Frankfurt - Dortmund 3:3 : Torfestival in Frankfurt

Im Topspiel des Spieltages trennen sich das Überraschungsteam aus Frankfurt und der Meister aus Dortmund 3:3 unentschieden. Dabei sehen die Dortmunder lange wie die sicheren Sieger aus.

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Zur Halbzeit schien so gut wie nichts mehr gegen einen Sieg des Meisters Borussia Dortmund zu sprechen, doch am Ende war der 2:0-Vorsprung zur Pause durch die Tore von Lukasz Piszczek (24. Minute) und Marco Reus (28.) aufgebraucht. Der Tabellenzweite Eintracht Frankfurt, bis dahin viermal in Serie siegreich in der Fußball-Bundesliga, glich die Dortmunder Vorteile nach dem Wechsel dank einer gewaltigen Leistungssteigerung aus. Da zeigte sich, dass die Borussia noch längst nicht erholt war von der 2:3-Pleite beim Hamburger SV, der ersten nach 31 Ligaspielen ohne Niederlage, am vergangenen Samstag. Stefan Aigner (49.) und Takashi Inui (51.) glichen für die weiter unbesiegten Hessen zum 2:2 aus, und Bamba Anderson egalisierte Mario Götzes 3:2 (54.) zum 3:3-Endstand.

51.500 Zuschauer erlebten am Dienstagabend ein Wahnsinnsspiel, das offensiv alles bot, was sich der Fan wünscht, defensiv aber beiderseits mängelbehaftet war. Der BVB ist mit acht Punkten vorerst nur Tabellenfünfter, fünf Punkte hinter der Eintracht, die sich auch vom deutschen Meister nicht einschüchtern ließ.

Weiter so, lautete der Vorsatz bei der Eintracht, Wiedergutmachung die Losung beim BVB. Bei den Frankfurtern war Kapitän Pirmin Schwegler, der am vergangenen Freitag nach einem Duell der Köpfe mit dem Nürnberger Hanno Balitsch zusammengeprallt und dann mit elf Stichen genäht worden war, wieder dabei. Bei den Dortmundern fehlte der erkältete Sven Bender; dazu setzte Trainer Jürgen Klopp seinen Jungstar Mario Götze erst einmal auf die Bank. Das spielstarke Duo Reus/Götze hatte in Hamburg bei weitem nicht so harmoniert wie erwünscht. In Frankfurt bekam zunächst Reus die Gelegenheit, seine Qualitäten aus dem Offensivzentrum heraus zu offenbaren.

Keine schlechte Entscheidung, da Reus in der 28. Minute nach einem Rückpass des in der ersten Halbzeit überragenden Piszczek das 2:0 für die Borussia mit einem Flachschuss erzielte, der vom linken Innenpfosten ins Tor prallte. Ein Tor mit Bande also.

Zuvor hatte Piszczek getroffen, der auf der rechten Seite mit seinem polnischen Landsmann Blaszczykowski den Frankfurter Verteidiger Oczipka immer wieder narrte und dazu als Rechtsverteidiger den japanischen Wunderknaben Inui zunächst erdete. Bei seinem Treffer zum 1:0 (24.) schoss Piszczek Bastian Oczipka gegen das Bein, von wo der Ball dem Frankfurter Innenverteidiger Anderson an den Oberkörper und anschließend ins Tor flog.

Ein Karambolagetor, der die von Beginn an bessere, bissigere, druckvollere Mannschaft zurecht belohnte. Die Eintracht, sichtlich beeindruckt, ließ sich vor der Pause weit in die eigene Hälfte drängen. So blieb den bisher immer spielbestimmenden Hessen nichts anderes übrig, als ihr Glück in Kontern zu suchen. Die aber waren 45 Minuten lang nicht präzise genug.

Aber dann! Zuerst schlug Aigner nach einem Konter über Schwegler und Inui zurück (49.) und danach glich der alleingelassene kleine Japaner nach Aigners Flanke per Kopfballaufsetzer zum 2:2 (51.) aus. Zum Glück für den BVB war seit der 46. Minute Götze für den leicht verletzten Reus im Spiel. Der westfälische Filigrankünstler stiebitzte wenig später Anderson den Ball und brachte den Meister mit einem  an Torwart Kevin Trapp vorbeibugsierten Schuss wieder in Führung (54.). Das nun aufregende Duell war damit nicht entschieden, da Anderson per Kopfball nach Oczipkas Flanke (73.) wieder ausglich. Und so ging der Schlagabtausch bis zum Abpfiff weiter. Gewonnen hatte am Ende keine der beiden Mannschaften, Sieger aber war der Fußball als großes Sportspektakel.

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