Frauen-EM: 1:o gegen Island : Grings verletzt sich beim Siegtor

Beim glanzlosen 1:0 gegen Island mit einem deutschen B-Team verletzt sich Torschützin Grings und scheidet aus.

Gregor Derichs[Tampere]
Frauenfußball-EM - Deutschland - Island Foto: dpa
Schmerzhafter Treffer. Inka Grings (r.) erzielt das Siegtor und prallt dabei mit der isländischen Torfrau Gudbjörg Gunnarsdottir...Foto: dpa

Tampere - Inka Grings saß mit einer Eispackung am Knie auf der Ersatzbank und sah das Ende der Trainingseinheit unter Realbedingungen mit gemischten Gefühlen. Nur 14 Minuten hatte ihr Arbeitstag gedauert. Die Duisburgerin hatte den Treffer zum 1:0 (0:0) gegen Island, dem dritten Sieg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft erzielt, aber ausgerechnet bei ihrer erfolgreichen Torproduktion war sie mit einer schmerzhaften Knieprellung auf der Strecke geblieben. Dank der Stürmerin, die die Bundestrainerin nach mehreren Jahren der Verbannung im Februar ins Team zurückgeholt hatte, war der Nachmittag noch einmal gut ausgegangen. Mit einer B-Elf beendeten die DFB-Frauen schließlich vor 3101 Fans in Tampere ihren Spaziergang ins EM-Viertelfinale, in dem sie am Freitag in Lahti wahrscheinlich auf England oder Italien treffen. Die Mannschaft stand schon vor dem Anpfiff als Gruppensieger fest und bot gestern eine mäßige Leistung.

„Ich bin wohl prädestiniert für solche Situationen“, sagte Inka Grings und sprach die Situation in der 50. Minute an, in der sich für sie Glück und Pech vereinigten. Die „Fußballerin des Jahres“, die zur Halbzeit für Birgit Prinz eingewechselt worden war, traf zunächst den Pfosten, die anschließende Hereingabe von Fatmire Bajramaj beförderte sie aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Tor. Doch in dieser Szene verletzte sie sich durch einen Zusammenprall mit Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir. „Dass der Ball drin war, habe ich gemerkt, aber nicht, mit wem ich zusammengeknallt bin“, sagte Inka Grings. Die besorgten Mitspielerinnen, die sich über sie beugten, teilten es ihr mit. „Das war ein klassischer Pferdekuss, Knie gegen Knie“, sagte die Torschützin und sprach die Isländerin von einer Schuld frei.

In der 59. Minute nahm Silvia Neid sie wieder für Celia da Mbabi aus dem Spiel. Inka Grings war sauer. „Ich hoffe, dass es bis zum Viertelfinale wieder geht“, sagte sie. Dass sie nicht von Anfang spielen durfte, hatte der Bundesliga-Torschützenkönigin der vergangenen Saison (29 Tore) auch nicht gefallen. Erst zur Halbzeit durfte sie ran und brachte sofort mehr Schwung ins Angriffsspiel. Als sie ging, hatten die Deutschen in der Offensive wieder Probleme. Gregor Derichs

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