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Frankfurt - Hamburger SV: 5:2 : DFB-Pokal: Der Norden steigt aus

Nach Hannover, Pauli und Werder verabschiedet sich auch der Hamburger SV sehr frühzeitig aus dem DFB-Pokal. Frankfurt nimmt den HSV mit 5:2 auseinander. HSV-Spieler Mladen Petric trifft drei Mal - einmal ins eigene Tor.

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Der etwas unglückliche Mann des Spiels: Mladen Pertic (r.)
Der etwas unglückliche Mann des Spiels: Mladen Pertic (r.)Foto: dpa

 Der DFB-Pokal taugt mal wieder nicht, um die Reputation des Hamburger SV zu mehren: In beinahe schon schlechter Tradition hat sich der ewige Bundesligist erneut frühzeitig aus dem Wettbewerb verabschiedet.  Im Bundesliga-Duell der zweiten Runde bei Eintracht Frankfurt zogen die Hanseaten gleich mit 2:5 (1:3) den kürzeren. Die Elbstädter sind seit 23 Jahren nicht mehr in einem Endspiel gewesen, überhaupt seitdem nur zweimal im Halbfinale. In Hamburg herrscht nach dieser Demütigung mal wieder der Haussegen schief; daran ließen die deutlichen Worte des ernüchterten Kapitäns Heiko Westermann keinen Zweifel: „Wir haben wohl die ersten 20 Minuten gedacht, das wäre ein Freundschaftsspiel: Wir haben keine Zweikämpfe angenommen, keine Laufbereitschaft gezeigt.“

Eine erschreckende Analyse, die sich mit der von Sportdirektor Bastian Reinhardt deckte, der eine „unmittelbare Aufarbeitung“ ankündigte. Die Hessen dagegen träumen wie in guter alter Zeit von einem neuerlichen Pokal-Coup wie dem Endspiel-Einzug 2006, zumal der Einzug in die dritte Runde  mittlerweile ja sportlich wie finanziell ziemlich interessant ist: Sportlich, weil es den  direkten Weg in die Europa League darstellt; finanziell, weil allein das Achtelfinale (21./22. Dezember) mit 531.250 Euro versüßt wird. 

Den Lohn fuhr die engagierte Mannschaft von Trainer Michael Skibbe („Wir haben von Beginn an aggressiv und mutig agiert“) nach Toren von Caio (13.), Theofanis Gekas (20. und 45.), einem Eigentor von Mladen Petric (65.) und einem Elfmeter von Halil Altintop (87.) vollauf verdient ein. Es passte zur unglücklichen Vorstellung des HSV, dass der Kroate Petric auch zwei Treffer auf der richtigen Seite verbuchte, die letztlich wertlos blieben (23. und 66.). Einer erlebte die muntere Auseinandersetzung vor 39 400 Zuschauern im Frankfurter Stadtwald gar nicht vor Ort mit: HSV-Coach Armin Veh war wegen einer  Grippeerkrankung zurück im Hotel geblieben.

Seinem Assistenten Michael Oenning blieb nicht erspart, die vor allem im Defensivverhalten dilettantische Darbietung zu erklären. „In erster Linie haben wir kein Zweikampfverhalten gezeigt und viel zu sehr offensiv gedacht. Wir haben das Spiel nie richtig ernst genommen“, resümierte Oenning enttäuscht „es ist sehr tragisch, dass wir das nicht umsetzen konnte, was wir uns vorgenommen hatten.“ Der 45-jährige Taktikexperte, der sich auch als Analyst beim Fernsehen verdingt, sprach hernach schon von „einer fahrlässigen Abwehrleistung.“

Der Veh-Vertreter sah eine ohne den verletzten Stammtorwart Frank Rost und Torjäger Ruud van Nistelrooy angetretene HSV-Elf, die an diesem Abend vor allem im zentralen Deckungsverbund führungs- und hilflos wirkte. Und das war am wenigsten Ersatzkeeper Jaroslav Drobny anzulasten, der schon früh durch einen tückischen Distanzschuss von Caio überlistet wurde. Der 24-jährige Brasilianer war erst drei Minuten zuvor für den verletzen Alexander Meier eingewechselt wurde. Noch vor der Pause stellte zweimal der Grieche Gekas seinen Torriecher unter Beweis, denn jeweils kaltschnäuzig verwandelte der 30-Jährige erst eine Flanke von Halil Altintop per Kopf, dann eine Hereingabe von Sebastian Jung mit dem Fuß.

Dem 3:1 haftete indes der Makel an, dass es aus Abseitsposition erzielt wurde – ein Umstand, den die  HSV-Fans zu ihrem Unwillen beid er Wiederholung auf dem Videowürfel bemerkten. Alle Hamburger Sympathisanten tun allerdings gut daran, nicht Schiedsrichter Florian Meyer für diesen Rückschlag verantwortlich zu machen. Und als Petric eine Freistoßflanke von Georgios Tzavellas unglücklich ins eigene Tor verlängerte, war es um die Gäste im Grunde geschehen – obwohl die Nummer zehn umgehend auf der richtigen Seite wieder traf. „Die Art und Weise wie wir ausgeschieden sind, tut schon weh“, flüsterte der ernüchterte Dreifach-Torschütze, „es war ein kurioses, unglaubliches Spiel, das ich kaum erklären kann.“ Doch unter dem Strich steht dieser Fakt: Eine in vielerlei Hinsicht zu dürftige Leistung des Hamburger SV, um von der Reise nach Berlin am 21. Mai nächsten Jahres auch nur im Ansatz träumen zu dürfen. 

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