Frauen-Fußball-WM : Weiter in Wuhan

Auf dem Weg zur Titelverteidigung: Die DFB-Frauen ziehen durch ein 3:0 gegen Nordkorea ins WM-Halbfinale ein.

Frank Hollmann
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Das DFB-Team siegte am Ende souverän. -Foto: dpa

WuhanDer Stress für Theo Zwanziger sollte sich lohnen. Die ersten beiden Vorrundenspiele der Deutschen bei der Frauen-Fußball-WM in China hatte der DFB-Präsident im Stadion gesehen, war am Sonntag zurück in die Heimat geflogen – und saß gestern pünktlich zum Viertelfinale wieder in China auf der Tribüne. Was er in Wuhan geboten bekam, begeisterte Zwanziger. Der Titelverteidiger besiegte den Geheimfavoriten Nordkorea 3:0 (1:0) durch Tore von Kerstin Garefrekes, Renate Lingor und Annike Krahn. Halbfinalgegner ist entweder China oder Norwegen. „Ich war von dieser unglaublich kompakten Mannschaftsleistung begeistert“, sagte Zwanziger und verkündete die Vertragsverlängerung von Bundestrainerin Silvia Neid bis 2011. Dann will Deutschland die nächste WM ausrichten.

Gestern hatte Neid intensives Pressing im Mittelfeld angeordnet. Genauso hatte Schweden in der Vorrunde die Koreanerinnen geschlagen. Dennoch kamen die quirligen Asiatinnen zur ersten großen Chance dieses Viertelfinales. Erst warf sich Nadine Angerer im Herauslaufen der Spielmacherin Ri Un Gyong entgegen. Statt den Abpraller zur Ecke zu klären, schoss Linda Bresonik Nordkoreas Mittelstürmerin Kim Yong Ae an. Nur um Haaresbreite strich der Ball am Tor vorbei.

So mussten die Deutschen erstmals bei dieser WM über den Kampf ins Spiel finden. Mit Erfolg. Kurz vor der Pause zog Kerstin Garefrekes davon, setzte sich gegen zwei Verteidigerinnen durch und schlenzte den Ball trotz Bedrängnis überlegt ins lange Eck zur 1:0-Halbzeitführung. Die Entscheidung fiel nach gut einer Stunde. Nach einer Glanzparade der überragenden Nadine Angerer spielte praktisch im Gegenzug Sandra Smisek per Doppelpass Renate Lingor frei. Die hob den Ball überlegt ins lange Eck, es war bereits der vierte Turniertreffer der Frankfurter Spielmacherin.

Nur fünf Minuten später verlängerte Annike Krahn eine Ecke mit dem Oberschenkel zum 3:0. Die Duisburgerin hatte im Abwehrzentrum erneut den Vorzug vor der wieder genesenen Sandra Minnert erhalten. Das vierte Spiel ohne Gegentor bestätigte Neid in ihrer Aufstellung: „Die Spielerinnen haben alle zusammen gut gearbeitet. Das zeichnet eine gute Mannschaft aus.“

Gespannt wartet Neid darauf, wer der Gegner im Halbfinale sein wird, Norwegen oder China. Gegen die Skandinavierinnen hatten die Deutschen im letzten Testspiel nur mit Mühe ein 2:2 erkämpft. „Gegen China könnten wir genauso spielen wie gegen Nordkorea, weil die eben auch ballgewandt sind und keinen Raum haben dürfen. Die Norweger aber spielen von hinten raus gezielte lange Bälle. Damit hatten wir ja Probleme in Deutschland“, sagte Neid.

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