Frauen-Fußball-WM : Mission Gruppensieg

Im Duell mit den punktgleichen Japanerinnen genügt dem Welt- und Europameister Deutschland bei der WM bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen. Trainerin Sivia Neid fordert den Gruppensieg.

Neid
Ziel Gruppensieg. Trainerin Neid bespricht mit ihren Spielerinnen die Taktik gegen Japan. -Foto: AFP

Siegessicher nehmen Deutschlands Fußballfrauen im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Japan das WM-Viertelfinale ins Visier. Im siebten Duell mit den punktgleichen Asiatinnen (heute, 14 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) in Hangzhou genügt dem Welt- und Europameister bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen. "Wir wissen, dass ein Remis reicht. Aber wir wollen drei Punkte und in jedem Fall den Gruppensieg", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid, die erneut die angeschlagene Sandra Minnert sowie die gelbgesperrte Simone Laudehr ersetzen muss.

Für die älteste Feldspielerin im DFB-Kader, die 34-jährige Minnert, rückt wie schon beim 0:0 gegen England Annike Krahn in die Viererkette. Krahn überzeugte mit einer starken Defensivleistung gegen England und verdiente sich ihre Nominierung redlich. "Es gibt keinen Grund, sie nicht aufzustellen", sagte Neid.

Für die frühere U19-Weltmeisterin Laudehr übernimmt Babett Peter die Rolle im defensiven Mittelfeld. Zunächst war Saskia Bartusiak als Ersatz vorgesehen. Doch die Frankfurterin, die erst am Nachmittag von Journalisten erfahren hatte, dass Neid mit ihr plante, zog sich im Abschlusstraining eine Adduktorenzerrung im rechten Oberschenkel zu und fällt aus. Somit kommt nicht Bartusiak, sondern Babett Peter zu ihrem WM-Debüt. Mit 19 Jahren und vier Monaten ist sie das Küken im Aufgebot.

DFB-Chef Zwanziger von deutschem Gruppensieg überzeugt

Eine Niederlage gegen Japan und damit ein mögliches Scheitern in der Vorrunde zieht niemand im Tross des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ernsthaft in Erwägung. Auch Präsident Theo Zwanziger ist derart fest von einem Sieg überzeugt, dass er die Mannschaft als Delegationsleiter am Samstag verlassen hat, um in Deutschland wichtige Amtsgeschäfte zu erledigen. Erst zum Viertelfinale in Wuhan will Zwanziger nach China zurückkehren.

Bei einem Sieg wäre Deutschland in jedem Fall Gruppenerster, was bedeuten würde, dass es zum Viertelfinale nach Wuhan in Zentralchina statt nach Tianjin an die Küste geht. Selbst bei einem Unentschieden wäre Platz eins wohl sicher. Es sei denn, England schlägt Argentinien mit mindestens elf Toren Differenz. Sollte Deutschland verlieren, müsste Argentinien gegen England Schützenhilfe leisten und mindestens einen Punkt holen. Dann aber würde die DFB-Auswahl als Gruppenzweiter zum Viertelfinale nach Tianjin müssen.

Birgit Prinz: "Wir werden hochkonzentriert an die Sache gehen"

"Wenn wir unser Spiel aufziehen, dann werden wir auf jeden Fall gewinnen", sagte Mittelfeldspielerin Kerstin Garefrekes. Die Mannschaft will an ihre Offensivleistung gegen Argentinien (11:0) anknüpfen, als das Spiel über die Außenpositionen fast in Perfektion gelang. Gegen England hakte es im Spiel nach vorne. Neid beklagte, die Laufwege hätten nicht gestimmt. Dafür lieferte beim torlosen Remis die neu zusammengestellte Abwehrformation trotz einiger Wackler bei Standardsituationen eine ordentliche Vorstellung. Englands Superstar Kelly Smith kam gegen die deutschen Innenverteidigung Ariane Hingst und Krahn 90 Minuten lang fast nicht zur Geltung.

Doch auf die leichte Schulter nehmen die deutschen Frauen die Partie nicht, auch wenn Japan bislang immer gegen Deutschland verloren hat. Auch bei den Weltmeisterschaften in den USA 2003 (3:0) und 1995 in Schweden (1:0) behielten die DFB-Frauen die Oberhand. "Statistik ist Statistik. Aber sie gibt uns keine Garantie, dass wir das Spiel gewinnen. Deswegen werden wir hochkonzentriert die Sache angehen", versprach die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz, die Deutschlands wahre Leistungsstärke "irgendwo zwischen dem Spiel gegen Argentinien und dem gegen England" sieht. (mit sid)

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