er trifft auch gerne spät. Mit bislang 15 Jokertoren ist er auf Kurs, die Bestmarke von Alexander Zickler (18 Jokertore) noch in dieser Saison zu brechen. Einziges Hindernis: Werder-Trainer Alexander Nouri will Pizarro egoistischer Weise im Abstiegskampf von Beginn an spielen lassen, wohl auch am Samstag gegen Dortmund. Spielverderber.

Wo entsteht eine neue Legende? Der Hamburger SV hat sich in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch die Verpflichtung von Kyriakos Papadopoulos von RB Leipzig in der Winterpause schien nicht unbedingt ein großer Wurf zu sein. Oder doch? Der Grieche hat sich beim HSV die für einen Innenverteidiger recht ungewöhnliche Trikotnummer 9 ausgesucht – die vor ihm Hamburger Legenden wie Uwe Seeler, Horst Hrubesch oder Karsten Bäron getragen haben. Er scheint also viel vorzuhaben bei seinem neuen Klub. Und möglicherweise rufen ihn die HSV-Fans schon bald „Uns Kyriakos“, „Griechen-Ungeheuer“ oder „Air Papadopoulos“.

Wo gibt es eine neue verbotene Stadt? In Westfalen gibt es gleich mehrere Orte, die von rivalisierenden Fußballfans gemieden und geschmäht werden und deren Name sicherheitshalber gar nicht erst ausgesprochen wird. Anhänger von Borussia Dortmund behandeln Schalke so, am Dienstag ist für den BVB eine neue Feindesstadt dazu gekommen. In einem Testspiel beim SC Paderborn verletzte sich der gerade erst genesene Sven Bender schwer. 2014 hatte sich bereits Marco Reus in Paderborn einen Außenbandriss zugezogen. „Dieses Stadion werden wir nicht mehr freiwillig betreten“, wetterte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Es droht ein neuer westfälischer Unfriede.

Und was macht Felix Magath? Trainieren, was sonst? Die Saison in China beginnt für seinen Klub Shandong Luneng Taishan erst im März, zurzeit absolviert Magath mit seinen Spielern ein erstes Trainingslager, ein zweites folgt. Schon nach der vergangenen Saison war Magath mit dem Team in ein Trainingslager gefahren. In einem Interview mit dem Kölner „Express“ schwärmt der Trainer von den Möglichkeiten in China, beispielsweise gebe es im Kraftraum für jeden seiner 28 Profis ein eigenes Laufband. Einen Mount Magath wie in Wolfsburg hat der 63-Jährige in Shandong noch nicht errichten lassen. Dafür kündigte er an, mit seinem Team den Berg Tai Shan erklimmen zu wollen – mit 1545 Meter Höhenmetern ein schöner Trainingshügel.

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