Sport : Frankfurt siegt mit Kunst und Klugheit

Die Eintracht beendet mit einem 3:0 die Erfolgsserie von Arminia Bielefeld

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Nach dem dritten Tor wurden die Fans übermütig. In Sprechchören forderten sie: „Nur noch drei." Nach zweimal sechs Toren zuletzt daheim gegen den 1. FC Köln und Schalke 04 ist das Anspruchsdenken an Eintracht Frankfurt offenbar enorm gestiegen. Doch gegen Arminia Bielefeld hörte die Eintracht gestern auf halber Strecke mit dem Toreschießen auf. „Nur“ 3:0 gewannen die Frankfurter diesmal, Francisco Copado und zweimal Alexander Meier erzielten die Tore.

Es war ein hochverdienter Sieg, nach dem es 35 Minuten lang nicht ausgesehen hatte. Zu kompakt, zu selbstbewusst nach drei Siegen in Folge traten die Bielefelder auf. Sie arbeiteten zwar selbst keine Torchance heraus, ließen aber auch keine zu. „Da muss man eben Geduld haben", sagte der in der Frankfurter Innenverteidigung überragende Brasilianer Chris.

Erst ein kunstvoll getretener Freistoß von Copado aus 18 Metern zum 1:0 lockerte das bis dahin festgefahrene Spiel. So mögen es die Trainer: „Wir sind nicht ins Spiel gekommen und haben dennoch zur Pause geführt“, sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Als dann gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit Meier nach einer herrlichen Kombination – Diagonalpass Spycher, Querpass Köhler – den Ball nur noch über die Linie grätschen musste, war die Eintracht voll im Spiel. Mit einem Kopfball nach einer Ecke von Copado setzte Meier schnell noch eins drauf.

„Klug gespielt“, lobte Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen, einst Manager bei der Arminia, seine Mannschaft. Wenn Meier, Jones, Copado, Amanatidis, Köhler, Ochs und diesmal vor allem Preuß erst einmal Platz haben, kombinieren sie schnell und schön nach vorne. „Eine klasse Kontermannschaft“, lobte Bielefelds Trainer Thomas von Heesen den Gegner und bemängelte bei seinem Team: „Wenn wir auf vier, fünf Positionen nicht ans Limit gehen, bekommen wir Probleme.“ Das Problem war, dass Arminia nur eine Torchance hatte. Stürmer Sibusiso Zuma, der Südafrikaner, war nach der Geburt seines zweiten Kindes erst am Morgen nachgereist „und noch etwas müde“, wie der Trainer feststellte.

Die Eintracht steht nun auf Rang zwölf. „Wir haben heute gezeigt, dass uns eine Niederlage nicht umwirft“, sagte Kapitän Jermaine Jones über das 1:4 in Bremen zuletzt. Dass seine Spieler im heimischen Torrausch nicht die Bodenhaftung verlieren, dafür bürgt Funkels Nüchternheit. Nach den Nationalmannschaftschancen des 22-jährigen Mittelfeldtalents Alexander Meier gefragt, knurrte Funkel: „Wenn er richtig gut gespielt hätte, dann hätte er auch ein drittes Tor machen müssen.“

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