Frankfurt - Schalke : Rot in den Katakomben

Die Eintracht und die "Knappen" liefern sich ein emotionales 2:2, bei dem der Schalker Verteidiger Heiko Westermann zum Matchwinner avanciert.

Jörg Strohschein[Frankfurt]

Zumindest nach dem Schlusspfiff hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Die Spieler beider Teams standen gemeinschaftlich auf dem Rasen, tauschten sich aus und es schien, als wäre nichts passiert. Dabei hatte die Frankfurter Eintracht mit dem 2:2 gegen den FC Schalke 04 in letzter Sekunde in einer überaus emotionalen Partie einen eigentlich verdienten Sieg verspielt.

Die Rückkehr von Jermaine Jones (siehe nebenstehende 90 Minuten) hatte einen Teil zu der aufgeladenen Stimmung im Frankfurter Stadion während der gesamten Partie getan. Und zu allem Überfluss kam es nur wenige Augenblicke vor dem Abpfiff zu einer Rudelbildung, bei der etliche Spieler Unfreundlichkeiten austauschten. Schalkes Ersatzspieler Carlos Großmüller glaubte sogar, von der Seitenlinie auf den Platz rennen zu müssen, um Frankfurts Michael Thurk zu würgen. Schalkes Trainer Mirko Slomka sagte: „Das hat er in guter Absicht gemacht.“ Schiedsrichter Helmut Fleischer konnte ihm dafür erst nach Spielende in den Katakomben die Rote Karte zeigen, weil der Schalker versucht hatte, in die Umkleidekabine zu verschwinden.

Dies alles war zwar nach der Partie vergessen, doch die Umstände führten dazu, dass die Frankfurter in den letzten Sekunden die Ordnung verloren und die Mannschaft von Mirko Slomka noch einmal entscheidend vor das gegnerische Tor kam. Verteidiger Heiko Westermann nutzte die Chance und erzielte nach seinem Kopfballtor zum zwischenzeitlichen 1:1 auch den zweiten Treffer der Schalker. Zuvor waren die Frankfurter durch Faton Toski und Ioannis Amanatidis zweimal in Führung gegangen. „Ich bin nicht unzufrieden über das Unentschieden, auch wenn es ärgerlich ist, wie es zustande gekommen ist. Aber die Freude über die gezeigte Leidenschaft überwiegt“, sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel anschließend.

Für die Schalker dagegen, die ihre Vorgabe, die letzten vier Spiele gewinnen zu wollen, nun nicht mehr realisieren können, war diese Partie ein erneuter Beweis ihrer wochenlangen Formschwäche. Technische Fehler und mangelnde Offensivstärke bleiben weiterhin Kennzeichen ihres Spiels. „Das war viel zu wenig von uns, wir nehmen glücklich einen Punkt mit“, sagte Trainer Mirko Slomka und gestand damit die schwache Leistung seiner Mannschaft ein.

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