Sport : Frankreich – Griechenland 1:0

15. November; 68 000 Zuschauer im Stade de France – darunter: Zinedine Zidane

Torsten Volker

Fast war es so, als wolle er doch noch einmal spielen. Als Zinedine Zidane aus den Katakomben des Stade de France trat und das Blitzlicht der Fotografen und der tosende Applaus der Zuschauer ihn umfing. Dann aber setzen sich Zidane und die anderen Weltmeister von 1998 doch auf die Tribüne. Sie sind die Helden von gestern, geehrt durch eine Feier vor dem Länderspiel Frankreich gegen Griechenland.

Eine hübsche Pointe, dass die Weltmeister ausgerechnet vor dem Kick gegen Rehhagels Hellenen gefeiert wurden, beendeten diese doch durch ihren 1:0-Sieg bei der Europameisterschaft 2004 die goldene Ära der Deschamps, Djorkaeffs und Desaillys. Zur alten Herrlichkeit haben die Franzosen noch nicht wieder zurückgefunden, das macht auch der anschließende Kick klar: Müde schleppen sich beide Mannschaften über den Platz, Henry schiebt nach 20 Minuten ein, danach bleibt es dem Publikum überlassen, sich zu beschäftigen. Das lässt sich nicht lang bitten, schon bald herrscht eine Stimmung wie in Euro-Disney, die französischen Maskottchen wandern durch das Stadion und lassen sich mit fröhlichen Griechen ablichten. Das Publikum feiert sich selbst und streift das maue Spiel allenfalls mit einem Auge.

Am Ende hat Frankreich die Scharte des 0:1 von Lissabon ausgewetzt, und Zidane war auch im Stadion. Alles wie früher, jedenfalls fast.

An dieser Stelle berichten „11Freunde freitags“-Leser von ihren Erlebnissen in der großen, weiten Welt des Fußballs. Kontakt zu uns: 11freunde@tagesspiegel.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben