Sport : Franz und ein Tor

Frankfurt siegt beim KSC und beschwert sich doch

Es waren deftige Worte, die am Rande des Platzes fielen. Dort stand der griechische Nationalspieler Ioannis Amanatidis und sagte, er könne Mario Gomez jetzt verstehen. Das ist insofern von Belang, weil Gomez den Karslruher Innenverteidiger Maik Franz vor Kurzem als „Arschloch“ bezeichnet hatte, sich anschließend entschuldigte und 8000 Euro Strafe zahlen musste. Nun wird Amanatidis dafür nicht zahlen müssen, dass er sich als Anhänger der Fraktion outete, die gewisse Vorbehalte gegen die Spielweise von Maik Franz hat. Genützt haben die vielen Kabbeleien übrigens eher den Spielern von Eintracht Frankfurt, die das Spiel beim KSC verdient mit 1:0 gewannen, weil Markus Weissenberger nach einer knappen halben Stunde schön flankte und Michael Fink den Ball noch schöner volley ins Tor schoss. Der KSC verlor sein drittes Heimspiel und muss sich nun um den Uefa-Cup wohl keine Gedanken mehr machen.

Damit ist die Geschichte der Tore aus dem Wildparkstadion auch schon erzählt. Es fielen keine mehr, vor allem, weil die Frankfurter gegen schwache Karlsruher ihre Chancen nicht nutzten. Es hat nicht viel gefehlt, und der Aufsteiger hätte ein Debakel erlebt. Die Geschichte der Tore war zwar beendet, die von Amanatidis und Franz ging weiter. „Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht, viel kann das nicht gewesen sein“, sagt der frühere Stuttgarter. Und: „Wir brauchen nicht auf dem Ärmel für Fairplay werben, solange solche Leute auf dem Platz herum laufen.“ Und: „Ich bin nicht der Einzige, der so etwas sagt, der Gomez, der Magath …“ Fußball dürfe nicht zum Zirkus werden. Es müssten endlich Maßnahmen ergriffen werden. Welche das sein könnten, ließ er offen. Frankfurts Manager Heribert Bruchhagen sagte nur: „Der Spieler mit der Nummer drei ist von besonderer Art.“ Markus Weissenberger, nach der Auswechslung von Amanatidis, der Zweikampfpartner von Franz, sagte, es sei unglaublich, was da ablaufe.

Die Vorwürfe von Amanatidis und den anderen Frankfurtern erstreckten sich über viele Vergehensbereiche. Treten und der Kampf mit unschönen Worten wurde am häufigsten genannt. Das ganze Theater führte einmal dazu, dass Friedhelm Funkel auf den Platz rannte, um Evangelos Mantzios „zu schützen“, dessen mögliche Reaktion in Richtung Franz zu allerlei Befürchtungen Anlass gab. Amanatidis und Weisssenberger standen derweil kurz vor einem Platzverweis, Amanatidis trat Franz in die Beine und Weissenberger rammte ihn zur Seite. Offiziell wurde Amanatidis wegen einer Verletzung ausgewechselt, aber es könnte auch ein anderer Grund vorliegen.

Später stand Maik Franz ein paar Meter von den Beschwerdeführern entfernt und führte unterstützt von Karlsruher Lokalreportern, die ihn auf ein „Kesseltreiben“ gegen ihn aufmerksam machten, seine Verteidigungsrede. „Er hat eine Gelbe Karte bekommen, ich nicht“, sagte er und meinte Amanatidis. „Die sollen doch alle einen Beschwerdebrief an den DFB schreiben. Ich weiß gar nicht, was die hier herum krakeelen. Ich weine hier auch nicht rum“, sagte Franz. „Ich habe jetzt in 23 Spielen erst sechs Gelbe Karten gesehen, das spricht doch für sich.“

Fußball gespielt wurde nebenbei hin und wieder auch noch. Aus Sicht des KSC so schlecht wie kaum einmal zuvor diese Saison. „Da hatte keiner Normalform“, kritsierte Trainer Edmund Becker, der sich jede Einmischung von außen in Sachen Maik Franz verbat. „Ich denke nicht, dass die Transfergeschichten eine Rolle gespielt haben, trotzdem hoffe ich, dass bald alles geklärt ist.“

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