Sport : „Frankreich ist nicht nur Zidane“

Andreas Hinkel über die Lehren aus der Vorführung von Schalke

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Herr Hinkel, das 0:3 gegen Frankreich ist eine deutliche Niederlage. Gibt es trotzdem etwas, das Sie aus diesem Spiel mitnehmen?

Man nimmt mit, wie man es nicht machen soll. Und von den Franzosen, wie man es eigentlich machen muss. Nach dem 0:2 sind wir auseinandergebrochen. In der zweiten Halbzeit haben die uns schon ganz schön vorgeführt.

Die Franzosen haben immerhin viele Weltklassespieler. Zum Beispiel Zinedine Zidane.

Den habe ich auf dem Platz überhaupt nicht wahrgenommen, weil ich mich ganz auf meine Aufgabe konzentriert habe. Das war schwer genug. Aber die Franzosen sind ja nicht Zinedine Zidane alleine.

Die anderen können es auch ganz gut.

Allerdings. Man muss auch sehen, wie die als Mannschaft auftreten. Sie spielen zusammen. Als ein Team. Die kennen sich schon so lange, das ist so ähnlich wie bei einer Vereinsmannschaft. Da weiß jeder, wer wann was spielt.

Die Deutschen hingegen haben mit einer völlig neuen Abwehrformation gespielt, unter anderem mit Ihnen auf der ungewohnten linken Seite. Wie sind Sie mit dieser Position zurechtgekommen?

Ich glaube, das ging ganz gut. Es ist ja auch nichts anderes als rechts – nur eben auf der linken Seite. Außerdem habe ich in der Jugend schon mal auf dieser Position gespielt.

Die deutsche Mannschaft wollte gegen die Franzosen beweisen, dass sie auch gegen die Großen mithalten kann. Muss man nach dieser Niederlage jetzt Schlimmes befürchten?

Die Enttäuschung in der Kabine war schon groß. Ich bin sprachlos, das war ein katastrophales Spiel von uns. Wir hatten uns so viel vorgenommen. Aber vor allem tut es mir für unsere Fans Leid. Die hatten ein großes Spiel erwartet. Das konnten wir ihnen nicht bieten.

Und wie sieht es bei Ihnen selbst aus?

Ich glaube nicht, dass mich dieses Spiel umwerfen wird.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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