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Frankfurt - St. Pauli 2:1 : Die Papiere liegen schon bereit

Das 2:1 gegen St. Pauli rettet Eintracht-Trainer Michael Skibbe den Job - vorerst. Doch sein Arbeitsplatz bleibt unsicher, ein Nachfolger soll bereits gefunden sein.

Jürgen Heide
Arm in Arm. Der Frankfurter Martin Fenin (l.) im Duell mit Moritz Volz.
Arm in Arm. Der Frankfurter Martin Fenin (l.) im Duell mit Moritz Volz.Foto: REUTERS

77 Minuten waren zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC St. Pauli gespielt, als beim Stand von 1:1 nichts mehr darauf hindeutete, dass eines der beiden schwachen Teams den Platz noch als Sieger verlassen würde. Doch dann rutschte Markus Thorandt nach einem langen Ball von Marco Russ aus, so dass Theofanis Gekas allein vor Keeper Thomas Kessler stand. Der Grieche behielt wie schon bei seinem Elfmetertor in der ersten Halbzeit die Nerven und sicherte mit seinem zweiten Treffer den harmlosen Gastgebern nicht nur im zehnten Rückrundenspiel den ersten Sieg, sondern rettete er damit auch Michael Skibbe den Job – vorerst.

„Siegen oder fliegen“, hieß die Ausgangsposition für den Trainer nach zuvor nur zwei Punkten und 1:15-Toren in der Rückserie. Selbst Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte durchblicken lassen, dass ein weiterer Misserfolg auch seinen äußerst langen Geduldsfaden zum Reißen bringen könnte. Ob der Sieg als Arbeitssicherungssmaßnahme reicht, bleibt offen. Gut möglich, dass Bruchhagen wegen der erneut schwachen Leistung des Teams den Trainer doch noch beurlaubt, weil mittlerweile einen Wunschkandidaten für die Nachfolge in der Hinterhand haben soll.

Eintracht-Anwalt Christoph Schickhardt war jedenfalls zum Spiel schon mit einem einseitig von den Gremien der Fußball-AG unterschriebenen Aufhebungsvertrag für den Trainer in seinem Aktenkoffer erschienen.

„Von diesem Spiel hängt eine Menge ab, auch für mich“, hatte Skibbe vorher gesagt, während seine Abwehrspieler Georgios Tzavellas und Maik Franz sich am Mittwoch im Training mit Fäusten attackiert hatten. Von dieser Aggressivität war aber bei der erneut harmlosen Eintracht über weite Strecken nichts zu sehen. „Nach 25 Minuten hätte es auch 2:0 für St. Pauli stehen können“, gab Skibbe nach dem glücklichen Erfolg und „unserer mäßigen Leistung“ zu, bei dem die Eintracht auch davon profitierte, dass Dennis Daube bei einem Zweikampf Gekas leicht mit der Hand bremste und Schiedsrichter Günter Perl Elfmeter pfiff. Pech hatten die Gastgeber dann allerdings, als Perl ein Tor von Alexander Meier nicht gab, obwohl der Ball knapp hinter der Linie war und Tzavellas einen Freistoß von Charles Takyi kurz vor der Halbzeit unhaltbar zum 1:1 abfälschte. Doch dann traf Gekas spät, vielleicht zu spät für Skibbe.

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