Frankfurt - Hannover 3:1 : Die Zeugwart-Theorie

Aufsteiger Eintracht Frankfurt schlägt Hannover 96 mit einem Aushilfsstürmer 3:1 und bleibt weiter auf dem zweiten Tabellenplatz. Hannover 96 steht nach der Auswärtsniederlage mit elf Punkten auf Platz sechs.

Tor aus spitzem Winkel: Rechtsverteidiger Sebastian Jung erzielte das Tor zur 2:0-Führung.
Tor aus spitzem Winkel: Rechtsverteidiger Sebastian Jung erzielte das Tor zur 2:0-Führung.Foto: dapd

Frankfurt am Main - Bei Eintracht Frankfurt laufe es bei allen so gut, man könne auch den Zeugwart aufstellen, hat Kapitän Pirmin Schwegler neulich gesagt. Trainer Armin Veh versuchte es zumindest mal mit einem Mittelfeldspieler als einzige Spitze, Karim Matmour. Die Zeugwart-Theorie scheint fast zu stimmen, denn der Algerier leitete mit seinem Tor das 3:1 (2:1) gegen Hannover 96 ein.

„Wir haben einen Kader mit vielen guten Spielern“, sagte Matmour lapidar. Mit Spieler und Betreuern, denen die Fans offenbar einiges zutrauen: „Deutscher Meister wird nur die SGE!“, sangen die 50 500 Zuschauer in der Frankfurter Arena.

Realistisch betrachtet ist Frankfurt nach dem Sieg die beste Heimelf, Tabellenzweiter und nach acht Spielen punktbester Aufsteiger der Bundesligageschichte, zusammen mit dem 1. FC Kaiserslautern. Aber wie das 1997/98 endete, ist bekannt.

Die drei Punkte waren jedoch lange umstrittene Ware. Bei einem Remis „wäre ich nicht unglücklich gewesen“, sagte Veh. Beide Teams legten in einem unterhaltsamen Spiel hohes Tempo vor.

Die schnellere Startgeschwindigkeit erreichte die Eintracht. „Wir wussten: Wenn wir dieses Spiel gewinnen, bleiben wir lange da oben“, begründete Schwegler. Nach fünf Minuten landete eine per Kopf verlängerte Flanke bei Matmour, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Der Aushilfsstürmer vertrat Olivier Occean, der mit Magen-Darm-Virus ausfiel. Wiederholt kombinierten sich die Frankfurter in den Strafraum der 96er, nach 17 Minuten und mehreren Stationen rauschte Rechtsverteidiger Sebastian Jung heran und traf zum 2:0. Gästetrainer Mirko Slomka wechselte nach einer halben Stunde einen zweiten Stürmer ein, Hannover erhöhte den Druck. Kurz vor der Pause hatten die Gäste nach einer Flanke Überzahl im Frankfurter Strafraum, Mohammed Abdellaoue traf mit links zum Anschluss.

Auch in der zweiten Hälfte attackierten beide Teams früh und suchten den direkten Weg nach vorne. Die Laufarbeit war immens, wie die Fülle der Chancen. Hannovers Versuche entschärfte Eintracht-Torwart Kevin Trapp, Gegenüber Ron-Robert Ziegler wirkte unsicher. Mitten in eine Druckphase der Gäste fiel die Entscheidung: Alexander Meier lief bei einem Konter am eigenen Strafraum los und köpfte vorne einen hohen Ball ein. Trainer Veh wechselte dann nicht den Zeugwart ein, sondern mit Erwin Hoffer für Matmour einen echten Stürmer. Tsp/dapd

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