Sport : Frank Mill ist erlöst

Nach dem 2:1 in Freiburg amüsiert sich Spitzenreiter Dortmund über den Fehlschuss von Blaszczykowski

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Gelbe Haufenbildung. Die Dortmunder Spieler treffen anlässlich des Freiburger Eigentores zum 2:1 spontan und gut gelaunt zusammen. Foto: dpa
Gelbe Haufenbildung. Die Dortmunder Spieler treffen anlässlich des Freiburger Eigentores zum 2:1 spontan und gut gelaunt zusammen....Foto: dpa

Was Frank Mill fünf Minuten vor dem Abpfiff getan hat, als Jakub Blaszczykowski allein auf das leere Tor zulief und es fertig brachte, den Ball aus sieben Metern weit über die Latte zu bugsieren, konnte im Nachhinein nicht ermittelt werden. Für Dortmunds Manager Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jedenfalls stand fest, der größte Pechvogel der Vereinsgeschichte sei mit der unglaublichen Aktion von „Kuba“, wie der Pole genannt wird, endgültig abgelöst und könne in Rente gehen. Frank Mill hatte 1986 beim FC Bayern München im Borussen-Trikot aus so kurzer Entfernung an den Pfosten des leeren Tores geschossen, dass ihm das Missgeschick bis heute immer wieder als besondere Peinlichkeit vorgehalten wurde. Bis zum Tag des 2:1 (1:0)-Erfolgs der Dortmunder beim SC Freiburg.

Nach 24 Jahren gibt es bei den Dortmundern jetzt einen würdigen Nachfolger in Jakub Blaszczykowski. Der neue Pechvogel fand die ganze Sache „nicht so lustig“, während alle anderen Borussen lächelten, lachten oder spitze Bemerkungen machten. „So sah das Ganze wirklich lustig aus, wenn wir hier nicht gewonnen hätten, hätten wir uns sicher geärgert“, sagte Mats Hummels. Er hatte auch Pech mit seinem Eigentor in der 26. Minute, in der Slapstick-Wertung jedoch landete er weit hinter Blaszczykowski.

Trainer Jürgen Klopp sagte, man werde die Szene noch einige Male nachspielen, „um ihm zu zeigen, dass man da ein Tor machen kann“. Weil der eingewechselte Robert Lewandowski in einem wirklich sehr guten Fußballspiel der 1:1-Ausgleich per Kopf gelang und dem Freiburger Mensur Mujdza das zweite Eigentor des Tages zum 2:1 für Borussia Dortmund unterlief, hielt sich der Groll über den bisher kuriosesten Offensivpatzer der Saison in Grenzen.

Nach einer extrem schwachen ersten Hälfte, die der SC Freiburg überlegen gestaltete hatte und verdient führte, drehten die Dortmunder nach der Pause auf. Hummels nannte die Leistung der ersten Hälfte „lächerlich“. So eine Leistung habe man sich „selbst nicht erlauben“ wollen. „Wir wissen, wir haben eine gute Mannschaft, das gibt uns eine gewisse Ruhe“, sagte Torwart Roman Weidenfeller. Freiburg hatte es zuvor versäumt, das 2:0 zu erzielen und hatte in der zweiten Hälfte kaum noch etwas entgegenzusetzen. Erst in der 90. Minute krachte ein Kopfball von Julian Schuster gegen die Latte. Es wäre nach gefühlt tausend Dortmunder Chancen der Ausgleich gewesen, der wiederum einen gewissen Jakub Blaszczykowski in Erklärungsnot gebracht hätte.

„Wir haben schon verdienter gewonnen“, sagte Klopp nach dem elften Saisonsieg der Dortmunder. Die zweite Halbzeit aber sei „richtig gut“ gewesen. Dass Freiburg nicht schon kurz nach der Pause den Ausgleich kassierte und in Rückstand geriet, war allein Torwart Oliver Baumann zu verdanken.

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