Sport : Francisco Copado

Wie der Frankfurter das Spiel bei Bayer erlebte

Stefan Hermanns

Dass Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga so gut dasteht, hängt zu großen Teilen mit Francisco Copado zusammen. Seitdem Copado Stammspieler ist, haben die Frankfurter in neun Spielen 17 Punkte geholt und sich vom letzten auf den zehnten Tabellenplatz vorgekämpft. Fünf Tore hat der kleine Stürmer inzwischen für den Aufsteiger erzielt. Dass die Frankfurter gestern beim 1:2 in Leverkusen zum zweiten Mal hintereinander ein Auswärtsspiel verloren, obwohl sie zur Pause geführt hatten, hängt allerdings ebenfalls zu großen Teilen mit Francisco Copado zusammen.

In der 67. Minute passiert ihm ein Missgeschick mit Folgen. Paul Freier läuft auf den Frankfurter Strafraum zu, er schießt, wie die verzweifelten Leverkusener es in dieser Phase oft tun, der Ball fliegt mittig aufs Frankfurter Tor, doch dann streift er Copados Bein, ändert die Flugbahn und landet zum 1:1 im Netz. „Das war der Knackpunkt“, sagt Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. „Sonst hätten die Leverkusener wohl kein Tor gemacht.“

Es ist nicht das Spiel des Francisco Copado, der vor der Winterpause der auffälligste in einer auffälligen Frankfurter Mannschaft war und im letzten Hinrundenspiel in Mönchengladbach sogar zwei Tore erzielte. Fünf Minuten dauert es, ehe er überhaupt einmal an den Ball kommt. 35 Ballkontakte sind es am Ende, doch 22-mal gelingt es ihm nicht, den Ball zu einem Mitspieler weiterzuleiten. Copado, 31 Jahre alt, nur 1,71 Meter groß und 65 Kilogramm schwer, hat es nicht leicht, sich gegen die Leverkusener Abwehr zu behaupten. Er versucht, die körperlichen Defizite mit erhöhtem Einsatz wettzumachen. Copado ackert, läuft, rennt und sprintet. Er schießt die Ecken von beiden Seiten, und nach der ersten haben die Frankfurter ihre erste gute Chance. Vasoskis Kopfball geht jedoch knapp über die Latte. Eine Minute später steht Copado fast richtig – und doch genau falsch. Ioannis Amanatidis, der wesentlich präsentere der beiden Frankfurter Stürmer, setzt den Ball an den Pfosten, Copado lauert auf den Abpraller, doch kommt nicht an den Ball. Kurz vor der Pause setzt er sich nach einem Doppelpass mit Christoph Preuß an der rechten Seite durch, er nimmt geschickt den Ball aus der Luft auf, seine Flanke landet jedoch im Toraus.

Gute Ansätze, viel Aufwand, wenig Ertrag – Copado spielt so wie die gesamte Frankfurter Mannschaft. Als die Begegnung vorbei ist, senkt er den Kopf, schleicht vom Platz. Er klatscht niemanden ab. Für Francisco Copado ist der Tag doppelt ärgerlich. Seine Mannschaft hat verloren, und er, der Stürmer, hat kein einziges Mal auf das Leverkusener Tor geschossen.

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