Frauen-Fußball : Sandra Smisek tritt aus Nationalelf zurück

Sandra Smisek beendet nach 13 Jahren überraschend ihre erfolgreiche Karriere in der Nationalmannschaft. Am Mittwoch wird sie in der EM-Quali das letzte Mal gegen die Schweiz angreifen.

Ulli Brünger[dpa]
Sandra Smisek und Birgit Prinz
"Keks und Krümel". Birgit Prinz (l.) muss zukünftig ohne Sandra Smisek (r.) auskommen. -Foto: dpa

Weil am Rhein"In der Zeit habe ich tolle, einmalige Dinge erlebt. Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mich zu verabschieden", sagte am Montag die 31 Jahre alte Stürmerin vom 1. FFC Frankfurt. Im Sommer legte Sandra Smisek ihre Prüfungen zur Polizeikommissarin ab, nun will sie sich mehr dem Beruf widmen: "Die Dreifach-Belastung mit Nationalelf, Verein und Polizei wäre schwer zu bewerkstelligen. Es gibt ja auch ein Leben nach dem Fußball."

Theo Zwanziger würdigte Smisek als großartige Sportlerin. "Ich habe allergrößten Respekt vor ihrer Leistung. Sich als Angreiferin länger als ein Jahrzehnt in der Weltspitze zu bewehren, verdient allerhöchste Anerkennung", meinte der DFB-Präsident. Nicht nur sportlich, auch menschlich sei sie stets ein Vorbild gewesen. "Mit ihrer humorvollen und offenen Art ist sie zu einer Sympathieträgerin des Frauenfußballs geworden."

Sylvia Neid wird ihre Spielerin sehr vermissen

Smisek debütierte am 13. April 1995 gegen Polen im DFB-Dress und absolvierte 132 Länderspiele (33 Tore). Im EM-Qualifikationsspiel an diesem Mittwoch in Basel gegen die Schweiz (16:00 Uhr im ZDF) wird die dribbelstarke Angreiferin letztmals für Deutschland auflaufen. Cheftrainerin Silvia Neid verliert mit der gebürtigen Frankfurterin eine äußerst beliebte Akteurin. "Ich werde sie vermissen. Ich kenne sie ja schon von der Zeit, als ich noch aktive Spielerin war. Als Trainerin war es immer sehr angenehm, mit ihr zusammenzuarbeiten. Eine solche Spielerin ist eine Bereicherung für jede Mannschaft", sagte Neid in Weil am Rhein, wo sich das Team auf das letzte Länderspiel des Jahres vorbereitet.

Der nur 1,64 Meter große Wirbelwind mit der Nummer 8 war an nahezu allen großen Erfolgen der jüngeren deutschen Frauenfußball-Geschichte beteiligt. 1995 wurde "Smi" mit der DFB-Elf WM-Zweite, 2003 in den USA und 2007 in China gewann sie mit dem Team jeweils den WM-Titel. Dreimal (1997/2001/2005) wurde sie Europameisterin. In Peking gehörte sie zu der Mannschaft, die die olympische Bronzemedaille gewann. "In China ist auch die Entscheidung gereift, nun tschüs zu sagen. Die EM im nächsten Jahr war kein wirkliches Ziel mehr für mich. Und wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören."

Mit dem FSV Frankfurt, FCR Duisburg und 1. FFC Frankfurt sammelte Smisek ebenfalls zahlreiche nationale und internationale Erfolge. "Keks und Krümel" werden die große, robuste Star-Stürmerin Birgit Prinz, mit der sie sich beim FFC und auch in der DFB-Auswahl "blind" versteht, und die kleine Sandra Smisek teamintern gern genannt. Im Verein will Smisek vorerst weitermachen: "Alles andere lasse ich auf mich zukommen."

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