Sport : Frank Rost bangt in Hamburg mit Schalke

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Wenn der Hamburger SV am Samstag gegen Alemannia Aachen spielt, wird Frank Rost auch mal auf die Anzeigetafel gucken. Denn der 33-Jährige will wissen, ob sein Ex-Verein Schalke doch noch Meister wird. „Das ist eine emotionale Geschichte, auch wenn ich das nicht beeinflussen kann“, sagt Rost. Auf der Homepage des aus Schalke verstoßenen Ex-Nationaltorwarts findet sich sein Bekenntnis zu Schalke. Rost schreibt: „Ich bin halt ein Traditionalist und etwas sentimental ! Ich bin keiner von denen, der alte Zeiten so abstreift wie eine alte Haut und in die neue springt.“

Noch immer wohnt Rost in einem Hamburger Hotel – seine Bleibe in Dorsten, einer Kleinstadt im Kreis Recklinghausen, hat der Familienvater vor allem wegen seiner Familie nicht aufgegeben. Der Bezug des gebürtigen Leipzigers zum Ruhrgebiet ist nach fast fünf Jahren auf Schalke groß.

Im aktuellen Titelkampf spielt bei Rost allerdings nicht nur die alte Liebe eine Rolle, sondern auch ein wenig Genugtuung eines Verstoßenen. Ehrgeizling Rost hat nicht vergessen, dass er auch deshalb entmachtet wurde, weil er als Hindernis auf dem Weg zum Titel galt. Die Vorwürfe: Er sei zu unbequem, zu egozentrisch, zu machtbesessen – und ein Intimus von Rudi Assauer .

Wenn Schalke die Meisterschaft verspielen sollte, ist das für Rost nur eine Bestätigung dafür, nicht der entscheidende Hemmschuh gewesen zu sein. Der Hype um Nachfolger Manuel Neuer hat ihn genervt. „Wenn man Vertrauen spürt, ist es einfach seine Leistung zu bringen. Ich bin es ja gewohnt, dass bei mir ein anderer Maßstab angelegt wird als bei anderen Torhütern, die noch nicht so lange in der Bundesliga spielen.“ Das darf als Seitenhieb Richtung Westen verstanden werden. Frank Hellmann

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