Sport : Franz Beckenbauer ist für die WM-Bewerbung im Dauerstress

Die heimischen Berge in Kitzbühel wird Franz Beckenbauer bis weit in den Sommer hinein nicht mehr häufig genießen können. Wenn Profis über Reisestress und Terminhäufung bis hin zur Europameisterschaft klagen, kann der "Kaiser" nur müde lächeln - wobei müde angesichts der permanenten Reiserei durch Zeitzonen durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Seit Montag ist Beckenbauer wieder zum Wohle des deutschen Fußballs "on tour". Nach einem kurzen Besuch bei der Ispo (Internationale Sportartikelmesse) in München bestieg er ein Flugzeug Richtung Argentinien. In Südamerika besucht er dann den Kongress der Comebol (quasi die Uefa des Kontinents) um via Paraguay am 14. Februar wieder in Deutschland zu landen.

Am 15. und 16. dieses Monats begibt er sich nach Herzogenaurach, wo sich bei Gastgeber adidas auch die anderen Sponsoren der Bewerbung versammeln, um bei gutem Frankenwein Ideen für die heiße Phase der Bewerbung zu entwickeln. Am 17. Februar fliegt Beckenbauer in seiner Eigenschaft als Mitglied der Fifa-Fußballkommission nach Zürich - ein kleiner Plausch mit Sepp Blatter kann nicht schaden. Den Job in diesem Gremium hatte Beckenbauer schon akzeptiert, ehe er Chef der deutschen Bewerbungskommission für die WM 2006 wurde.

Kurz danach treffen in München schon die ersten Gäste - darunter einige Mitglieder der Fifa-Exekutive, die am 6. Juli darüber entscheiden, ob Deutschland die WM 2006 ausrichten darf oder nicht - zur 100-Jahr-Feier des FC Bayern ein. Kaum ist der offizielle Empfang am 27. Februar abends beendet, schwingt Beckenbauer sich in eine Privatmaschine, um am 28. in Cannes bei der internationalen Fußball-Messe zu sein. Das ist deswegen ein Pflichttermin, weil auch alle Konkurrenten dort erscheinen werden.

Die restlichen Termine stehen im Detail noch nicht fest, und wahrscheinlich kommen noch einige dazu. Einige Beispiele: Ende März: 100 Jahre Fußball-Verband Uruguays. Ab 10. Mai: Kongress der Concacaf (Mittel- und Nordamerika) in Nassau auf den Bahamas. Dann noch Europa, Asien, Australien und von dort via Los Angeles zurück, weil das die einzige Möglichkeit ist, pünktlich am 24. Mai zum Finale der Champions League in Paris zu sein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben